„Eindeutigkeit gibt es nur im P*ff!“

Neulich in Neukölln

Als ich neulich obiges Graffito in Neukölln sah, meinte mein innerer Bulgare, dass da mal wieder jemand die Rechnung ohne den Bulgaren gemacht hat, bei dem JA bekanntlich NEIN und NEIN JA bedeutet. Gerade durfte ich erfahren, dass es auch hierzulande noch klar denkende Menschen gibt. Aber nicht nur das. Die Person ist darüber hinaus noch jung und weiblich. Ein Sechser im Lotto! Nicht verwechseln mit S*x im P*ff! Über ihn sagt sie: „Eindeutigkeit gibt es nur im P*ff!“. (9:11)

Vorweihnachts- oder Vorkriegszeit?

Grübeln im Grunewald

Seit Jahren gehe ich schon nicht mehr auf Weihnachtsmärkte. Ich weiß gar nicht, ob sie überhaupt noch Weihnachtsmärkte heißen, noch so genannt werden dürfen. Dementsprechend bin ich mir auch unsicher, ob es noch Vorweihnachtszeit heißt. Auch aus diesem Grund nenne ich unsere Zeit Vorkriegszeit. Wobei, im Sommer habe ich ein Interview mit Hans-Joachim Maaz geführt, in dem der Psychotherapeut und Bestsellerautor bereits meinte: „Ja, wir sind im Krieg!“ – Hat Maaz Recht? Dann wäre Vorkriegszeit anachronistisch. Anachronistisch bedeutet, dass etwas zeitlich falsch eingeordnet wird. Dieses etwas ist der Krieg. Falls er schon begonnen hat, wäre Vorkriegszeit klar verkehrt. Genau darüber grüble ich nach. Nicht auf dem Weihnachtsmarkt, sondern im Grunewald.

Außer Betrieb

Auflösungserscheinungen

Eine Endzeit erkennt man an ihren Auflösungserscheinungen. Obiger Anzeiger ist in doppelter Hinsicht ein gutes Beispiel dafür. Während der Fahrplan nicht mehr eingehalten werden kann, gibt zusätzlich auch noch der Anzeiger selbst seinen Geist auf. Jeder, der Augen im Kopf hat, kann es sehen. Aber wehe, du sprichst es aus, nimmst vielleicht noch das Wort „Endzeit“ in den Mund. Dann kann es dir rasch ergehen, wie diesem Einsiedler beim Aussprechen des Wortes „Jehova“. Gesteinigt wird er dafür übrigens ausschließlich von Frauen, im Film „Weibsvolk“. Apropos: Was musste ich gestern wieder für eine Geschichte hören? Fast wie im Taxi! Ein Mann war eine Woche im Gefängnis. Seinem Freund wurde von der Frau die Kniescheibe ausgeschlagen. Der Mann stellte sich beim nächsten Streit zwischen die beiden. Diesmal wurde der Mann von der Frau angegriffen. Weil er sich wehrte, musste er ins Gefängnis. Immerhin – nur für eine Woche. Warum ich die Geschichte erzähle? Weil man in diesen Tagen nicht nur vorsichtig sein muss, wenn man das Wort „Endzeit“ in den Mund nimmt. Auch als toxischer Mann muss man aufpassen, dass man nicht zwischen die Fronten und in den Fokus einer Frau gerät, die natürlich nicht toxisch ist, nicht toxisch sein kann. Wie heißt gleich nochmal das Gegenteil von toxisch? Das Internet sagt menschlich! Mein innerer Bulgare hält es für möglich, dass es umgedreht sein könnte. Der Bulgare in mir sagt mir auch, dass die nicht mehr übersehbaren Auflösungserscheinungen im Land nun auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen angekommen sind, vielleicht sogar dort ihren Ursprung haben. Oder kennst Du noch ein Paar, dass sich nicht getrennt hat oder gerade dabei ist?

Alles kommt wieder

Neulich beim Bäcker

Egal ob Öffentliche Verkehrsmittel, Straßen & Fußgängerwege oder auch nur Presseorgane – nichts funktioniert mehr, oder zumindest nicht so, wie sie sollten. Nicht nur bei der Post, nein auch beim Bäcker muss man neuerdings anstehen. Viele tun das, als wäre es das Normalste von der Welt. Allen voran die jungen Leute von heute. Meistens mit Kopfhörern in den Ohren. Sie sehen dann immer aus wie ferngesteuerte Alien, kommen sich aber ganz besondern vor, die ärmsten. Dabei verstehen die bedauernswerten Gestalten nicht einmal den einfachsten Witz. Es gibt aber auch Ausnahmen wie das Wartekollektiv älterer Zeitgenossen neulich beim Bäcker, wo die Frage, ob es Bananen gäbe, so beantwortet wurde: „Ja, aber man muss kubanische Orangen dazu nehmen!“

Auch Jens „ich muss mir noch viel verzeihen“ macht mit

Es ist schön anzusehen, dass jetzt auch Jens Spahn daran mitarbeitet, dass bald auch der letzte mitbekommt, dass etwas faul ist – nicht nur in der Zentrale des deutschen Irrenhauses, sondern im gesamten Schland. Seine Technik dabei ist einzigartig. Er sagt einfach nur die Wahrheit. Ein paar Beispiele gefällig? Natürlich wurden in der Corona-Zeit Alternativen geprüft. Das ist doch klar! Genauso wie bis heute der Impfstoff geprüft/getestet wird – „im Markt sozusagen“, also am (noch) lebenden Mensch. Und was den Schutz der Impfung angeht, war doch immer klar, dass dieser nur gegen schwere Verläufe schützt – wenn überhaupt. Ein Fremdschutz war nie vorgesehen und hat es dementsprechend auch nie gegeben. Dass mit dem Impfen aus Solidarität war nur ausgedacht, hätte er als nächstes gesagt, wenn seine Redezeit nicht abgelaufen wäre. Kannste glauben!

Land der Frühaufsteher

Neulich in Sachsen-Anhalt

Im Land der Frühaufsteher, also in Sachsen-Anhalt, hat man die Zeichen der Zeit erkannt. Dort hat man einfach die Corona-Notlage verlängert. Und dass obwohl Corona gar kein Thema mehr ist. Das muss man erstmal bringen! Dazu muss man ganz schön früh aufgestanden sein. Das dachten sich, als es losging mit dem globalen IQ-Test, auch viele in Berlin. Also, die Corona gut fanden, weil es Kohle gab. Während sie hier immer noch ihre Corona-Hilfe zurückzahlen, bezieht man in Sachsen-Anhalt einfach weiter Geld aus dem Sondervermögen, das gar kein Vermögen ist, sondern neue Schulden sind. Dies wiederum erinnert mich an das Herangehen vieler Arbeitnehmer in Bulgarien. Die sagen immer: Ihr tut so, als würdet ihr uns bezahlen, und wir tun so, als würden wir arbeiten.

Abrissweltmeister

Erfahre gerade aus dem Radio, dass wir stolz auf uns sein können. Gemeint sind wir Deutsche. Das ließ mich aufhorchen. Wir können stolz auf uns sein, denn wir sind Abrissweltmeister. Oder doch Abschaffweltmeister? Ich bin mir nicht sicher. Jedenfalls war irgendeine Brücke der Stadtautobahn in West-Berlin gemeint, die in Rekordzeit abgerissen wurde. Das ganze mittels eines Knabberkrans. Niedlich, oder? Abreissen kann so schön sein. Überhaupt der Untergang, denn er macht Platz für Neues. Das sage ich auch all meinen Landsleuten. Die finden das gar nicht witzig. Die allermeisten glauben, alles ginge so weiter wie gehabt. Keine Ahnung, wo sie die letzten Jahre verbracht haben. Vermutlich unter einem Stein. Manche werden richtig wütend, nur weil ich von Endzeit spreche. Um keine Prügel von ihnen zu beziehen, weise ich auf die Jahresendzeit hin, in der wir uns gerade befinden. Dann lassen sie in der Regel von mir ab. Sind doch gute Menschen. Nur halt in der Krise.