Leben in Zeiten von Corona – Heute: Das „Ehrenwort“ – Ich lach mich tot

 

Höre gerade im Öffentlich/Rechtlichen Info-Radio, das angeblich das „Warum?“ so liebt, dass die uns Regierenden der CDU ihr Ehrenwort gegeben hätten. Daraufhin bin ich vor Lachen vom Stuhl gefallen, weswegen ich nicht mitbekommen habe, worum es bei diesem Ehrenwort geht. Das ist, glaube ich, aber auch egal. Denn das mit dem Ehrenwort ist eine Wiederholung, das hatten wir schon mal. Obiger Ehrenmann namens Barschel, der auch noch die Frechheit besaß, sein falsches, heute sagt man wohl gefaktes, Ehrenwort zu wiederholen, lag bald darauf tot in der Badewanne. Darüber erfährt der geneigte Hörer leider nichts im Öffentlich/Rechtlichen Info-Radio, das wie gesagt das „Warum?“ (Wer nicht fragt bleibt dumm!) so liebt. Die falschen Ehrenwortgeber von heute können, so hoffe ich, dagegen mit einem fairen Prozess vor einem Untersuchungsausschuss, möglicherweise den für Corona, hoffen. Wenn das kein Fortschritt ist, dann weiß ich auch nicht.     Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.
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Text TaxiBerlin

Leben in Zeiten von Corona – Heute: Wenn Demonstrationen was ändern würden …

wären sie verboten!

Den meisten wird aufgefallen sein, dass seit einiger Zeit nicht mehr jede Demonstration erlaubt wird. Woran es nun genau liegt, dass manch eine Demonstration nicht erlaubt wird, da gehen die Meinungen auseinander. Wir haben da noch Glück. Wir leben in einer Demokratie, in der es die Meinungsfreiheit gibt. Andere können nicht einfach so sagen, dass es mit den Demonstrationen möglicherweise ganz genauso ist wie mit den Wahlen: Wenn sie was ändern würden, wären sie verboten. Da die heutige Taxi-Demo der SXF TAXI GRUPPE, also der vom Flughafen Schönefeld, erlaubt ist, geht von dieser Demonstration offensichtlich keine Gefahr für die von „unserer“ Regierung (Nicht meine Bundeskanzlerin! Die Mitläuferin muss weg!) unter dem Deckmantel einer angeblichen Modernisierung des Personenbeförderungsgesetzes geschaffenen rechtsfreien Räume aus. Ich persönlich habe die Hoffnung aufgegeben, dass die kriminellen Machenschaften von Uber&Co durch Demonstrationen gestoppt werden können. Aber auch da haben wir Glück, dass wir in einem Rechtsstaat leben, in dem Widerstand zur Pflicht wird, wenn Unrecht zu Recht wird. Der genaue Wortlaut von Artikel 20 Absatz 4 Grundgesetz, das für das gesamte deutsche Volk gilt, lautet: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, habe alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“      –      Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.

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Leben in Zeiten von Corona – Heute: Nicht alle Latten am Zaun

 

So sieht es aus

Früher fragte man den, der die Tür nicht zubekam, ob er Säcke vor der Tür hätte. Auf dem Balkan habe manche gar keine Türen, sondern nur einen Vorhang oder Teppich. Dann gab es da noch diese überaus erfolgreiche Rockband aus Kalifornien, die sich „Die Türen“ nannten. Und klar, mein Taxi hatte auch Türen, vier an der Zahl waren vorgeschrieben, sonst war es kein Taxi, was vermutlich bis heute gilt. Aber dass alle durch diese eine Tür wollen, wie jetzt bei Corona, obwohl man links und rechts einfach vorbeilaufen kann, weil der Zaun fehlt (vermutlich ist der schon auf dem Balkan), das scheint mir eine von diesen dummen deutschen Ideen zu sein, von denen es viel zu viele gibt. Der Flughafen, den man nicht eröffnen wollte, oder die Mauer, die man nicht bauen wollte, oder jetzt die Impfpflicht, die es nicht geben soll, um nur drei zu nennen. Wagner, zu dem die Schönen und Reichen (Politiker sind dort bestenfalls wohlgelitten) bis neulich nach Bayreuth pilgerten, war es glaube ich, der sagte, dass Deutsch-sein bedeute, etwas um seiner selbst willen zu tun. Und das stimmt wirklich, so ist der Deutsche gestrickt, einfach, aber man kann sich auf ihn verlassen, selbst in seiner Beschränktheit. Bei Freund Nietzsche liest sich das so: „Ein Deutscher ist großer Dinge fähig, aber es ist unwahrscheinlich, dass er sie tut. Denn er gehorcht, wo er kann, wie das einem an sich trägen Geiste wohl tut.“ In Berlin ist so mit das schlimmste, was dir passieren kann, wenn dir einer sagt, dass du nicht alle Latten am Zaun hast. Wenn jetzt, wo es gar keinen Zaun mehr gibt, immer noch alle durch die eine Tür, die übrigens nicht abgeschlossen ist, gehen wollen und das möglichst gleichzeitig, ist, so denke ich, die höchste Stufe von nicht alle Latten am Zaun haben erreicht.     Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.

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Leben in Zeiten von Corona – Heute: Der Gedankenverbrecher

Bethaniendamm 21
früher Kreuzberg / heute Friedrichshain-Kreuzberg

„1984“ von George Orwell verkauft sich gerade wie geschnitten Brot. Seit November habe ich es insgesamt zehnmal (10x) in meinem Bauchladen verkauft. Zuletzt als Hörspiel, das ich mir, bevor ich es verschickt habe, noch einmal angehört habe. Gleich am Anfang wurde dort die Hauptperson, ein gewisser Winston, als Gedankenverbrecher bezeichnet, was sogar gestimmt hat. Selbst die Kinder der Nachbarin haben das sofort durchschaut, also in dem Hörspiel jetzt. Von daher ist es immer besser, seine Gedanken zu kontrollieren, vorausgesetzt dass man es kann. Für mich muss ich sagen, dass ich bis heute nicht verstehe, nicht verstehen will, wie man seine Gedanken kontrollieren kann, weswegen ich in Sachen  eigener Gedankenkontrolle ein Ungläubiger, ein Gedankenverbrecher bin. Was mir festzustehen scheint, ist, dass wenn du deine Gedanken nicht kontrollierst, es jemand anders tun wird. So gesehen mache ich mir als Gedankenverbrecher, der seine Gedanken nicht kontrollieren kann und auch nicht will, keine Sorgen um die Kontrolle meiner Gedanke durch Dritte.      Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.

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Leben in Zeiten von Corona – Heute: Wovon Journalisten einen Orgasmus bekommen und was nach der Impfung kommt

 

In meinem Taxi habe ich mir wirklich alles und jeden angehört, und so auch Itzo Hazarta, den Rapper des Jahres in Bulgarien, einem kleinen Land am Rande unseres schönen Kontinents. Itzo, den ich neulich, also vor Corona, noch im Lido gesehen und gehört habe, beantwortet in obigem Song eine Frage, die ich mir schon seit Ewigkeiten stelle. Es ist die Frage, was Journalisten heute umtreibt, was sie heiß macht, wenn du soll willst. Itzo Hazarta, der einst der bekanntesten Band Bulgariens überhaupt mit dem schönen Namen „Upsurt“ („Absurd“ – das Wort, das das Leben auf dem Balkan und möglicherweise demnächst auch deines perfekt beschreibt, absichtlich verkehrt geschrieben) angehörte und nicht umsonst Rapper des Jahres ist, weiß natürlich die Antwort (1:13) „idva i orgasyma ot hubava saplata“, was auf Deutsch heißt: „sie kriegen einen Orgasmus von ihrem schönen Gehalt“. OK, das ist jetzt nicht wirklich neu. Nur, dass es nicht nur Journalisten auf dem Balkan betrifft, das ist bei dem ein oder anderen noch nicht angekommen. Aber Itzo weiß mehr als nur, wovon Journalisten heutzutage einen Orgasmus bekommen. Itzo weiß auch, was nach der Impfung kommt (2:21): „remonta na remonta na remonta na remonta na remonta …“, was auf Deutsch heißt: „die Impfung nach der Impfung nach der Impfung nach der Impfung nach der Impfung …“ – Facebook bekommt in dem Song „Saradi tebe“ – „Wegen dir“, in dem es darum geht, dass immer jemand anders Schuld am eigenen Unglück haben muss, auch sein Fett weg (2:32), aber das ist in Bulgarien, wo der Auftritt von Itzo Harzarta und seinen Buchlesenden Damen (0:15) im römischen Amphitheater von Plowdiw sowohl im nationalen Fernsehen als auch im bulgarischen Radio übertragen wurde, ein alter Hut, dass Facebook nicht nur dumm macht und die Menschen verblödet, was nun auch hierzulande nicht mehr zu übersehen ist, und darüber hinaus kriminell ist wie Uber, weswegen ich mir solche radikalen Rapper wir Itzo Hazarta aus Bulgarien, dem es ganz wichtig ist, dass seine Landsleute ganz ohne Maske zusammenkommen können (2:10), auch für unser schönes Land wünsche, damit wir auch in Zukunft gut und gerne in ihm leben.   Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.
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Leben in Zeiten von Corona – Heute: Danke, Corona!

 

In der Pandemie in die Zukunft investieren

Heute vor einem Jahr war meine letzte Taxischicht. Seitdem bin ich ein Trockener Taxifahrer, dem man die Fahrgäste genommen hat. Taxifahren war nicht nur irgendein Job für mich, sondern Taxifahren war mein Leben. Das ist keine Übertreibung, das ist die Wahrheit. Dementsprechend groß war die Trauer über das verlorene Leben. Auch weil mir von Anfang klar war, dass es das Ende ist, weil ich mir von Anfang an nicht vorstellen konnte, mich noch einmal ins Taxi zu setzen. Warum ich mir das nicht vorstellen konnte, lag auch mit daran (aber nicht nur), dass ich lange genug im Taxi saß. Am Ende waren es 25 Jahre, ein Vierteljahrhundert, die ich im Taxi verbracht habe. Trauer über diese lange Zeit und über ihr Ende ist ganz normal. Ich erwähne das, weil trauern heute nicht mehr selbstverständlich ist. Die Menschen habe keine Zeit mehr zum Trauern, oder glauben keine Zeit mehr zu haben. Im letzten Jahr wurde einem das Abschied nehmen und damit auch das Trauern nicht gerade leicht gemacht. Manch einer hatte nichts besseres zu tun, als gleich in die Zukunft zu investieren. Es gibt solche Menschen, die ihr Humankapital, oder was sie dafür halten, sofort wieder auf den Markt werfen, werfen müssen. Ich gehöre nicht zu ihnen. Auch ein Jahr nach meiner letzten Schicht weiß ich noch nicht wirklich, was ich machen will, machen werde. Was ich weiß, ist, was ich nicht will, wie zum Beispiel kein Taxi mehr zu fahren, und noch vieles andere. So gesehen hat die Pandemie einiges bei mir bewirkt, im Gegensatz zu vielen anderen. Um ehrlich zu sein, muss ich Corona dankbar sein, für die vielen Perspektiven und Sichtweisen, die mir das Virus eröffnet hat. Wer hätte das gedacht, dass ein klitzekleiner Erreger, vor allem aber Aufreger, solche Resultate zeitigt. Diese und der steinige Weg zu ihnen lassen sich am besten in den Worten Zarathustras von Freund Nietzsche zusammenfassen „Ich bin allein!“ und „Alles ist falsch!“, um mit diesen abzuschließen: „Mit meinen Tränen gehe in deine Vereinsamung, mein Bruder.“          –           Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.

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