Es geht wieder los

Erst kam Corona, danach der Krieg und dann noch die Inflation. Aber angefangen hat alles mit Toilettenpapier. Also dem Mangel an ebendiesem. Jetzt geht es mit dem Mangel wieder los bzw. weiter. Das Toilettenpapier für den Herbst ist limitiert, dafür aber mit „Herbstduft“. Was immer „Herbstduft“ sein mag (beim Hersteller scheint man es auch nicht so genau zu wissen: „Autumn – Is That You?“), er erinnert mich an Bulgarien, wo praktisch alles parfümiert ist, von Toilettenpapier über Taschentücher bis hin zu Servietten. So gesehen ist der „Herbstduft“ des limitierten Herbst-Toilettenpapiers der Marke „Kokett“ auch ein Beweis für die fortschreitende Balkanisierung.

PS: In Bulgarien heißt meine Lieblings-Toilettenpapier-Marke übrigens „Gran Finale“.

Krieg als Rettung

Aufgezeichnet am 15. Juli 2025

Der ein oder andere hat es mitbekommen. Bundeskanzler (Sch-)Merz will uns gerade einen Krieg verkaufen, allerdings scheibchenweise. Dr. BlackRock Merz sagte neulich, dass wir zwar noch nicht im Krieg, aber auch nicht mehr im Frieden leben würden. Nur, wie nennt man das, wenn man nicht mehr im Frieden lebt? Genau: „Ja, wir sind im Krieg!“ – So auch der Titel meines obigen Interviews mit dem bekannten Psychotherapeuten und Bestsellerautor Hans-Joachim Maaz, das ich bereits am 15. Juli in Halle/Saale geführt habe. – Bleibt die Frage: Wann kommt nun (endlich) der Krieg? Die „bitter-paradoxe Antwort“ findet sich auf Milosz Matuscheks „Freischwebender Intelligenz“: Er [der Krieg] kann nur dann als Lösung verkauft werden, wenn vorher alles so zerstört wurde, dass der Krieg als „Rettung“ verkauft werden kann und nicht, wie jetzt, als Problem erscheint.

Ein bulgarischer Witz

Jürgen Kuttner im Roten Salon

Gestern Abend war ich spontan in der Volksbühne. Ein Freund hatte mich eingeladen zu einer von der Partei „Die Partei“ organisierten Veranstaltung zum Thema „Krieg und Frieden“. Im Roten Salon der Volksbühne gab es ein Wiedersehen mit Jürgen Kuttner, der in den Neunzigern das deutsche Talk-Radio in Berlin erfunden hat. Kuttner sprach im Rahmen seiner bekannten „Video-Schnipsel“ zum Thema. Am Ende ließ er den Dramatiker Heiner Müller zu Wort kommen, und zwar mit einem bulgarischen Witz. Müller muss irgendeine spezielle Beziehung zu Bulgarien gehabt haben. Möglicherweise war er wie wir alle auch ein Bulgare, der die Dinge gerne mal auf den Kopf stellt. Der bulgarische Witz von Heiner Müller beschreibt die Tagebuchaufzeichnungen eines Partisanen. Am Montag schreibt dieser in sein Tagebuch, dass sie die Faschisten aus dem Wald vertrieben hätten, am Dienstag wiederum hätten die Faschisten die Partisanen aus dem Wald vertrieben, am Mittwoch die Partisanen die Faschisten und am Donnerstag dann wieder die Faschisten die Partisanen. Am Freitag aber kam der Förster und vertrieb sowohl die Partisanen, als auch die Faschisten aus dem Wald. – So weit der bulgarische Witz. Der eigentliche Witz war aber, dass weder Jürgen Kuttner, noch Heiner Müller den Witz verstanden hat. Das war zumindest mein Eindruck.

PS: „Der Krieg ist uns gewiss: warum sollten wir nicht heiter sein?“ (frei nach Friedrich Nietzsche)

Gestern Abend vor der Volksbühne

Völlig verdreht

„Eine Beziehung ist schlecht fürs Geschäft.“ – So steht es im Spiegel aus Hamburg. Der Beitrag dreht sich um eine „der erfolgreichsten Streamerinnen Deutschlands“. Ihr Name ist Anna Gazanis. Falls Du diesen Namen noch nie gehört hast: Keine Sorge, mir geht es genauso. Du musst nur wissen, dass sie „OnlyFans“ macht. Bei „OnlyFans“ ziehen sich Frauen im Internet gegen Geld aus. „Doch ständige Sexualisierung nervt sie.“, also Anna, schreibt der Spiegel weiter. Aber warte mal: Ist Sexualisierung nicht ihr Geschäftsmodell? Aber es wird noch besser. Spiegel-Autor Pascal Mühle stellt fest, dass eine Beziehung schlecht fürs Geschäft sei. Das Motto des Spiegel-Gründers Rudolf Augstein war: „Sagen, was ist!“ Als halber Bulgare weiß ich, dass viele Dinge oft genau umgedreht sind, als sie uns auf den ersten Blick erscheinen. – „Lieber Pascal Mühle, wenn eine Beziehung für dich schlecht fürs Geschäft ist, dann bist Du völlig verdreht und deine Welt steht auf dem Kopf.“

Der Euro – Das Ticket für die Titanic

Anti-Euro-Demo am 31. Mai in Sofia

Am 1. Januar soll der Euro in Bulgarien eingeführt, obwohl die Mehrheit der Bulgaren dagegen ist, was in der Zentrale des deutschen Irrenhauses mit dem schönen Namen „Unsere Demokratie“ mal wieder niemanden interessiert. Das ist keine Überraschung. Nach „Wer Nazi ist, bestimmen wir!“ gilt auch hier: „Was Demokratie ist, bestimmen wir!“ – Die Überraschung könnte allerdings auf dem Fuße folgen, und zwar wenn Bulgarien zum zweiten Griechenland wird, die Einführung des Euros in Bulgarien der Anfang vom Ende der Gemeinschaftswährung ist. So sagt es Das Bulgarische Orakel.

„safer sex regel no. 1“

In der ostdeutschen Provinz

In der Provinz ticken die Uhren noch etwas anders, insbesondere in der ostdeutschen – zumindest in das mein Eindruck. Während in Berlin, der Zentrale des deutschen Irrenhauses namens „Unsere Demokratie“, dazu aufgerufen wird, Nazis zu töten, soll man dort „nur“ keinen Sex mit ihnen haben. Und noch etwas ist anders. Nicht die „Antifa“ sondern die AIDS-Hilfe ruft dazu auf. Bleibt die Frage, wer hier bestimmt, wer Nazi ist und wer nicht. Auch wieder die „Antifa“, die so antifaschistisch ist wie der der antifaschistische Schutzwall es einst war, oder die AIDS-Hilfe?

Nato tötet

Passend zu „Krieg tötet“ ein Film darüber, wie die Nato tötet. „Toxic Nato“ lief gestern in einem kleinen Kino in West-Berlin. Thema des Films ist die von der Nato bei ihrem völkerrechtswidrigen Krieg Ende der Neunziger gegen Jugoslawien, genauer gegen Serbien, eingesetzte Uran-Munition. Heute soll die Nato dieselbe Munition, die Menschen an Krebs erkranken und sterben lässt, an die Ukraine liefern. Auch hier kann man sich nur wundern, warum Klimabewegte dies nicht bewegt.