Es ist jetzt einige Zeit her, dass mir Nora Tschirner im Taxi saß. Nora Tschirner ist Schauspielerin und wohnte damals bei mir um die Ecke im Friedrichshainer Kiez, weswegen ich sie auch in meinem Taxi hatte. Sie stieg mir nicht alleine ein, sondern mit einem Kollegen vom Film, mit dem ich mich sogleich anfing zu unterhalten. Irgendwie hatten wir ein Thema gefunden (welches genau, habe ich vergessen), das uns beide nicht wieder los ließ. Das passte Nora Tschirner damals gar nicht, dass es nicht um sie ging, weswegen sie recht bald intervenierte und mein Gespräch mit ihrem Kollegen nicht nur unterbrach, sondern beendete. Ich erinnere mich daran, weil Nora Tschirner ganz aktuell über ihren Burn Out und ihre Depressionen spricht. Man findet das mehrteilige Interview auf YouTube, ich kann es nur wärmstens empfehlen. Nora Tschirner berichtet darüber, wie sie sich selbst in eine Klinik eingewiesen hat, und dass sie dort gefragt wurde, wann sie früher als Kind am glücklichsten gewesen sei. Ihre Antwort ist bemerkenswert, sie nennt zwei Situationen: Einmal immer mit Tieren, was ich nicht nur verstehe, sondern nur unterstützen kann. (Friedrich Nietzsche meinte dazu, dass wir deswegen so gerne in der Natur sind, weil diese keine Meinung über uns hat.) Da sich fürs menschliche Wohlbefinden Esel besonders gut eignen, sei mir an der Stelle der Hinweis auf HappyDonkeys erlaubt, die auch du vielleicht bald in Bulgarien besuchen kannst. Weiterhin sagt Nora Tschirner in dem Interview, dass sie sich immer dann am wohlsten gefühlt hat, wenn sie nicht im Mittelpunkt stand, wenn ihre Eltern nicht ihren Focus auf sie hatten. Diese Aussage der Schauspielerin war es, die mich an die Situation mit ihr in meinem Taxi zurückdenken ließ. Dort war es genau umgedreht. Nora Tschirner stand nicht im Mittelpunkt, und das störte sie offensichtlich so sehr, dass sie mein Gespräch mit ihrem Kollegen beenden musste. Ich fand das damals merkwürdig. Dass es sich jetzt, viele Jahre später, aufklärt, finde ich gut. Dass auch hier unsere internalisierten Eltern dahinter stecken, für die wir selbst dann noch irgendwie zu sein haben (meist leider nicht wir selbst), also eine Rolle spielen sollen, wie es auch der Beruf des Schauspielers vorsieht, selbst wenn wir schon lange erwachsen sind, ist keine Überraschung für mich. Trotzdem danke ich der Schauspielerin für ihr offenes und ehrliches Interview! Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.
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Morgen, Dienstag den 11. Mai 2021, ist meine Premiere auf der Laienbühne. Du kannst dabei sein, indem du einfach morgen wieder hier vorbeischaust. Ob es die Bretter sind, die die Welt bedeuten, kann ich (noch) nicht sagen, immerhin ist die LaienBühne in Wien, und die Ankündigung meines Beitrags „Auf Berlin habe ich verzichten müssen“ klingt vielversprechend:
„Die größte Ungerechtigkeit beim Taxifahren ist, dass ich als Taxifahrer immer dorthin fahren muss, wo der Fahrgast hinwill und nicht dahin, wo ich denke, dass er hingehört. Selbst wenn ich das nach all den Jahren meist besser wusste als mein Fahrgast.“
Das „Wir impfen euch alle“ der Antifa geht mir nicht aus dem Kopf. Am Montag werde ich losgehen und mich bei den Genossen fürs Zwangsimpfen zur Verfügung stellen. Mir ist eingefallen, dass ich früher bereits dumme Schweine zwangsgeimpft habe. Mit dem Zwangsimpfen ist es wie mit dem Fahrradfahren, so etwas verlernt man nicht. Beim Zwangsimpfen von dummen Schweinen kann man auf phantastische Art und Weise seine Wut und Aggressionen abreagieren, daran erinnere ich mich noch sehr gut. Ausserdem kann ich endlich unter Beweis stellen, wie sehr ich bei Corona dabei bin. Ich meine, Impfen kann nicht jeder, und Zwangsimpfen praktisch gar keiner. Es soll sogar Geld geben fürs Zwangsimpfen, und nicht wenig, aber das ist mir egal. Ich bin auch nicht der Kohle wegen Taxi gefahren, sondern wegen der vielen Zeit, die ich in meinem Taxi zum Nachdenken hatte. Dass die Antifa so antifaschistisch ist, wie der Antifaschistische Schutzwall es war, besser bekannt als Die Mauer, das ist mir schon lange klar. Das muss aber unter uns bleiben, nicht dass ich deswegen noch Applaus von der falschen Seite bekomme. Womöglich noch von den dummen Schweinen, die sich nicht impfen lassen wollen, weswegen sie zwangsgeimpft werden müssen. Ich kann es kaum erwarten, meine Wut und auch meine Aggressionen beim Zwangsimpfen an den dummen Schweinen abzureagieren. Warum ich so wütend und aggressiv bin? Das weiß ich gar nicht so genau, aber es hängt irgendwie mit der Angst und Panik zusammen, die seit über einem Jahr geschürt werden. Seit Monaten sehe ich über jeder Maske nur noch dumme Schweineaugen, die zwangsgeimpft werden wollen. Das ist die Wahrheit. Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.
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