Stromer – Streuner – Vagabund
Ausgerechnet zu Weihnachten wurde ich Streuner genannt, was mir sogleich gefiel, obwohl mir erst einmal gar nicht klar war, warum eigentlich. Klar wurde es mir erst später, als mir obiger Song „Drifter’s Escape“ von Bob Dylan einfiel – eines meines absoluten Lieblingslieder von Robert Zimmermann. Drifter wird sowohl mit Stromer als auch mit Streuner übersetzt. Als Streuner werden laut Internet Tiere bezeichnet, die wortwörtlich frei umher“streunen“, die also eine uneingeschränkte Bewegungsfreiheit haben. Übertragen auf den Menschen können Streuner Flaneure, Herumtreiber, Obdachlose und Vagabunden sind. Hätten man mich als Kind gefragt, was ich werden will, hätte ich Vagabund gesagt. Vagabund meinte meine Mutter wohl auch, wenn sie sagte, ich würde mich kleiden wie ein „Arme-Leute-Kind“. In Bob Dylans Lied steht der Streuner, der nicht weiß, was er getan haben soll, vor Gericht. Am Ende trifft ein Blitz das Gerichtsgebäude und verwüstete alles. Und während alle knieten, um zu beten, ist der Streuner entkommen.
PS: „Drifter’s Escape“ von Bob Dylan interpretiert von Joan Baez, Patti Smith & Jimi Hendrix.