Zurück in Bulgarien (100) – „Haltung und Handwerk“

Ein weiterer Grund in der Ferne mit dem Kopf zu schütteln, ist die Verleihung des „Blauen Panthers“ (ab 7:40) Mitte Oktober an Dunja Hayali durch den bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder, der ganz alleine die Entscheidung getroffen hat. Seine Entscheidung (ab 8:15) begründet er so: „Es ist tatsächlich so: Ich habe mich mit mir beraten, weil ich bin ja sozusagen die Einzeljury und ich wollte die Auszeichnung machen, die ein Statement ist. In dieser zerfasernden und zerklüfteten Demokratie, ist es so wichtig, dass Menschen Haltung zeigen.“ Die Preisträgerin verbindet nach Meinung von Markus Söder die richtige Haltung mit professionellem Handwerk, weil sie auf Demonstrationen war und sich dort mit den Menschen unterhalten? oder doch mehr Haltung gezeigt hat? – Dass man auf Demonstrationen geht, will man über sie berichten (bei den meisten Berichten insbesondere in Deutschland hatte man den Eindruck, sie wurden im Homeoffice geschrieben), sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Ebenso, dass man sich fragt, was man verkehrt gemacht hat, wenn man vom bayrischen Ministerpräsidenten einen Preis erhält. – Nicht so Dunja Hayali, die den „Ehren-Preis“ artig annimmt.
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Zurück in Bulgarien (099) – „Blick von außen“

Blickt man von außen, in meinem Fall aus Bulgarien, auf Deutschland, kommt man aus dem Kopf schütteln nicht mehr heraus. Ein Beispiel: „Lauterbach ruft jetzt wieder zum Impfen auf“ – Keine Schlagzeile vom vergangenen Jahr, sondern aus dem Spiegel von gestern. In Bulgarien ruft niemand zum Impfen auf, sondern zum Frieden, und das von höchster Stelle. Präsident Rumen Radev hat neulich noch den Ukrainischen Präsidenten bei seinem Staatsbesuch in Bulgarien ganz offiziell dazu aufgefordert, nun endlich Friedensverhandlungen mit Russland aufzunehmen. Doch zurück zu Corona. In Bulgarien ist Impfen kein Thema und war es auch nie wirklich. Höchstens in dem Sinne, dass sich die Menschen gefragt haben, wo man sich die so genannte Impfung kaufen kann. Bill Gates soll die Zeit genutzt und seine Corona-Impfstoff-Aktien abgestoßen haben. Deutschland scheint einmal mehr das Land der Ewiggestrigen zu sein. Aufarbeitung der Corona-Zeit? Leider Fehlanzeige! Man macht einfach weiter. Allen voran Karl Lauterbach – und natürlich der Spiegel.
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Zurück in Bulgarien (098) – „Bei uns im Land“

Falls auch Du zu denen in Deutschland gehörst, die ihr Land nicht wiedererkennen, bist auch Du in Bulgarien bestens aufgehoben. Denn – auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole – Deine Sachen sind schon da. Anfangen bei der Musik (oben).

Aber auch Deine geliebte deutsche Ordnung, die es ebenso auf dem Balkan gibt. Nicht umsonst werden die Bulgaren die Preussen des Balkans genannt.
In Bulgarien scheißen sogar die Hunde in geraden Linien
Auch Du kannst hier Deine Ordnung schaffen: Bring Deine Schilder an!
Der Doppel-Wums, Verzeihung Doppel-Bums: BUM BUM, ist auch schon da
Kannst Du Dir kein Holz leisten, dann setz Dich auf eine Speicher-Warmhalteplatte
… und lass Dein Geld Deinen WalkingBot für Dich arbeiten!
„science&play“ anstelle von „Follow the science“

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Zurück in Bulgarien (097) – „Abbaden“

Neulich war ich in meinem kleinen Mineralbad im Wald abbaden. Abbaden steht in gewisser Weise im Schatten vom Anbaden. Aber wer anbadet, muss auch abbaden. Das ist wie mit dem A und dem B sagen. Da ich im Sommer erst in Berlin, dann in Kalifornien und danach wieder in Berlin war, hat mein kleines Mineralbad im Wald etwas Grün angesetzt. Thomas Bernhard hätte „naturgemäß“ dazu gesagt. „Naturgemäß“ war eines der Lieblingsworte von Thomas Bernhard. In Bulgarien kommt zur Natur die Altersstruktur der Bevölkerung hinzu. In meinem Dorf leben beispielsweise nur alte Menschen. Überall, wo ich hinkomme, bin ich der jüngste. So ein Jungbrunnen hat aber auch seine Nachteile. Denn alte Menschen gehen „naturgemäß“ nicht in den Wald baden, geschweige denn dass sie ein Bad im Wald sauber machen. Trotzdem war ich nicht alleine beim Abbaden. Neben Algen und all dem anderen Grünzeug leisteten mir drei Frösche Gesellschaft – „naturgemäß“:

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„Corona-Impfung: Das musst Du jetzt wissen!“

„Corona-Impfung: Das musst Du jetzt wissen!“ – Es ist noch nicht so lange her, da hätte man einen solchen Titel bei Monitor oder beim Spiegel gefunden. Insbesondere dann, wenn eine Impfung keine Impfung sondern russisch Roulette ist. Das meint zumindest Prof. Dr. med. Paul Cullen, seines Zeichens Facharzt für Laboratoriumsmedizin und Molekularbiologe, der ein medizinisches Labor in Münster leitet und an der dortigen Universität unterrichtet. Dass Marc Friedrich, ein Finanzexperte und Sachbuchautor, das Interview mit ihm führt und nicht Öffentlich/Rechtlich, die mit dem Bildungsauftrag, und auch nicht der Spiegel, zeigt die totale Misere, in der sich die Medien in Deutschland derzeit befinden.
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Zurück in Bulgarien (096) – „dumm oder naiv?“

Was ich in Bulgarien am meisten vermisse, ist die deutsche Sprache. Umgedreht vermisse ich in Berlin am meisten die Berge Bulgariens. Grauen tut mir vor den vielen stumpfen Menschen in Deutschland, und da vor allem in Berlin. Ich kann es nicht oft genug wiederholen: die Menschen sind oft einfach in Bulgarien, aber nicht dumm. Ein Beispiel: offiziell liegt die Impfquote bei 30 Prozent, da sich viele die Impfung gekauft haben, dürfte sie in Wirklichkeit nur 20 Prozent betragen. Auch deswegen braucht es keine Aufarbeitung der Corona-Zeit in Bulgarien, die in Deutschland bitter nötig wäre: „Pandemie der Ungeimpften“, „Möge die gesamte Republik mit dem Finger auf sie zeigen“, „Gefährliche Sozialschädlinge“ und vieles andere mehr … – Noch ein Beispiel, ein aktuelles: am 2. Oktober berichtete die Tagesschau der ARD über Proteste in Bulgarien. Die Protestierenden kommen in dem Beitrag von ÖR folgendermaßen zu Wort: Die Demonstranten werfen der Regierung deshalb vor, geldgierig zu sein. „Diese Energiewende wird nicht so stattfinden, wie man sagt. Man wirft den Menschen Lügen an den Kopf.“ Die Tagesschau der ARD fast zusammen: Aus Stimmen wie diesen spricht ein tiefes Misstrauen gegenüber der Regierung. – Dass ein solches tiefes Misstrauen berechtigt ist, nicht nur in Bulgarien, hat die Impfung bewiesen. Hätte das gestimmt, was die Regierung in Deutschland über sie gesagt habt („geimpft, genesen oder gestorben“), würde kaum noch jemand am Leben sein in Bulgarien. Woher man bis heute angesichts schwerer Impfnebenwirkungen und erhöhter Übersterblichkeit in Deutschland das Vertrauen in die Regierenden nimmt, ist mir ein Rätsel. Hätte ich nicht die für einfache Bulgaren typische Empathie in mir, auch für Deutsche, würde ich es wohl Dummheit nennen. So bleibe ich bei Naivität.

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Zurück in Bulgarien (095) – „Arbeite nicht mit Roma“

Bulgarische Prostituierte „arbeiten nicht mit Roma“ – so steht es oft in ihren Anzeigen im Internet. Ich lasse Roma für mich arbeiten, und das kam so: Mein Bürgermeister hatte sein Wahlversprechen eingelöst und mir fünf Kubikmeter Holz zukommen lassen. Sein zweites Wahlversprechen waren Arbeiter, die mir das Holz klein machen. Da es in unserem Dorf keine Arbeiter gibt, es leben hier nur alte Menschen, musste mein Bürgermeister welche im Nachbarort organisieren. Er schickte mir eine Familie: Vater, Mutter & vier Kinder. Der Patriarch, er war zehn Jahre jünger als ich, dafür doppelt so schwer, kontrollierte die Arbeiten. Ich musste also nur ihn kontrollieren. Seine Frau arbeitete mit und vier von seinen fünf Kindern, der jüngste war in der Schule. Für alle anderen gilt wie eingangs geschrieben, dass hiesige Prostituierte nicht mit ihnen arbeiten. Selbst nennen sie sich Zigeuner, aber angesichts der Sprachpolizei im weltweiten Netz müssen sogar bulgarische Prostituierte auf ihre Sprache achten. In Bulgarien stellen sie die zweitgrößte Minderheit dar, deren genaue Größe auch Wikipedia nicht kennt: „machen 4 bis 9 % der Bevölkerung aus„. Im Nachbarstädtchen, wo sie ihr eigenes Viertel haben, ist ihr Anteil größer, entspricht ein einem Drittel der Einwohner. Doch zurück zu meinem Holz und dem zweiten Wahlversprechen, das mein Bürgermeister eingelöst hat, was mir regelrecht unheimlich ist. Jetzt nicht wegen der Zigeuner-, Verzeihung Roma-Familie, sondern weil ich es gar nicht gewohnt bin, dass Wahlversprechen eingelöst werden. Mein Bürgermeister hat es auch deswegen getan, weil morgen Kommunalwahlen sind und er gewählt werden will. Aber nicht nur, wir sind auch Freunde. Mir bleibt also nichts anderes übrig, als morgen zur Wahl zu gehen. Wen ich wähle, steht auf einem anderen Blatt. Auch in Bulgarien sind Wahlen geheim und frei. Da nun aber kein anderer als Bürgermeister arbeiten will, steht nur mein Bürgermeister auf dem Wahlzettel. Dass kein anderer als Bürgermeister arbeiten will, liegt daran, dass alle anderen Einwohner meines Dorfes alt sind. Da sie darüber hinaus auch keine Kohle haben, kommen sie als Kunden hiesiger Prostituierte nicht in Frage. Warum bulgarische Prostituierte trotzdem nicht mit Roma arbeiten, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich persönlich kann über ihre Arbeit nichts Negatives sagen. Dank ihrer guten Arbeit habe ich jetzt Holz für die nächsten zwei, wenn nicht gar drei Jahre vor der Hütte:

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