Gestern am Strand

Mein Hausarrest ist beendet, zumindest für den Moment. Auch auf Usedom taut es. Gestern war ich am Strand. Ich bin hingelaufen, obwohl er ganz schön weit weg ist. Dass ich gelaufen bin, hat auch damit zu tun, dass ich Fahrpläne nicht mehr verstehe. In dem Fall war es der Busfahrplan. Das Semester, in dem es um Sternchen und Fußnoten von Fahrplänen ging, muss ich irgendwie verpasst haben. Am Ende fuhr der Buss leer an mir vorbei. Da half auch kein winken. In Bulgarien hätte der Bus angehalten – nicht so in Deutschland. So bin ich gute zehn Kilometer gelaufen – hin zum Strand und wieder zurück. So viel hatte ich mir auch vorgenommen. Von daher war es OK. Was auch fehlt, ist die Sonne. Die hab ich schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen. Natürlich nicht nur ich. Alle anderen auch. Vielleicht sind wir deswegen so, wie wir sind. Ist jetzt nur eine Theorie. Muss nicht stimmen. In Bulgarien gibt es mehr Sonne. Und mehr Busfahrer, die auf offener Strecke halten, um Fahrgäste einzusammeln.

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