Sich selber zuhören

Aktuell im Friedrichshain

Der Umgang mit der Sprache bereitet mir körperliche Schmerzen, das ist keine Übertreibung. Insbesondere in der Zentrale des deutschen Irrenhauses lässt er immer mehr zu Wünschen übrig. Angefangen damit, dass es immer öfter Englisch sein muss. Warum eigentlich? Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, kommt die Inhaltsleere hinzu, gepaart mit unpassender Symbolik, beispielsweise obiges Herz nach der Aufforderung, alle zu f*cken. Lesen sich die Leute nicht mehr durch, was sie schreiben? Mit dem gesprochenen Wort verhält es sich ähnlich. Deswegen meine Empfehlung fürs neue Jahr: Sich selber zuhören, bevor man andere Menschen belästigt.

Aktuell im Prenzlauer Berg

San Francisco an der Spree

Aktuell am Bahnhof Lichtenberg

In der Zentrale des deutschen Irrenhauses herrschen immer mehr amerikanische Verhältnisse, ich hatte hier über San Franciscos Niedergang geschrieben. Dabei heißt unser Präsident doch gar nicht Donald Trump, sondern Friedrich Merz. Gut, der Niedergang Berlins begann auch schon vor ihm. Wiesen in San Francisco noch Schilder an Fensterscheiben von Autos darauf hin, dass sich ein Einbruch nicht lohnt, sind in Berlin dieselben Schilder schon an Kitas angebracht. Wohin soll das führen? Und was kommt als nächstes? Ich weiß es nicht. Was ist weiß, ist, dass alle, die uns immer noch einzureden versuchen, dass alles halb so schlimm sei, besser ihre Schnauze halten sollen.

Aktuell in der Göhrener Straße im Prenzlauer Berg

Stromer – Streuner – Vagabund

Ausgerechnet zu Weihnachten wurde ich Streuner genannt, was mir sogleich gefiel, obwohl mir erst einmal gar nicht klar war, warum eigentlich. Klar wurde es mir erst später, als mir obiger Song „Drifter’s Escape“ von Bob Dylan einfiel – eines meines absoluten Lieblingslieder von Robert Zimmermann. Drifter wird sowohl mit Stromer als auch mit Streuner übersetzt. Als Streuner werden laut Internet Tiere bezeichnet, die wortwörtlich frei umher“streunen“, die also eine uneingeschränkte Bewegungsfreiheit haben. Übertragen auf den Menschen können Streuner Flaneure, Herumtreiber, Obdachlose und Vagabunden sind. Hätten man mich als Kind gefragt, was ich werden will, hätte ich Vagabund gesagt. Vagabund meinte meine Mutter wohl auch, wenn sie sagte, ich würde mich kleiden wie ein „Arme-Leute-Kind“. In Bob Dylans Lied steht der Streuner, der nicht weiß, was er getan haben soll, vor Gericht. Am Ende trifft ein Blitz das Gerichtsgebäude und verwüstete alles. Und während alle knieten, um zu beten, ist der Streuner entkommen.

PS: „Drifter’s Escape“ von Bob Dylan interpretiert von Joan Baez, Patti Smith & Jimi Hendrix.

Selbstverliebte Egoisten

Aktuell am U-Bahnhof Frankfurter Tor

Der Wahnsinn in der Zentrale des deutschen Irrenhauses kennt keine Grenzen. Dieselben, die gestern noch alle mit einem Impfstoff impfen wollten, der diesen Namen nicht verdient, wollen nun nicht einmal mehr helfen. Was als „Pflege gegen Krieg“ deklariert wird, deutet auf linke Linke (1312 = ACAB) und selbsternannte Anarchisten (A im O) hin. Ja, genau die, die gestern noch gegen Kriegsgegner gehetzt haben. Versteh‘ mir einer die Welt! Also ich würde auch Kriegsverletzten helfen. Natürlich nicht in Uniform, das ist klar. Genauso wie ich Corona-Kranken geholfen hätte. Egal ob geimpft oder ungeimpft. Wenn man mich als Ungeimpfter gelassen hätte. Fällt mir in dem Zusammenhang ein: Friedrich Nietzsche diente im Deutsch-Französischen Krieg für kurze Zeit als Sanitäter auf deutscher Seite. Und mein englischer Freund und Musiker Jerry in Bulgarien, der am liebsten Deutscher wäre, war als Sanitäter im zweiten Golfkrieg, auch bekannt als „Desert Storm“. Obige Slogans bestätigen nur, dass linke Linke vor allem eines sind: Selbstverliebte Egoisten.

Ab 22.Januar im Kino

Aktuelle Ankündigung

Was seit Jahren gesellschaftliches Programm ist, kommt im neuen Jahr in die Kinos. In dem Film „Die Menschheit hat den Verstand verloren“ erzählt Astrid Lindgren mittels ihrer Stimme in ihren Kriegstagebüchern. Wie die durch „Pippi Langstrumpf“ bekannte schwedische Autorin durch die dunkle Zeit kam, erklärt ihre Tochter Karin so: „Ihr Mut, zu verzeihen und ihr unbedingter Wille, mit Hilfe der Fantasie die Welt besser zu machen, waren ihrer Zeit voraus – und sind es immer noch.“

Kunst und Krieg

Aktuelles Graffiti in Berlin

Das öffentlich/rechtliche InfoRadio holt gerade wieder Putins Schattenflotte aus der Mottenkiste. Das wurde auch Zeit, denn von Putins Schattenflotte war lange keine Rede – im Gegensatz zu Putins Krieg. Sogleich frage ich mich, ob der Westen eventuell auch eine Schattenflotte hat. Bekanntlich hat der Westen auch seine Kriege, angefangen bei Vietnam bis hin zu Afghanistan. Dann fiel mir ein, dass jeder von uns einen Schatten hat. Nicht nur den, den er bei Licht wirft, sondern in sich. Unser Schatten ist sozusagen unsere dunkle Seite, die wir nicht sehen wollen. Nach C. G. Jung enthält der Schatten eines Menschen das, was seinem positiven aber naiven Selbstbild und seiner „Theatermaske“ entgegensteht. Jung war der Meinung, dass es wichtig ist, den eigenen Schatten zu kennen, wobei wiederum Träume helfen, um den Schatten nicht nach außen projizieren zu müssen, beispielsweise auf Putin. Was die „Theatermaske“ angeht, fällt mir Kafka ein, der sich schämte, als er bemerkte, dass das Leben ein Maskenball ist, und er mit seinem wahren Gesicht gekommen war. Dies auszuhalten, dabei hat Kafka seine Kunst geholfen. Von der Kunst meinte wiederum Nietzsche, dass wir sie haben, um nicht an der Wahrheit zu Grunde zu geh’n. Man kann auch an einem Krieg zu Grunde geh’n. Gerade wird wieder einer vorbereitet.