Das ist der neueste Slogan meiner Bank in der Heimat. Kein Scheiß jetzt! Früher hat man den Jammer-Ossi bedauert, heute will man einer werden. So ändern sich die Zeiten. Andererseits bewahrheitet sich endlich das, was der Ossi schon immer über den Westen gesagt hat: „Im Westen ist alles besser – da sind sogar du Dummen dümmer.“ Was den Osten angeht, den wollten damals viele nicht besuchen. Und einige aus dem Westen waren bis heute nicht dort. Genauso ist es mit Osteuropa. Die meisten können bis heute Bulgarien und Rumänien nicht auseinanderhalten. Das ist dabei sich zu ändern. Selbst im tiefsten Westen ist man dabei zu realisieren, dass das „gute Leben“ vorbei ist. „Gutes Leben“ ganz bewusst Anführungszeichen, weil es immer auch falsches Leben war.
Ich hatte die Bilder neulich schon einmal veröffentlicht, wenngleich in umgedrehter Reihenfolge. Aus aktuellem Anlass veröffentliche ich sie noch einmal. Es geht um einen mir unbekannten israelischen Schriftsteller, der in Berlin weilt, um genau zu sein im Soho-Haus (einst erstes Kreditkaufhaus Berlins, während der Zeit des Nationalsozialismus diente das Gebäude der Hitlerjugend und später der SED), und der in einem Interview mit der Berliner Zeitung folgende drei Sätze über Deutschland sagt: „Deutschland ist für mich eines der am wenigsten verrücktesten Länder der Welt. Aber irgendwann wird euch der Wahnsinn auch erreichen. Wenn man mich in einem schwachen Moment erwischt und mich fragt, wie ich die Zukunft sehe, sage ich, dass auch die westliche Welt bald im Krieg sein wird.“ Der erste Satz lässt vermuten, dass er von Deutschland keine Ahnung hat. Das bestätigt sogleich der zweite Satz, denn der Wahnsinn hat Deutschland schon lange erreicht, spätestens mit Corona. Der Wahnsinn ist auch als 2G-Regel bekannt: „geimpft oder genesen“. Der Autor hinkt da zeitlich hinterher oder ihm fehlen schlichtweg die Informationen. Seine Analyse, was einen Krieg angeht, teile ich. Kriegsgrund für ihn ist allerdings, „dass die Russen erst Polen und dann Deutschland überfallen werden“. Ich denke, in einer Analyse, die diesen Namen verdient, sollte nicht fehlen, dass Deutschland der Ukraine zuvor den Taurus samt Personal geliefert hat, um damit Russland anzugreifen. Vielleicht meint der Autor mit dem Wahnsinn, der uns irgendwann erreichen wird, auch einfach nur genau diese Pläne von Friedrich Merz.
Spätestens jetzt, wo am selben Tag Papst Franziskus stirbt und Klaus Schwab zurücktritt, hat es nun auch der letzte mitbekommen, dass wir es mit einer riesigen Verschwörung zu tun haben. Okay, vielleicht (noch) nicht in Deutschland, aber in Bulgarien. Hier werden bereits Messen für den neuen Papst gelesen. Dass Klaus Schwab neuer Papst wird, ist nur folgerichtig. Denn ein größerer Menschenfreund als Papst Franziskus ist nur noch Klaus Schwab (und vielleicht noch Bill Gates – der wird der nächste Papst. Klaus Schwab ist immerhin auch schon 88.)
Auch in Bulgarien gibt es Humana Second Hand. Möglicherweise gibt es hier sogar Sachen, die es bei Humana in der Heimat nicht gibt, z.B. diese T-Shirts für sechs Lewa (drei Euro) das Stück. Sicher bin ich mir allerdings nicht. Da es die T-Shirts hier in größerer Stückzahl und in verschiedenen Größen gibt, gehe ich aber davon aus, dass für jeden eins dabei ist. „Jeder bitte nur ein Shirt!“. (In Anlehnung an: „Jeder nur ein Kreuz!“ in Monthy Python’s „Life of Brian“.) Auch wenn in Bulgarien „Garanzija? -Fanzija!“ gilt (Wer Garantie möchte, soll nach Frankreich gehen!), ist die Wahrscheinlichkeit doch sehr groß, dass ein jeder später beweisen kann, dass er im Widerstand war.
PS: Im Normalfall kauft irgendsoein blöder Bulgare das T-Shirt, der gar nicht weiß, was draufsteht. Wenn der dann irgendwann auch nach Deutschland auswandert, wird er dort vielleicht als Held gefeiert. Du machst dich besser umgehend auf den Weg. Damit es später nicht wieder heißt, du hättest mal wieder von nichts gewusst.
Ostern isst man in Bulgarien traditionell Lamm. Als braver Deutscher esse ich Insekten. Zum einen, weil ich genug von ihnen habe. Zum anderen, weil auch ich das Klima retten will. Mir selber helfen kann ich nicht, aber das Klima retten. Bei meinen Insekten handelt es sich um Wanzen. Wer kennt sie nicht, die kleine Wanze, die auf der Mauer auf der Lauer sitzt. Früher auf der Berliner Mauer, heute auf der Brandmauer. Geht es nach Willy Brandt, wird sie fallen und Berlin wird leben. Doch zurück zu den Insekten. Seit ich erfahren habe, dass ein junger Mann aus meinem Dorf regelmäßig Schweinehälften aus Deutschland holt, offensichtlich kann man in Bulgarien keine Schweine mehr züchten, bin ich Vegetarier geworden. Um ehrlich zu sein, tue ich mich schwer damit. Jetzt nicht, weil Hitler, der übrigens heute Geburtstag hat, auch Vegetarierer war. Obwohl man angesichts dieser Tatsache schon darüber nachdenken sollte, ob man nicht doch besser Carnivorer wird. Sicher ist sicher! (Ich sehe schon die Parole vor mir: „Vegetarier sind Faschisten!“ – in Anlehnung an: „AfD-Wähler sind Nazis!“.) Was die Insekten angeht: Sie sind einfach nicht nach meinem Geschmack. Vor allem dann nicht, wenn sie so stinken wie Wanzen. Aber was macht man nicht alles, um das Klima zu retten. Oder auch wenn man sich Lamm nicht leisten kann.
Dass Ostern bei Katholiken und Protestanten einerseits und in den orthodoxen Kirchen andererseits auf das gleiche Datum fällt, ist ungewöhnlich. Aber in diesem Jahr ist das so. Ausnahmsweise feiern alle das Osterfest gemeinsam am 20. April. Ausgerechnet an Hitlers Geburtstag. Das muss man sich einmal vorstellen! Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, sehe ich es als Zeichen, endlich mit der Spaltung und dem Krieg aufzuhören. Insbesondere deswegen, weil uns, so sieht es zumindest im Moment aus, ein neuer großer Krieg bevorsteht. In der Heimat scheint man es gar nicht erwarten zu können, endlich in den Krieg zu ziehen. Dem deutschen Wesen soll von bösen Menschen der Pazifismus aus den Genen getrieben werden, bevor die Welt wieder an ihm genesen soll. Vom Kampf Gut gegen Böse ist die Rede, wobei der Russe immer der Böse ist. Der Bulgare in mir zieht es in Betracht, dass es auch umgedreht sein könnte. Dazu muss man wissen, dass – ich erwähnte es bereits mehrfach – in Bulgarien nicht nur vieles anders, sondern einiges genau umgedreht ist. Der bulgarische Volksmund sagt beispielsweise über böse Menschen, dass sie ihre Strafe bekommen werden. Meinen Landsleuten in der Heimat sage ich das, was man hier in Bulgarien zu Ostern sagt: „Wahrlich, er ist auferstanden.“ Die Tradition will, dass man dabei nach der Messe gemeinsam dreimal um die Kirche geht. Der Pope, der vorneweg geht, sagt dabei: „Christus ist auferstanden.“, worauf die Gläubigen hinter ihm antworten: „Wahrlich, er ist aufstanden“.