Bevor das Video gleich wieder gelöscht wird, veröffentliche ich es auf meiner Seite. Es kommt übrigens auch eine Bulgarin vor, die in Wien lebt und gerade ein Deja-Vu hat. Auch der von mir immer wieder erwähnte Maskenmob, vor dem ich mich in den Schluchten des Balkans in Sicherheit gebracht habe, kommt im Interview vor.
Gestern war ich auf dem Bahnhof, der früher mein zu hause war. Außer mir war nur noch eine Taube in dem Bahnhofsgebäude, die aber schon tot war. Sie lag neben einem Mülleimer an einem Pfeiler, an dem sich auch ein Fernsprecher befindet. Daneben, an der Trennscheibe einer nach oben führenden Treppe, ist ein Schild mit der Aufschrift „Emergency Phone 112 in Bulgaria“ in Großbuchstaben angebracht. Ich war das einzige noch lebende Geschöpf auf dem Bahnhof, Züge fahren dort nicht mehr. Obwohl die Taube auf dem Boden neben dem Mülleimer an einem Pfeiler scheinbar tot war, überlege ich immer noch, ob ich nicht die 112 hätte wählen sollen.
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Auch die „Vier Phasen der Planung“ habe ich, wie das allermeiste und vor allem alles Wichtige in meinem Leben, auf der Straße, meiner Universität, gelernt. Das war, als ich noch kein auf dem Trockenen sitzender Taxifahrer war. Gutsituierte Geschäftemacher aus Amerika hatten mir Armen (offensichtlich war ich gar nicht so arm, sonst hätte sich der Raub wohl kaum gelohnt) noch nicht die Arbeit geraubt, denn es gab Fahrgäste für mich, die mich vieles gelehrt haben, zum Beispiel die „Vier Phasen der Planung“.
Die „Vier Phasen der Planung“ sind wichtig, weil man dazu geneigt ist zu glauben, dass es so etwas wie Planung nur in der Planwirtschaft gab. Vielen meinen nun, dass es, nachdem die Planwirtschaft abgewirtschaftet hat, keine Planung mehr geben würde. Dem ist nicht so. Nein, auch in der „Marktkonformen Demokratie“ (O-Ton Angela Merkel) wird geplant, beispielsweise mittels des „Break Even Points“ („BEP“). Der „Break Even Point“ („BEP“) wird routinemäßig bei der Planung eines jeden Geschäftes berechnet, weil er darüber Auskunft gibt, ab wann ein Geschäft Gewinn abwirft, oder mit anderen Worten: ob es sich lohnt oder nicht. Ich komme später auf den „BEP“ zurück.
Jetzt erst einmal zu den „Vier Phasen der Planung“, die bis heute ihre Gültigkeit nicht verloren haben, da sie systemübergreifend sind. Um dies anschaulicher zu machen, erkläre ich die „Vier Phasen der Planung“ anhand eines aktuellen Beispiels:
„Phase Eins: Euphorie“: In dieser ersten Phase erklärt ein falscher Prophet, der oftmals das zu bekämpfende Problem erst selbst geschaffen hat, einen Krieg, mitunter auch den totalen Krieg, verspricht den Sieg, manchmal sogar den End-Sieg, und wird von den Menschen, die an ihn glauben, in der Regel aus Angst, euphorisch gefeiert.
„Phase Zwei: Ernüchterung“: Die Ernüchterung löst bald die Euphorie ab, ganz einfach weil der Plan nicht geschafft, der (End-)Sieg im (totalen) Krieg nicht errungen werden kann. (Es folgt meist ein Truppenabzug, der wie ein Sieg gefeiert, besser: verkauft wird.)
„Phase Drei: Suche“: Nach der anfänglichen Euphorie und der Ernüchterung folgt nun die Suche, und zwar die nach den Schuldigen. (Da die Schuldigen die Suche selbst veranlassen, wird bei ihnen in den allermeisten Fällen nicht nach Schuldigen gesucht.)
„Phase Vier: Bestrafung“: Nachdem kein Schuldiger gefunden wurde (China fällt aus, weil die Amerikaner in den dortigen Labors forschen lassen haben), werden in dieser Phase, in der wir uns im Moment (mal wieder) befinden, komplett Unschuldige bestraft. Dies geschieht insbesondere durch Verleumdung (z.B. durch Bezeichnungen wie „Leugner“, „Idioten“, „Schwurbler“ u.v.a.m.)., Falschaussagen (beispielsweise durch selbst ernannte „Fakten-Checker“, eine Art moderner „Schwarzer Kanal“), Mundtot machen (z.B. Kanal abschalten und dabei seine Hände in Unschuld waschen – das ist wichtig!), weiter durch Berufsverbot (aktuell in Italien) und am Ende Gefängnis oder Psychiatrie (kommt als nächstes).
Alles nicht schön und auch nicht gut aber wohl wahr, wird jetzt der ein oder andere sagen. Nur, was hat das jetzt mit der Planung eines Geschäftes zu tun? Das fragen sich immer mehr Menschen nicht nur in Deutschland, sondern im Westen allgemein. In Bulgarien, wo das Vertrauen in Planer (hier: Geschäftemacher) und deren großartigen Plänen (hier: Geschäften) traditionell wenig ausgeprägt ist, stellt sich niemand diese Frage. Das bedeutet aber nicht, dass der Bulgare nichts von Geschäften versteht. Das Gegenteil ist der Fall. Geht man davon aus, dass die Forschung nach dem Impfstoff (nicht die Erforschung des Virus’!) vom Steuerzahler, also von uns allen bezahlt wurde, dürfte der „Break Even Point“ („BEP“) für die Impfindustrie und ihre Share-Holder schon lange erreicht sein, so sagt der Bulgare (selbst wenn man die Kosten für die Erfindung des Virus’ abzieht). Aber warum wird dann immer noch an diesem Geschäft festgehalten? Auch darauf weiß der Bulgare eine Antwort. Aus dem Geschäft ist eine „Cash Cow“ geworden, die es zu melken gilt, solange sie Milch gibt. Die „Cash Cow“, die man melken soll, so lange sie Milch gibt, ist nicht neu, auch kein Geheimnis und schon gar keine Verschwörungstheorie, sondern steht in jedem Handbuch der Betriebswirtschaftslehre (BWL).
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Gerade erreicht mich ein Hilferuf aus der Heimat. Ein guter Freund, der mir vor einem halben Jahr noch vorgeworfen hatte, ich hätte nur ein Thema, schreibt mir nun, dass ich Recht gehabt habe und bittet mich um Hilfe beim Austritt aus einer Sekte, die mein Thema war und bis heute ist. In diesem Punkt hatte er, der gute Freund, nicht ganz Unrecht. Das Thema beschäftigte und beschäftigt mich, und das sogar sehr. Zu meiner Verteidigung kann ich sagen, dass ich mir das Thema nicht ausgesucht habe, sondern es mir jeden Tag aufs Neue aufs Auge und auf die Ohren gedrückt wird, und das bis heute und nicht nur mir. Natürlich werde ich dem Freund helfen. Es ist auch nicht das erste Mal, dass Menschen in den Schluchten des Balkans untertauchen, nachdem zuvor in ihrer Heimat der Wahnsinn ausgebrochen war. Der Balkan ist nicht nur für seine hilfsbereiten Menschen, sondern auch für deren Gastfreundschaft bekannt. Praktisch muss mein Freund nur herkommen, ins „Land Of The Freaks“, wie Bulgarien unter Insidern genannt wird. Hört sich einfach, ist in diesen Tagen nicht ganz so einfach, wie es einmal war, aber nicht unmöglich. Von Berlin nach Sofia sind es zwei Stunden, Flieger gibt es praktisch jeden Tag und die Tickets sind bezahlbar. Das Schwierigste ist wohl, vorher in der Heimat, aber vor allem im Kopf bei den „Zeugen Coronas“ auszutreten. Dabei kann ihm niemand helfen, das muss mein Freund alleine hinbekommen.
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