Alles kommt wieder

Neulich beim Bäcker

Egal ob Öffentliche Verkehrsmittel, Straßen & Fußgängerwege oder auch nur Presseorgane – nichts funktioniert mehr, oder zumindest nicht so, wie sie sollten. Nicht nur bei der Post, nein auch beim Bäcker muss man neuerdings anstehen. Viele tun das, als wäre es das Normalste von der Welt. Allen voran die jungen Leute von heute. Meistens mit Kopfhörern in den Ohren. Sie sehen dann immer aus wie ferngesteuerte Alien, kommen sich aber ganz besondern vor, die ärmsten. Dabei verstehen die bedauernswerten Gestalten nicht einmal den einfachsten Witz. Es gibt aber auch Ausnahmen wie das Wartekollektiv älterer Zeitgenossen neulich beim Bäcker, wo die Frage, ob es Bananen gäbe, so beantwortet wurde: „Ja, aber man muss kubanische Orangen dazu nehmen!“

Auch Jens „ich muss mir noch viel verzeihen“ macht mit

Es ist schön anzusehen, dass jetzt auch Jens Spahn daran mitarbeitet, dass bald auch der letzte mitbekommt, dass etwas faul ist – nicht nur in der Zentrale des deutschen Irrenhauses, sondern im gesamten Schland. Seine Technik dabei ist einzigartig. Er sagt einfach nur die Wahrheit. Ein paar Beispiele gefällig? Natürlich wurden in der Corona-Zeit Alternativen geprüft. Das ist doch klar! Genauso wie bis heute der Impfstoff geprüft/getestet wird – „im Markt sozusagen“, also am (noch) lebenden Mensch. Und was den Schutz der Impfung angeht, war doch immer klar, dass dieser nur gegen schwere Verläufe schützt – wenn überhaupt. Ein Fremdschutz war nie vorgesehen und hat es dementsprechend auch nie gegeben. Dass mit dem Impfen aus Solidarität war nur ausgedacht, hätte er als nächstes gesagt, wenn seine Redezeit nicht abgelaufen wäre. Kannste glauben!

Land der Frühaufsteher

Neulich in Sachsen-Anhalt

Im Land der Frühaufsteher, also in Sachsen-Anhalt, hat man die Zeichen der Zeit erkannt. Dort hat man einfach die Corona-Notlage verlängert. Und dass obwohl Corona gar kein Thema mehr ist. Das muss man erstmal bringen! Dazu muss man ganz schön früh aufgestanden sein. Das dachten sich, als es losging mit dem globalen IQ-Test, auch viele in Berlin. Also, die Corona gut fanden, weil es Kohle gab. Während sie hier immer noch ihre Corona-Hilfe zurückzahlen, bezieht man in Sachsen-Anhalt einfach weiter Geld aus dem Sondervermögen, das gar kein Vermögen ist, sondern neue Schulden sind. Dies wiederum erinnert mich an das Herangehen vieler Arbeitnehmer in Bulgarien. Die sagen immer: Ihr tut so, als würdet ihr uns bezahlen, und wir tun so, als würden wir arbeiten.

Abrissweltmeister

Erfahre gerade aus dem Radio, dass wir stolz auf uns sein können. Gemeint sind wir Deutsche. Das ließ mich aufhorchen. Wir können stolz auf uns sein, denn wir sind Abrissweltmeister. Oder doch Abschaffweltmeister? Ich bin mir nicht sicher. Jedenfalls war irgendeine Brücke der Stadtautobahn in West-Berlin gemeint, die in Rekordzeit abgerissen wurde. Das ganze mittels eines Knabberkrans. Niedlich, oder? Abreissen kann so schön sein. Überhaupt der Untergang, denn er macht Platz für Neues. Das sage ich auch all meinen Landsleuten. Die finden das gar nicht witzig. Die allermeisten glauben, alles ginge so weiter wie gehabt. Keine Ahnung, wo sie die letzten Jahre verbracht haben. Vermutlich unter einem Stein. Manche werden richtig wütend, nur weil ich von Endzeit spreche. Um keine Prügel von ihnen zu beziehen, weise ich auf die Jahresendzeit hin, in der wir uns gerade befinden. Dann lassen sie in der Regel von mir ab. Sind doch gute Menschen. Nur halt in der Krise.

Die Menthol-Zigaretten-Story von heute

Immer wieder Montags

Neuerdings gehört auch die ARD zu denen, die etwas dafür tun, dass es auch der letzte merkt, dass etwas faul ist im Land. In dem Zusammenhang fällt mir immer wieder die Menthol-Zigaretten-Story ein. Mit dieser legendären Räuberpistole versuchte man noch im September 1989 DDR-Bürgern weiszumachen, dass Landsleute in Budapest mit einer Menthol-Zigarette betäubt werden würden, um dann am nächsten Tag in Wien aufzuwachen. Ganz gegen ihren Willen – versteht sich. Die Lügenstory hatte ein Nachspiel. Sie wurde zum Symbol der Unglaubwürdigkeit der Herrschenden. Auch wenn nunmehr täglich neue Menthol-Zigaretten-Stories aufploppen, hat „Die 100“ meiner Meinung nach ein besonderes Potenzial, in die Fußstapfen der legendären Räuberpistole zu treten.

NOCH

Aktuelle Werbung in Berliner U-Bahnhöfen

Die Weltpremiere des obigen Musicals ist für den 21. März 2026 im Theater des Westens geplant. Vorausgesetzt, wir sind dann NOCH am Leben hier in der Zentrale des deutschen Irrenhauses. Obwohl doch einiges getan wird, dass es anders kommt, gehöre ich nicht zu den Schwarzsehern. Denn es wird auch viel dafür getan, dass es auch der letzte merkt, dass etwas faul ist im Land.

„Eine Bulgarin in Berlin“

Vielleicht aber auch nicht

Der bekannte Song „Englishman in New York“ beginnt damit, dass Sting uns wissen lässt: „Ich trinke keinen Kaffee, ich trinke Tee, meine Liebe, ich mag meinen Toast nur auf einer Seite getoastet.“ Seit ich in Berlin bin, muss ich immer wieder an dieses Lied denken, und was für Luxusprobleme dieser „legale Ausländer“ (legal alien) in den Achtzigern noch in Big Apple hatte. Meine Überlegungen brachten mich auf die Idee, „legale Ausländer“ hier in Berlin zu befragen, was diese wohl für Probleme in Deutschland haben. Und da fiel mir sogleich Paulina ein, die mich nach meinem Interview mit Jasmin kontaktiert hat, bei dem es um Bulgarien ging, und dass die Zukunft im Osten liegt. Paulina ist Bulgarin und lebt länger in Deutschland als in Bulgarien, genau sind es 23 Jahre, 15 davon in Berlin. Für Paulina hat Deutschland eine Massenpsychose, und das seit dem Zweiten Weltkrieg. Nie wieder würde Paulina nach Deutschland auswandern. Ihr Song „Bulgarian Lady in Berlin“ würde so beginnen: „Ich bewirte gerne Menschen mit Börek, bringe mein Essen nicht zu Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten und trenne die Rechnung nicht beim ersten Date. Für mich ist Liebe nicht transactional.“ Das ganze Interview mit Paulina kann man hier nachlesen.