„Der Friederich, der Friederich , das war ein arger Wüterich“

Anderen finden auf dem Flohmarkt die Blaue Mauritius – ich das Rote Telefon. Aber nicht nur das! Es ist auch noch die Nummer vom Wladimir drauf. Oder war es die vom Wolodymir? Egal, es ist ein und derselbe Name. Er kann sowohl Welt- als auch Friedensherrscher bedeuten. Gerade lese ich, dass man bei der Berliner Zeitung auf die großartige Idee gekommen ist, sowohl das amerikanische ChatGPT als auch das chinesische DeepSeek zu fragen, wie der Ukrainekrieg endet. Die Antworten sollen unterschiedlich sein. Komisch, oder? Wird uns nicht ständig erzählt, dass wir in Zukunft besser alles der Künstlichen Intelligenz (KI) überlassen sollten, weil die es angeblich immer besser weiß. Für mich ist KI Teufelszeug. Und wenn es dafür noch eines Beweises bedurfte, dann liefert ihn die Berliner Zeitung. Denn KI ist immer nur so klug wie derjenige, der sie programmiert hat. Wer wirklich wissen will, wie der Ukraine-Krieg ausgeht, der braucht das Rote Telefon. Im Moment sieht es so, dass man nicht die Nummer vom Wladimir, sondern die vom Friedrich braucht, auch wenn die Bedeutung der Namen ganz ähnlich ist. Der männliche Name Friedrich setzt sich nämlich aus den althochdeutschen Wörtern „fridu“ für Friede, Schutz und „rîhhi“ für mächtig, reich, Fürst zusammen. Damit bedeutet Friedrich so viel wie „der Friedensfürst“, „der an Frieden Reiche“, „Friedensherrscher“, „mächtiger, schirmender Herrscher“.

Hoffen wir, dass das stimmt. Möglicherweise trifft aber auch „Die Geschichte vom bösen Friederich“ von Heinrich Hoffmann zu, die mit diesen Worten beginnt: „Der Friederich, der Friederich, das war ein arger Wüterich!“

Deutschlandticket – Ja oder Nein?

Irgendwann demnächst komme ich nach Deutschland zurück und schon jetzt quält mich die Frage, ob ich mir wieder ein Deutschlandticket holen soll oder besser nicht. Hatte ich mich in der Vergangenheit „nur“ über die Verwahrlosung der öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin beklagt, scheint die Nutzung der Bahn mittlerweile im wortwörtlichen Sinne lebensgefährlich geworden zu sein. Spricht man es aus, so wie die Journalistin Julia Ruhs, kann das richtig nach hinten losgehen. Es ist nicht auszuschließen, dass ihr Beitrag bald nicht mehr abrufbar ist. Vor allem deswegen veröffentliche ich ihn hier auf meiner Seite. Aber auch, damit man in der Heimat eine Vorstellung davon bekommt, warum mir bereits jetzt vor der Rückkehr graut. Denn in Bulgarien ist eine solche verlogene „Debatte“ („Tiefpunkt der Berichterstattung“, „rechtspopulistischer Quatsch“, „migrationsfeindliche Narrative“) wie in Deutschland, nur weil jemand sagt, dass der Kaiser keine Kleider trägt, undenkbar.

„Bis heute erzählt unsere Stadt die Geschichte von Tod, Leid und Verderben.“

Gestern vor 80 Jahren begann die Schlacht um Berlin, die verloren war, noch ehe sie begann. Obwohl man noch heute die Zerstörung erkennen kann, will man (mal wieder) gegen Russland ziehen. In Bulgarien gibt es jede Menge Verfall, die man auch als Zerstörung bezeichnen kann, auch wenn kein Krieg erklärt wurde oder gar stattgefunden hat. Flächendeckender Verfall kann ganz schön runterziehen. Was hilft, ist die Natur. Daran, dass vieles aufgrund des Verfalls und der enormen Abwanderung nicht funktioniert, kann aber auch sie nichts ändern.

„NATO will Dritten Weltkrieg von Rumänien aus starten!“

Für mich, der ich zweimal in den letzten Wochen in Rumänien war und mit Leuten vor Ort gesprochen habe, keine neue Nachricht. Ich hatte auch schon über die Sprache des aussichtsreichsten aber für die Wahl zum Präsidenten Rumäniens nicht zugelassenen Kandidaten Călin Georgescu berichtet. Dieser war nun zu einem Interview bei Tucker Carlson eingeladen, wo er seinen Point of View darstellte. Erklärt wird dieser in obigem Video von Krissy Rieger. Krissy Rieger ist gebürtige Ukrainerin, sie wurde im Jahr 1991 unter dem Namen Kristina Rieger in der Ukraine geboren. Das soll wirklich stimmen. Alles andere sind natürlich Verschwörungstheorien, das ist klar. Diese könnten sich allerdings, das haben die letzten Jahre gezeigt, morgen schon bewahrheiten.

Deutsche Selbstzerstörungswut

Gestern war ich in Sofia zu einem Treffen von Leuten, die schonmal in Deutschland gelebt haben. Das Treffen fand in einer Lokalität genau gegenüber des obigen Denkmals statt. Unter den Teilnehmern des Treffens war ein bulgarischer Musiker, der ganz aktuell nach 30 Jahren seine Zelte in Deutschland abgebrochen hat. Er lebt jetzt wieder in Bulgarien und in Spanien. Spätestens seit Corona sei ihm die deutsche Selbstzerstörungswut, wie er es nannte, unerträglich geworden. Dazu muss man wissen, dass der geheime bulgarische Todeswunsch und die deutsche Selbstzerstörungswut normalerweise ganz gut harmonieren bzw. sich sogar ergänzen. Gerade ist man in der Heimat wieder dabei, gen Osten zu ziehen. Das wurde auch höchste Zeit, denn die letzte bedingungslose Kapitulation der Deutschen liegt jetzt genau 80 Jahre zurück. Beim letzten Mal ging’s im Sommer los, genau war es der 22. Juni. Das Unternehmen, besser Himmelfahrtskommando, nannte sich „Barbarossa“. Barbarossa, wer Friedrich I. nicht kennt, ist italienisch und steht für „Rotbart“. Interessant in dem Zusammenhang ist, dass sich über obiger Skulptur in Sofia mit dem Namen „Widerstand“ die EU-Flagge langsam anfängt Rot zu färben.

Protest-Odyssee in Istanbul

Mindestens zehn Mal war ich schon in Istanbul, vermutlich fast zwanzig. Gestern habe ich einem Freund von dem orientalischen Drunter und Drüber dort erzählt, eine Steigerung der einfachen balkanischen Unordnung. Auch wenn ich selbst nie wieder mit dem Auto in die 16 Millionen Metropole am Bosporus fahren würde, kann ich jedem eine Reise dorthin nur empfehlen. Letzten Mittwoch war ich mit dem Bus von Sofia aus da, weil es Mittwochs immer Proteste geben soll. Komischerweise wusste niemand auch nur von irgendeinem Protest. Türkische Fahnen gehen auch ohne Protest immer. Am Ende bin ich dann doch noch fündig geworden, also was einen Protest angeht. Ich den letzten Monaten bin ich mich zwar (noch) kein Kriegs-, aber doch ein erfahrener Protest-Berichterstatter geworden. Hier berichte ich ausführlich über meine Protest-Odyssee in Istanbul.

Zurück nach Bulgaristan

Ohne Besuch des alten türkischen Bades ging es am Mittwochabend vom Istanbuler Otogar zurück nach Bulgaristan. Eigentlich sollte der Bus nach Sofia in Plowdiw einen Zwischenstopp einlegen, wovon ich aber nichts mitbekommen habe. Vermutlich fand der Halt in den fünf Minuten statt, in denen ich die Augen geschlossen hatte. Dafür habe ich das vielleicht wichtigste nicht verpasst. Das geliebte Heimatland Almanya steht am Istanbuler Otogar in einer Reihe mit Bulgaristan und Yunanistan. Da allerdings an dritter Position, die man sich mit Avusturya teilt. Man könnte es auch als Bruch bzw. Bruchrechnung verstehen, also Avusturya dividiert durch Almanya. Was mag da rauskommen? Vor allem, wenn man weiß, dass sich hinter Avusturya Österreich verbirgt.