Hurra, wir verblöden!

In Bulgarien sind die Leute einfach, aber nicht dumm. In Deutschland ist es andersrum. Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dann wurde er vorgestern von der ARD geliefert. Immerhin, einhundert Landsleute haben mitgemacht. Ich persönlich kenne keinen, der sich das anschaut, geschweige denn dass er den Schwachsinn glauben würde. Selbst mein guter alter Freund Serdar durchschaut die Staatsfunk-Propaganda. Liegt vielleicht daran, dass er Türke ist. Ich weiß es nicht.

„Es gibt Hoffnung“

Auf der U-Bahn am Alex

Die Menschen in Berlin sind runtergezogen, regelrecht depressiv. Sie haben definitiv nicht nur schlechte Laune. Der Berliner ist bekannt für seine chronisch schlechte Laune. Manche scheinen schon auf dem Weg zur Hölle zu sein. Nun gibt es Hoffnung. Ausgerechnet am Alexanderplatz.

„Frieden in der Welt“

Deutschlandflagge in einem türkischen Imbiss in Berlin

Beim Hissen von Schwarz-Rot-Gold muss man aufpassen hierzulande. Hat man die falsche Gesinnung, kann das den Staatsschutz auf den Plan rufen so wie neulich in West-Deutschland, wobei Nationalstolz schonmal als falsche Gesinnung durchgehen kann. Wer auch nur etwas in der Welt herumgekommen ist, weiß, dass dies weltweit ein einmaliges Phänomen ist – ein deutscher Sonderweg sozusagen. Da die Leute von heute ohne Ende reisen, sollten sie es eigentlich wissen. Zumindest geht es mir so, der viel Zeit in Bulgarien verbringt und auch schonmal in Amerika war. Dem Deutschen müssen es seine türkischen Mitbürger vormachen, wie es geht. So deute ich zumindest obige Deutschlandfahne in einem türkischen Imbiss in Neukölln. Oder ist es schon Kreuzberg? Es spielt keine Rolle. Wichtig ist dagegen noch, was auf der Fahne steht. Einmal steht da „Frieden auf dem Land“, was nicht falsch, aber auch nicht wirklich richtig ist, denn es ist nicht der ländliche Raum gemeint, sondern das ganze Land. Besser wäre also „Frieden im Land“, und kein Bürger- bzw. Bruderkrieg im Land. Für „Frieden in der Welt“ sind plötzlich auch die, die gestern noch die, die genau dies forderten, als „gefallene Engel aus der Hölle“ bezeichnet haben. Eine sehr seltsame Entwicklung, auf die ich in einem anderen Beitrag noch gesondert eingehen werde. Zurück zum türkischen Imbiss: Man stelle sich obige Deutschlandfahne in einem deutschen Imbiss vor. Keine Sorge, es wird nicht passieren, denn der Betreiber wäre automatisch rechtsradikal und natürlich Nazi. Vermutlich würde sogleich der Staatsschutz auftauchen, allerdings nicht als Kunde. Als Kunde höchstens in seiner Freizeit, die er aber immer weniger hat.

„Welche Sängerin hat Eier – im Gegensatz zu Grönemeyer?“

„Welche Sängerin hat Eier – im Gegensatz zu Grönemeyer?“ – Eine interessante Frage, die ich mir bis letzte Woche so noch nicht gestellt hatte. Also bis ich auf der Party von den Aluhüten war, die auch als Schwurbler bekannt sind. Die Antwort fiel mir wiederum nicht schwer. Ich kann gar nicht genau sagen, woran das lag. Ich meine, ich habe auch einen an der Klatsche. Anders kommt man nicht durch die heutige Zeit. Aber so richtig bescheuert scheine ich dann doch noch nicht zu sein.

Der „Trans-OSSI“

Neulich war ich auf einer Party von Aluhüten. Aluhut ist ein anderer Begriff für Schwurbler. Dementsprechend trugen auch nicht alle Aluhüte. Manch einer trug auch ein T-Shirt, auf dem Schwurbler stand. Das Ganze auf Kyrillisch, also ШВУРБЛЕР. Man könnte meinen, ich hätte mich deswegen gleich wie zuhause gefühlt. Immerhin waren es die Bulgaren, die das Kyrillische erfunden haben. In Wahrheit hat mich ein Lied überzeugt, in dem es um einen Wessi geht, der am Liebsten Ossi wäre. So etwas gibt es wirklich, und es werden immer mehr. Dass ich das noch miterleben darf, dass Besser-Wessis Jammer-Ossis sein wollen, hätte ich nie für möglich gehalten. Auch der aktuelle Titel von dem Lied hat mich schmunzeln lassen: „Trans-OSSIE“ – Wahnsinn!

Gestern im Briefkasten – Morgen unterm Weihnachtsbaum

Gestern war obiges Buch bei mir im Briefkasten. Herausgeber ist das Multipolar-Magazin, für das ich auch schreibe. Und als wenn das nicht schon Ehre genug ist, bin ich in obigem Sammelband mit einem Essay vertreten zusammen mit Paul Schreyer, Stefan Korinth, Ulrich Teusch, Hauke Ritz, Ole Skambraks, Susanne Wolf, Julia Weiss und vielen anderen. Meinen Text „Das Suchtsystem“ kann man nachlesen und hier & da nachhören. Er wurde sogar ins Italienische übersetzt. Was man nicht kann, ist, das Buch beim Buchhandel bestellen und auch nicht bei Amazon. Aber mein Gott, es gibt schlimmeres. Ich selbst habe noch nie etwas bei Amazon bestellt und lebe immer noch. Du kannst das auch. Bestellt das Buch jetzt direkt beim Masselverlag, seit dem 1.12. ist es lieferbar.