Leben in Zeiten von Corona – Heute: Vom Arbeitsuchenden zum Arbeitgebenden

 

Arbeit mit Ausblick

Vom Arbeitsuchenden zum Arbeitgebenden ist es manchmal nur ein kleiner Schritt. Auch wenn sich meine eigene Arbeitssuche auf dem Balkan bisher recht überschaubar gestaltet, gibt es in Bulgarien, wie der Volksmund zu Recht sagt, Arbeit genug für das gesamte chinesische Volk. Vielleicht bist auch du so wie ich gerade auf Arbeitssuche, oder du suchst aufgrund deiner nunmehr bescheideneren finanziellen Mittel eine andere Art Urlaub. In beiden Fällen bist du bei mir richtig und in guten Händen. Du bist also fündig geworden! Jetzt musst du dich nur noch auf den Weg machen, und zwar nach Sofia. Von Berlin aus fliegt sowohl Bulgaria als auch Ryan Air für wenig Geld in die bulgarische Hauptstadt. Von dort aus sind es dann keine 100 Kilometer mehr bis zu deinem Urlaubsort in 600 Meter Höhe und mit einem tollen Ausblick auf die knapp 2000 Meter hohen bulgarischen Twin Peaks (Foto). Bei mir musst du nichts bezahlen, nur etwas Arbeiten. Da ich selbst auf Arbeitssuche bin, kann ich dir leider nichts bezahlen, dafür biete ich freie Kost und Unterkunft an und, vielleicht das wichtigste, sinnvolle Tätigkeiten bei einem tollen Ausblick und sauberer Landluft. Dieses Jahr machen wir Holz, denn der Winter mit seinem Schnee und Eis hat einige Bäume abknicken lassen. Die machen wir klein, damit wir es im Winter warm haben. Wer lieber drinnen arbeitet, kann dort die Wände weißen und zuvor etwas spachteln. Kochen, putzen und sauber machen wir auch selber. Ein kluger Kopf meinte einmal, dass der ein Sklave sei, der länger als acht Sunden am Tag arbeiten muss. Vom Sklavendasein bist du hier weit entfernt, denn bei mir wird nur sechs Stunden am Tag gearbeitet. Den Rest des Tages hast du frei. Du kannst lesen, es gibt eine kleine Bibliothek, schreiben oder Musik hören. Du kannst auch kleine Wanderungen beispielsweise zu einem nahegelegenen Kloster unternehmen oder einfach nur runter ins Dorf gehen, wo es nicht nur zwei Kneipen, sondern auch eine Mineralquelle und ein Mineralfreibad gibt. Der Nachbarort ist einer der ältesten Kurorte Bulgariens mit prächtigen, jetzt leider verfallenden Gebäuden wie in Bad Homburg. Über unser Dörfchen, in dem du deinen Urlaub verbringen kannst, wird ohne zu übertreiben gesagt, er wäre der Kurort vom Kurort. Falls du jetzt neugierig geworden bist, dann kontaktiere mich, damit ich dir die Details nennen und alle deine Fragen beantworten kann. Ich freue mich auf deine e-mail an: taxi.berlin(ät)gmx.de

Angebot&Bild TaxiBerlin

Leben in Zeiten von Corona – Heute: TaxiBerlin auf Arbeitssuche in Bulgarien

 

Geschenk meines Bürgermeister für den Gastarbeiter aus Deutschland

Zwei Wochen bin ich nun schon auf dem Balkan, und noch immer gestaltet sich meine Arbeitssuche hier recht übersichtlich. Aber nicht nur das. Ehrlich gesagt überlege ich gerade, wenn ich gefragt werde, einen anderen Grund als die Suche nach Arbeit für meinen Aufenthalt in den Schluchten des Balkans zu nennen, nachdem mir Eingeborene nicht nur schon den Vogel gezeigt, sondern mich regelrecht für verrückt erklärt haben, nachdem ich ihnen wahrheitsgemäß geantwortet hatte. Ich habe auch schon zwei Alternativantworten ausprobiert. So kommt die Suche nach Eseln immer sehr gut an. Meist will man mir sogleich einen oder mehrere Esel aufschwatzen, allerdings welche auf zwei Beinen. Esel mit vier Beinen sind selbst in Bulgarien schwer zu kriegen. Mein Bürgermeister hat irgendwo obiges Grautier samt Blümchen für mich aufgetrieben. Er hat dafür weder Kosten noch Mühen gescheut, denn ich soll am 11. Juli seinen „Bruder Boiko“ wählen, damit er, also mein Bürgermeister, weiter Kohle von ihm bekommt, um im Dorf überhaupt etwas machen zu können. Beispielsweise die Wasserleitung den Berg runter reparieren lassen, denn die hat so viele Löcher, dass kaum noch Wasser unten im Dorf ankommt. Ein Dorf ohne Wasser, das ist nicht schön, in Bulgarien aber kein Einzelfall. Über mein Dilemma: Wählen oder kein Wasser, werde ich demnächst ausführlicher berichten. Jetzt zurück zu dem, was ich auf Balkans wirklich suche, nachdem ich das mit der Arbeit und auch die Suche nach Eseln mit vier Füßen vergessen kann. Und da hilft mir das Buch weiter, das ich gerade lese. Es handelt von dem Mazedonier „Alexis Sorbas“, und geschrieben hat des der Grieche Nikos Kazantzakis. Dazu muss man wissen, dass sich Griechen und Bulgarien bis heute um Mazedonien streiten. Auch deswegen ist es schwer, diesen Mazedonier zu finden. Eine Mazedonierin zu finden, ist dagegen viel leichter. Ich hab mal eine mit dem Namen Stasislava auf der Straße getroffen, einfach so, aber ich komme vom Thema ab. Einen Sorbas zu finden, und das wünsche ich jedem, dass er seinen Sorbas samt Bubulina findet, das ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Da aber in Bulgarien nichts unmöglich ist, kann ein jeder hier alles und jeden finden, selbst einen Sorbas. Mein Sorbas hat zusammen mit seiner Bubulina viele Jahre in Libyen gelebt, bevor sie jetzt in meine Dienste traten. Mein Sorbas kann praktisch alles, er weiß auch alles und ist mit allen Wassern gewaschen. Mein Sorbas hat es zum Beispiel fertig gebracht, in Libyen Schnaps zu brennen, und diesen an den muslimischen Mann zu bringen. Nachdem er sein (also mein) Tagwerk vollbracht hat, setzt er sich in die Sonne und sagt „Hamdurle“ (das hat er in Libyen gelernt und heißt so viel wie „Paradies“), während uns seine Bubulina das Essen serviert. So ein Typ ist mein Sorbas! Geht es nach dem Buch von Kazantzakis, gibt es im Dorf noch eine Witwe, und die wäre dann für mich. Komischerweise habe ich meinen Bürgermeister noch nie nach der Witwe gefragt. Das ist wieder typisch: An das wichtigste, also an mich selbst, denke ich mal wieder zum Schluss. Mit der Witwe ist es dann so, dass wenn sie mich ruft, und ich nicht zu ihr gehe, dass ich dann später nicht ins Paradies komme. Denn das ist das einzige, was Gott nicht verzeiht: Wenn eine Frau ruft, und der Mann geht nicht hin. Das meint zumindest mein Sorbas hier, der eigentlich Wasko heißt, und der mich mit „Jawohl, mein Führer!“ anredet, und den ich dann immer mit „Wasko for ever!“ zurück grüße.        Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.
Wasko, icke mit dem Grautier vom Bürgermeister, Bubulina

Fotos&Text TaxiBerlin

Leben in Zeiten von Corona – Heute: Vom Leben und der Ordnung in der Tonne

 

Dimiter Blagoew Straße
Sofia / Bulgarien
Dass jemand in einer Tonne lebt, das gab es schon mal, und zwar bei den alten Griechen. Die Tonne war damals ein Weinfass und der Mensch, der darin lebte, hieß wenn ich mich recht erinnere Diogenes. Keine Ahnung, ob Diogenes sich seine Schuhe auszog, bevor er seine Tonne betrat. Beim Bulgaren herrscht jedenfalls Ordnung, selbst beim Leben in der Tonne. Nicht umsonst werden die Bulgaren als die Preußen des Balkans bezeichnet. Überhaupt gibt es auf dem Balkan viel weniger Obdachlose. Selbst in Sofia, der Hauptstadt eines anderen Landes unseres schönen Kontinents, obwohl sich dieses kleine Land sehr am Rande befindet. Am Rande bedeutet aber nicht automatisch ohne Ordnung und Regeln. So ist es nicht. Es gibt sie nicht nur, sondern sie werden auch befolgt, wenngleich nicht von allen, das ist leider auch wahr. Die meisten befolgen sie, weil es eine Frage der Ehre ist, und nicht weil sie an sie glauben würden. So ist es nicht, also wie bei uns. Der Deutsche muss immer an etwas glauben, und wenn es das dümmste ist was es so gibt, unter dem macht er es nicht. Ist er einmal von etwas überzeugt, dann wird es allerdings sehr schwer, praktisch unmöglich, ihn vom Gegenteil zu überzeugen, weil er das, was er einmal glaubt, dann nicht mehr in Frage stellt. Hier ist der Deutsche ganz genau, und genau das macht ihn zum vielleicht gefährlichsten Wiederholungstäter weltweit und überhaupt. Wie die Ehre und das Befolgen von Regeln zusammenhängen, ist schwer zu erklären, insbesondere jemandem, der keine Ehre hat. Was ich noch erklären kann, ist die Ordnung, die beim Bulgaren in den eigenen vier Wänden herrscht, und von der ich immer wieder aufs Neue fasziniert bin, wobei fasziniert nicht das richtige Wort ist. Ich bin regelrecht inspiriert, bei mir selbst Ordnung zu schaffen. Deswegen bin ich eigentlich auch hier, was das Arbeitsamt in Berlin aber nicht wissen darf. Für die Agentur für Arbeit bin ich offiziell auf Arbeitssuche in Bulgarien. Doch zurück zu obiger Tonne in den Straßen von Sofia. Selbstverständlich habe ich einen Blick in die Tonne geworfen, dessen Bewohner seine Schuhe vielleicht nicht in Reih und Glied, aber doch ordentlich vor seiner Wohnung abgestellt hat. Der Deutsche würde vermutlich daran vorbei gehen, weil ihm die Schuhe nicht ordentlich genug abgestellt sind. Aber da, wo die Schuhe stehen, ist noch öffentlicher Raum. Etwas, was auch hier immer mehr verschwindet. Die Tonne selbst ist Privat, sie gehört dem Menschen, der darin wohnt. Du kennst doch den Slogan: Den Wohnungen denen, die darin wohnen, oder? Und weil das Innere der Tonne privat und in Bulgarien ist, herrscht dort die größte Ordnung, die du dir vorstellen kannst. Auch in Sachen Ordnung ist beim Bulgaren alles umgedreht: Oberflächlich und nach außen hin sieht alles wie ein großes Chaos aus, aber im Inneren herrscht Ordnung. Jedenfalls mehr als bei uns, wo es im Inneren vieler Menschen eine große Unordnung und ein großen Durcheinander gibt.   Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.

Foto&Text TaxiBerlin

Leben in Zeiten von Corona – Heute: Im Taxi mit Sascha Lobo

 

Der falsche Prophet – Der mit der Spritze
Um es gleich am Anfang zu sagen: Sascha Lobo saß mir nicht im Taxi. Als „cooler“ Mensch von heute fährt Sascha Logo vermutlich auch Uber und kein Taxi. Aber wenn Sascha Lobo Taxi fahren sollte, und ich noch Taxi fahren würde, hätte ich ihn selbstverständlich befördert. Ich hätte ihn aber nicht nur befördert, weil das Taxi eine Beförderungspflicht hat, im Gegensatz zur Schönen Neuen Uber-Welt, sondern auch um ihm meine Meinung zu seiner letzten Spiegel-Kolumne zu sagen. Das Taxi ist einer der wenigen Orte, an dem man noch seine Meinung sagen kann. Dazu später mehr.
Sascha Lobo, wer ihn nicht kennt, ist „Strategieberater mit den Schwerpunkten Internet und digitale Technologie“, der sich neuerdings auch mit Viren auskennt, also eine Art Bill Gates – allerdings für Arme. Das Markenzeichen von Sascha Lobo ist sein roter Hahnenkamm. Wegen seiner aufwändigen Frisur muss er viel Zeit vor dem Spiegel verbringen, wogegen nichts einzuwenden ist, im Gegenteil, denn dort richtet er weniger Schaden an als im Spiegel. Wegen der vielen Zeit, die er vorm Spiegel verbringen muss, kommt Sascha Lobo gar mehr zum Nachdenken. Es gilt auch hier die Faustregel: Je aufwändiger die Verpackung, umso inhaltloser die Person. Ein Umstand, der leider immer öfter als „cool“ durchgeht, wobei „cool“ nichts anderes als kalt bedeutet, also tot.
Trotzdem darf Sascha Lobo eine Kolumne für den Spiegel schreiben, was andererseits keine Überraschung ist, denn auch der Spiegel ist tot. Sascha Lobo schreibt dort über eine „Kalte Impfpflicht“, die er befürwortet. Den Kalten Krieg muss Sascha Lobo irgendwie verschlafen haben. Mit der „Kalten Impfpflicht“ verhält es sich nämlich ähnlich wie mit dem Kalten Krieg: Er kann ganz schnell zu einem heißen werden. Aber gut, so lange er kalt, also praktisch tot ist wie der Autor und der Spiegel, kann das natürlich nicht passieren. Sascha Lobo schreibt in seiner Kolumne, dass es zur Impfung durchaus unterschiedliche Meinungen gibt, aber ein Impfzwang sei nun mal „wissenschaftlicher Konsens“. Das stundenlange Sitzen vorm Spiegel hält Sascha Lobo nicht nur vom eigenen Denken ab, sondern auch vom Gang ins Internet, und das als „Strategieberater mit den Schwerpunkten Internet und digitale Technologie“. Bloß nicht mit anderen Meinungen belasten!
In Bulgarien, einem kleinen, anderen Land unseres schönen Kontinents, in dem ich mangels Kundschaft in meinem Berliner Taxi gerade nach Arbeit suche, lassen sich auch Menschen impfen, genauso wie sie irgendwas im Gesicht tragen, wenngleich nicht überall, und vor allem keine Staubmaske wie bei uns. In dem Dorf, wo ich täglich nach Arbeit grabe, trägt niemand eine Maske, das machen nur Menschen in der Stadt, und dort auch nur im Supermarkt. Sollte man sie einmal vergessen haben aufzusetzen, wird man freundlich darauf hingewiesen und nicht angeschnauzt und beleidigt, wie das in Deutschland an der Tagesordnung ist. Diese „coole“ oder besser tote, weil völlig emphatielose Art ist in Bulgarien unbekannt. Und trotzdem ist sie es, die mir selbst in knapp zweitausend Kilometer Entfernung immer noch Angst macht: Diese typisch deutsche „Genauigkeit“ und Rechthaberei bei gleichzeitiger völliger Unwissenheit, die sich allerdings als Allwissenheit geriert, obwohl sie eigentlich nur die totale Ignoranz des anderen und seiner Meinung ist – mit einem Wort: Menschenverachtung.
Die in Bulgarien (noch) vorhandene Empathie drückt sich vor allem darin aus, dass man den anderen samt seiner Meinung so sein lässt, wie er ist. Darüber hinaus darf jeder sagen, was er denkt, beispielsweise auch im öffentlich/rechtlichen Radio. Bei dem hier allseits beliebten Talk-Radio kann nicht nur jeder anrufen, sondern er kommt auch zu Wort, jede Meinung wird Wert geschätzt, niemand wird vom Moderator von oben herab belehrt, dass seine Haltung die verkehrte sei. In Bulgarien ein Unding und etwas, was es auch einmal in Berlin gab, und zwar Anfang der Neunziger beim „Sprechfunk“ von und mit Jürgen Kuttner. Der aktuelle Versuch eines „Sprechfunk“ Remakes hat damit nichts am Hut. Dieses Wissen von früher und die wiederholte Erfahrung in Bulgarien, dass es auch anders geht, hat mich schon frühzeitig zu meinem Motto in meinem Taxi inspiriert, in dem man zwar nicht telefonieren, dafür aber alles sagen durfte, sogar die Wahrheit.
Sascha Lobo, der Mann mit dem roten Hahnenkamm, der besser vorm als im Spiegel aufgehoben wäre, hätte ich, wäre er mir ins Taxi gestiegen, folgendes mit auf dem Weg gegeben. Du bist für eine „Kalte Impfpflicht“? Dann geh ins Krankenhaus und sprich mit den Schwestern und Pflegern, denn unter ihnen gibt es sehr viele, die sich nicht impfen lassen wollen. Ich gehöre als gelernter Krankenpfleger dazu. Solltest du danach immer noch fürs Zwangsimpfen sein, dann lass dir von den Kolleginnen und Kollegen die Stricke und Knebel fürs Fixieren zeigen. Das ist jetzt kein Quatsch! Ich selbst habe schon einmal mitgeholfen, einen Menschen gegen seinen Willen eine Spritze zu verpassen. Es ist nichts, worauf ich Stolz bin – ganz im Gegenteil.
Wer eine Zwangsimpfung fordert, und nichts anderes tut Sascha Lobo, der muss nicht erklären, dass er nicht „mit übergroßen Furor“ gegen die Nachteile der Ungeimpften kämpfen wird, „denn sie werden Nachteile haben“, das weiß selbst ein Sascha Lobo. Eine solche Aussage ist vielleicht „cool“, aber auch wohlfeil. Überhaupt geht es doch um etwas ganz anderes, lieber Sascha Lobo. Wer wie du Zwangsimpfungen gutheißt, der muss auch bereit sein bis zum Äußersten zu gehen. Die folgende Frage richtet sich nicht nur an Sascha Lobo, sondern an jeden einzelnen: Wie weit bist du persönlich bereit zu gehen? Wenn du nicht bereit bist, bis zum Äußersten zu gehen, das sind denke ich die wenigsten, dann solltest du zumindest schweigen, wenn du schon keinen Respekt und kein Mitgefühl mit Andersdenkenden hast, armer Sascha Lobo!
Video BobDylan
Text TaxiBerlin

Leben in Zeiten von Corona – Heute: Mein altes Leben im neuen

 

Mein altes Leben als Taxifahrer war vielleicht nicht ideal, aber doch irgendwie besser als das „neue Normal“. In meinem alten Leben bin ich viele Jahre Nachtfahrer gewesen. Da Nachtfahrer zufällig das Thema der morgigen Ausgabe von „Hier spricht TaxiBerlin“ ist, wird mich Kollegin Sonja in ihrer Sendung in meinem neuen Leben in den Schluchten des Balkans anrufen, um sich mit mir über mein altes Leben als Nachtfahrer in Berlin unterhalten. Du kannst dabei sein, du musst dazu nur um 19 Uhr dein Radio einschalten oder ins Internet gehen. In Berlin ist die 57. Ausgabe von „Hier spricht TaxiBerlin“ auf Pi-Radio unter 88.4 MHz zu hören, in Potsdam unter 90.7 MHz und als Livestream auch weltweit. Verpasse es nicht, denn sonst weißt du nicht, wie das Leben früher war. In meinem alten Leben war nicht alles schlecht, wie auch obiges Video beweist. Was es damit auf sich hat, wird in der morgigen Sendung in einer einfachen Sprache erklärt. Wage nicht es zu verpassen!  Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.
Video YouTube
Text TaxiBerlin

Leben in Zeiten von Corona – Heute: Good Bye Berlin, Hallo Bulgaria

Göhrener Straße
früher Prenzlauer Berg / heute Pankow
Heute startet sie nun, meine Arbeitssuche im Europäischen Ausland. Gestern war ich deswegen noch einmal in Mitte. Dort sah ich viele junge Menschen, diesmal mit anderen, ganz neuen Augen. Noch nie kamen sie mir so unverbunden vor, mit Berlin, mit anderen, aber vor allem mit sich selbst. Es waren durchaus schöne Menschen darunter, aber sie schauten alle gleich aus – „irgendwie individuell“. Und nein, die meisten trugen keinen Jogginganzug, schließlich war ich in Mitte und nicht in Neukölln. Trotzdem trifft wohl auch auf die Menschen in Mitte zu, was Karl Lagerfeld über Menschen im Jogginganzug gesagt hat, und zwar dass sie die Kontrolle über ihr Leben verloren haben, vielleicht sogar noch mehr als die Menschen in Neukölln. Ich verlasse heute Mitte und Neukölln, und darüber freue ich mich, denn ich kann diese Menschen nicht mehr sehen. In Bulgarien gibt es keine schönen Menschen. Die sind alle in Mitte. Trotzdem fühle ich mich wohler dort. Ich habe jetzt auch herausgefunden, wo ich mich vor Ort melden muss, was mir das Amt hier nicht sagen konnte. Ein Bulgarische Journalistin konnte mir Ort, Straße, Nummer, Telefon und Etage, in dem sich das Office befindet, sofort nennen. Auch die Journalistin ist keine schöne Frau, dafür weiß sie aber im Gegensatz zu hiesigen Journalisten Bescheid. Sie konnte mir sogar sagen, dass dort vier Frauen in einem Raum arbeiten. Und auf die freue ich mich, auf diese vier Frauen, die in einem Raum arbeiten. Sicherlich sind auch sie keine Schönheiten, denn sonst wären auch sie in Mitte. Mit Sicherheit haben sie aber (noch) nicht die Kontrolle über ihr Leben verloren.                Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.
Foto&Text TaxiBerlin