Kunst und Krieg

Aktuelles Graffiti in Berlin

Das öffentlich/rechtliche InfoRadio holt gerade wieder Putins Schattenflotte aus der Mottenkiste. Das wurde auch Zeit, denn von Putins Schattenflotte war lange keine Rede – im Gegensatz zu Putins Krieg. Sogleich frage ich mich, ob der Westen eventuell auch eine Schattenflotte hat. Bekanntlich hat der Westen auch seine Kriege, angefangen bei Vietnam bis hin zu Afghanistan. Dann fiel mir ein, dass jeder von uns einen Schatten hat. Nicht nur den, den er bei Licht wirft, sondern in sich. Unser Schatten ist sozusagen unsere dunkle Seite, die wir nicht sehen wollen. Nach C. G. Jung enthält der Schatten eines Menschen das, was seinem positiven aber naiven Selbstbild und seiner „Theatermaske“ entgegensteht. Jung war der Meinung, dass es wichtig ist, den eigenen Schatten zu kennen, wobei wiederum Träume helfen, um den Schatten nicht nach außen projizieren zu müssen, beispielsweise auf Putin. Was die „Theatermaske“ angeht, fällt mir Kafka ein, der sich schämte, als er bemerkte, dass das Leben ein Maskenball ist, und er mit seinem wahren Gesicht gekommen war. Dies auszuhalten, dabei hat Kafka seine Kunst geholfen. Von der Kunst meinte wiederum Nietzsche, dass wir sie haben, um nicht an der Wahrheit zu Grunde zu geh’n. Man kann auch an einem Krieg zu Grunde geh’n. Gerade wird wieder einer vorbereitet.

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