Neulich am Alex

Neulich am Alex stand direkt an der Weltzeituhr ein Straßenmusiker, der genau diesen Song von Bob Dylan zum Vortrag brachte. Ich hatte das Album „Time Out Of Mind“, auf dem sich das Lied befindet, lange nicht gehört, und so brauchte es einen Moment, bis ich das Lied erkannte. Praktisch gleichzeitig erinnerte ich mich an einen Fahrgast im Taxi, eine junge Frau, die sich mit Bob Dylan auskannte, die sogleich den Song erkannte, der gerade bei mir im Taxi lief. Sie kannte sich wegen ihrer Eltern mit dem „Meister“ aus, die ihn oft gehört hatten zuhause. Dann erzählte sie mir von einem Running Gag, einen sich oft wiederholenden Witz, in ihrer Familie. Ähnlich dem Running Gag, dass mich Leute ständig nach Rumänien befragen, weil sie Bulgarien und Rumänien nicht auseinanderhalten können. Der Running Gag in der Familie der jungen Frau in meinem Taxi ging so: Wenn Du ein Lied hörst, das dir gefällt, Du aber nicht weißt, von wem es ist, kannst Du mit ruhigem Gewissen sagen, es sei von Bob Dylan – in den allermeisten Fällen hast Du Recht.

„Liebes Leben, danke“

Ein Freund hat mir gerade seine Hymne fürs neue Jahr geschickt. Es ist „Sólo Le Pido A Dios“ von Mercedes Sosa. Mir fällt ein, dass ich die argentinische Sängerin einmal live im Konzert gesehen habe. Das ist jetzt 40 Jahre her, Mercedes Sosa ist mittlerweile verstorben. Mercedes Sosa hat damals neben eigenen Liedern auch „Gracias A La Vida“ der chilenischen Sängerin Violeta Parra gesungen. Auch Violeta Parra ist schon tot. Wer noch lebt, ist Gerhard Schöne, den ich neulich noch einmal in einer kleinen Kirche in Ostdeutschland live gehört hatte. Das letzte mal war ich 1988 zu großen Open Air Konzerten von ihm gewesen, ebenfalls in Ostdeutschland. Obige Interpretation von Violeta Parras bekanntem Lied ist meine Hymne fürs neue Jahr: „Liebes Leben, danke“.

Räume dein Haus auf!

Energetische Wunderlampe

Pünktlich Null Uhr habe ich eine Hausreinigung bei mir gemacht. Das dazu nötige Energetische Hausreinigungsset wurde mir zu Weihnachten geschenkt. Jemand meint es gut mit mir. Was so aussieht wie Aladins Wunderlampe, ist eine Schale mit Sand, auf den ein kleines Stück glühende Kohle gelegt wird. Auf die Kohle wiederum legt man Weihrauch, Wacholderspitzen und Salbei. Weihrauch hat eine stark reinigende Wirkung, ebenso die Wacholderspitzen, die darüber hinaus „böse Geister“ vertreiben, und der Salbei, der zu den ältesten Räucherpflanzen überhaupt gehört, neutralisiert „negative Schwingungen“. Schwer zu sagen, ob eine einmalige Hausreinigung ausreicht. Wenn ich es richtig verstanden habe, soll man die Prozedur in regelmäßigen Abständen wiederholen. Was ich sagen kann, ist, dass es jetzt wie in einer orthodoxen Kirche bei mir riecht, was daran liegt, dass ich noch Weihrauch aus Bulgarien da hatte. Für mich hat die Hausreinigung auch eine übertragene Bedeutung: Du willst Dinge verändern? Dann räume zuerst dein Haus auf!