Linke Linke

Was ist denn da wieder bei mir um die Ecke im grünen Kreuzberg los? Endlich sollten dort die Prophezeiungen der Obergrünen Katrin Göring-Eckardt „Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich darauf!“ wahr werden, aber es kommt gar keine Freude auf. Ganz im Gegenteil. Von Veränderungen in Form einer Flüchtlingsunterkunft in der Nachbarschaft will man plötzlich nichts mehr wissen. Würde dies in Marzahn oder Hellersdorf passieren, wäre der Fall klar. Das sind alles Nazis da im Osten. Hier um die Ecke sind es „nur“ linke Linke. Bleibt die Frage: Wo genau ist der Unterschied zwischen linken Linken und Nazis? Wie hält man sie auseinander?

Dritte-Advent-Empfehlung

Aktuell am Schlesischen Tor

Erst einmal ist es natürlich schön, wenn Leute überhaupt noch denken. Also selber denken. Das ist nicht mehr selbstverständlich. Immer mehr überlassen heute das Denken Maschinen. Und wer noch selber denkt, soll nur noch das denken, was erlaubt ist. So verstehe ich obige Aufforderung. Der Bulgare in mir zieht es in Betracht, dass das Gegenteil besser wäre. Die Box ist für meinen inneren Bulgaren die Komfortzone, die viele nicht verlassen wollen, aber demnächst wohl müssen. Meine Dritte-Advent-Empfehlung: auf den inneren Bulgaren hören und mit dem Denken anfangen.

Ignorant oder Sexist

Ein neuer Trend: Tarn-Leggins

Immer mehr Menschen tragen Leggins, nicht nur in der Zentrale des deutschen Irrenhauses, sondern im ganzen „Schland“. Die allermeisten von ihnen sind Frauen. Zumindest „lese“ ich als Mann sie als Frauen. Apropos, und um das einmal ganz klar zu sagen: Ich bin kein CIS-Mann oder wie immer das heißen mag – ich bin einfach nur ein MANN! So wie Muddy Waters es in „Mannish Boy“ besingt: „I’m a Man – spell M A N !“ – Zurück zu den Frauen mit den Leggins, von denen es wie gesagt immer mehr gibt. Manche tragen neuerdings Tarn-Leggins (siehe oben). Trotzdem, oder besser: genau deswegen, sind sie nicht zu übersehen. Und das möchte Frau auch nicht, dass Mann sie übersieht. Übersehe ich die Frau, bin ich mindestens Ignorant, wenn nicht gar Patriarch. Sehe ich mir die Frau in ihren Leggins allerdings an, dann bin ich Sexist. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, was ich machen soll. So oder so – Mann kann es Frau einfach nicht Recht machen.

Meanwhile in Bulgaria

Während ich versuche, irgendwie in der Zentrale des deutschen Irrenhauses zu überleben, dirigiert mein englischer Freund Jerry, der am liebsten Deutscher wäre, in Bulgarien ein ganzes Orchester. Das Orchester dort ist international, die Musiker kommen nicht nur aus Bulgarien, sondern auch aus Albanien, Argentinien und sogar aus Japan. Letztes Jahr war Jerry noch in Deutschland auf Tour. Die Deutschen fand er damals schon heruntergezogen und verstopft. Heute sind sie, so meine Beobachtung, kurz vorm Durchdrehen. In Jerrys Orchester sind noch keine Deutschen. Auf der Bühne ist aber auch kein Platz mehr. Dort sitzen 55 Musiker. Im Zuschauerrraum ist aber noch Platz, auch für verstopfte Landsleute kurz vorm Durchdrehen. Dort sitzen bisher nur 43 Zuhörer.

Echte Probleme

Aktuell in Kreuzberg

In der Zentrale des deutschen Irrenhauses hat man noch echte Probleme. Ist Diana noch eine Deutsche oder nicht? Und was ist mit Andrea? Der Bulgare in mir sagt: Hätte schlimmer kommen können. Stell Dir vor, man hätte nach den Pronomen oder gar nach dem Geschlecht gefragt!

Warum eigentlich?

Aktuell im Wedding

Der ein oder andere hat es mitbekommen: Neuerdings darf man gegen den Krieg sein, ohne als gefallener Engel aus der Hölle, Putinversteher oder gar Putinknecht beschimpft zu werden. Sogar „Linke“, besser: linke Linke, sind jetzt gegen Krieg. Genau genommen gegen die Wehrpflicht, die weitere Fragen aufwirft. Und nicht nur die, warum nun zwar Nationalstolz (also Schwarz-Rot-Gold, von dem zuviel Braun ergeben soll – O-Ton Die Ärzte) erlaubt sein soll, aber niemand mehr „unsere Demokratie“ verteidigen will. Vor allem aber, warum es plötzlich nur noch zwei Geschlechter gibt, und niemand sich darüber beklagt, dass nur der Mann in den Krieg ziehen soll. Am Ende ist er, wenn er dann endlich tot ist, ein guter Mann. Praktisch genauso wie früher beim Genozid an den Indianern (den Native American): Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer. Warum eigentlich?

Hurra, wir verblöden!

In Bulgarien sind die Leute einfach, aber nicht dumm. In Deutschland ist es andersrum. Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dann wurde er vorgestern von der ARD geliefert. Immerhin, einhundert Landsleute haben mitgemacht. Ich persönlich kenne keinen, der sich das anschaut, geschweige denn dass er den Schwachsinn glauben würde. Selbst mein guter alter Freund Serdar durchschaut die Staatsfunk-Propaganda. Liegt vielleicht daran, dass er Türke ist. Ich weiß es nicht.