Vollmondfieber

Vollmond über Berliner Umland gestern

Tom Petty hat eine ganze Platte gemacht über das Vollmondfieber*. Sie beginnt mit dem Lied „Freier Fall“. Und das ist genau mein Eindruck von den Menschen in Berlin, weswegen ich die Zentrale des deutschen Irrenhauses immer öfter verlasse, um im Umland mein Heil zu suchen, ganz genau mein Seelenheil. Mangels Automobil nutze ich dazu die Öffentlichen, die immer mehr gefüllt sind mit Mühseligen und Beladenen. Gestern saß eine junge Frau neben mir, die plötzlich in Tränen ausbrach und mich um ein Taschentuch bat. Ich gab ihr gleich die ganze Packung. Einem der immer zahlreicher werdenden in den Öffentlichen bettelnden Obdachlosen wurde eine Scheibe Brot angeboten, die er dankend annahm. Bei meiner Rückfahrt rannte ein Mann durchs Abteil, der aggressiv die Mitreisenden anschrie, wobei er Frauen näher kam als Männern. Das Ganze auf arabisch, zumindest hörte es sich arabisch an. Viele verließen den Waggon und stiegen in den nächsten, so auch ich. Am Ende bin ich gut nach Hause gekommen. Nach einer traumlosen Nacht habe ich heute Morgen als erstes meine Mutter um Hilfe gebeten: Bitte, Mutter, hilf mir!

* Die Platte „Vollmondfieber“, die sich sehr gut zum Autofahren eignet, erschien im Wendejahr ’89.

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