Zurück in Bulgarien (078) – „Bulgarische Bräuche“

Ich wurde heute darauf aufmerksam macht, dass man das Martenitza, mit dem am 1. März traditionell der Frühling begrüßt wird in Bulgarien, an einen Baum hängen muss, damit es Glück bringt. Ich hatte es immer noch an meiner Jacke und wollte es eigentlich bis Weihnachten dort belassen, auch der Farben wegen. Nachdem ich nun den Hinweis bekam, den ich bereits kannte, bisher aber nicht befolgt hatte, habe ich ihm sogleich Folge geleistet. Ich halte mich an den Spruch, dass man es in Rom wie die Römer machen soll. Vor allem aber halte ich mich an Alexis Sorbas aus dem Roman von Nikos Kazantzakis, der nur deswegen in die Kirche ging, damit ihn die Bewohner seines kleinen Dorfes auf Kreta nicht für einen Freimaurer halten.

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Neues aus der Zentrale des Irrenhauses Deutschland

„Man selber hat so ein bisschen das Gefühl, sich nicht mehr wohl zu fühlen in dieser Stadt“ – so fasst der Moderator die aktuelle Stimmung in Berlin zusammen, was der Bürgermeister von Neukölln durchaus nachvollziehen kann. Auf den Straßen seines Stadtbezirks gab es offenen Hass gegen Juden, wurde anlässlich des Todes von Juden Gebäck verteilt, Polizisten und Journalisten angegriffen. Judenhass nicht von Rechts, wie immer wieder behauptet und von denselben Journalisten praktisch herbeigeschrieben wird, sondern von Palästinensern. Mir persönlich fehlt als Erklärung dafür noch der Hinweis auf „gruppendynamische Prozesse“ wie neulich bei der ARD zu ähnlichen Ereignissen auf den Straßen ebenfalls in Berlin Neukölln.
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„Corona in Kalifornien“ – Mein Beitrag auf Medien+

Gerade ist ein neuer Beitrag mit Fotos von mir auf Medien+ „Schaufenster & Werkstatt“ erschienen, in dem diese junge Spanierin vorkommt, die jetzt in Amerika lebt. Wenn Du mehr über sie erfahren willst, und das willst Du, musst Du nur „Corona in Kalifornien“ lesen. Medien+ ist die Seite der Freien Akademie für Journalismus & Medien von Professor Michael Meyen, auf der Beiträge von Kursteilnehmern veröffentlicht werden. Meinen Erfahrungsbericht über den Kurs und die Person Meyen, gegen den gerade ein „Disziplinarverfahren“ läuft (einen Begriff, den ich bisher nur aus der DDR kannte), wird am Dienstag veröffentlicht. Allerdings nicht auf Medien+, sondern auf einer anderen Seite. Solltest Du auch an diesen Beitrag interessiert sein, dann schau am Dienstag noch einmal hier vorbei.

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Zurück in Bulgarien (076) – „Genuss wie zu Hause“

Auch wenn es in meinem Dorf keinen gibt, sind Kaffeeautomaten in Bulgarien landesweit verbreitet. In den großen Städten findet man sie praktisch an jeder Straßenecke, und das seit vielen Jahren. Neu sind die Regendächer wie auf obigem Automaten, für den Automaten selbst aber auch für den Kunden davor. Dass für „Kaffeegenuß wie zu Hause“ geworben wird, ist die Ausnahme und lässt nicht nur die allermeisten Bulgaren, sondern auch mich als halben Deutschen kalt, was sowohl am falschen Deutsch – Genuss mit ß – liegt, als auch am Genuss selbst.

Nichts gegen Dallmayr aus München in Bayern, wo heute wie in Hessen gewählt wird, aber wenn’s um Kaffee geht, halte ich mich an Lavazza aus Italien. An obigem Automaten, der nur wenige Meter von dem von Dallmayr und dem „Kaffeegenuß wie zu Hause“ entfernt ist, wird neben Lavazza auch BIO COFFEE angeboten.

BIO COFFEE ist zehn Stotinki (fünf Cent) und BIO CAPPUCCINO sogar 20 Stotinki (zehn Cent) teurer als der von Lavazza. Der Automaten Espresso und Cappuccino von Dallmayr ist übrigens genauso teuer wie der von Lavazza, aber das ist mir egal. Denn heute ist Wahl-Sonntag* in der Heimat, und da lasse ich es als ehemaliger Grünen-Wähler richtig krachen mit einem BIO COFFEE – weiß auf dunkelolivgrün.
* In Bulgarien wird am 29. Oktober, also heute in drei Wochen, wieder gewählt. Dieses Mal im Rahmen von landesweiten Kommunalwahlen.
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Zurück in Bulgarien (075) – „Auf eine Apfelschorle“

Gestern habe ich mich mit meinem englischen Freund Jerry auf eine Apfelschorle im Café „Vegas“ getroffen, um mehr über seine Deutschlandtournee zu erfahren, auf die er sich Anfang November mit den Sofia Philharmonikern begeben wird. Jerry begann seine Ausführungen damit, dass Engländer wie Deutsche seien, nur mit Humor. Über die drei Deutschlandkonzerte war folgendes zu erfahren: Er muss dazu fliegen, was er – so wie ich – hasst. Aber was tut man nicht alles für 27 Sekunden Ruhm. Das ist die Zeit, die Jerry pro Konzert zum Einsatz kommt. Gespielt wird „Bilder einer Ausstellung“ von dem Russen Mussorgski, das selbst keine 40 Minuten lang ist. Jerry wird also insgesamt noch nicht einmal zwei Stunden auf der Bühne sein. Die meiste Zeit wird er da einfach nur herumsitzen und gute Miene zum hoffentlich guten Spiel der Sofia Symphoniker machen. An den Job ist er übrigens durch Zufall gekommen. Der bekannteste Dirigent Bulgariens Naiden Todorow oder so hat ihn spielen hören und sich spontan dazu entschlossen, dass er Jerry unbedingt für seine Deutschlandtour haben muss. Über Geld haben sie bisher nicht gesprochen, aber man tut nicht nur Sachen des Geldes wegen in Bulgarien. Mein Bürgermeister beispielsweise arbeitet an erster Stelle, weil es ihm Spaß macht. An zweiter Stelle, um seinem Image als arbeitsamer Mensch gerecht zu werden, und erst an dritter Stelle wegen Geld. Apropos: Die Apfelschorle, die ideal zu den aktuellen spätsommerlichen Temperaturen in Bulgarien passt und die man sich im Café „Vegas“ selber mixen muss, kostet dort nur 2,70 Lewa, also 1,35 Euro, und schmeckt darüber hinaus einfach nur super.

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Zurück in Bulgarien (074) – „In Baba Bores Gemischtwarenladen und ihrem Kaufland“

Gestern habe ich meine Nachbarin Oma Bore besucht. Genau war es so, dass mir ihre Tochter Kiki, die in der Kneipe von meinem Bürgermeister arbeitet, eine Tüte mit Sachen für sie mitgegeben hat. Kneipe ist eigentlich der falsche Begriff für die Lokalität, die von allen nur „Barcheto“, also „Das Barchen“ genannt wird. „Das Barchen“ ist genau genommen ein Gemischtwarenladen, in dem es Bücher, Honig, Batterien, Zigaretten, Blätterteig, Milch, Kaffee aber auch Rasierklingen gibt. So ähnlich wie im „Barcheto“ sieht es im Garten von meiner Nachbarin Baba Bore aus. Kaum war ich Kikis Tüte los, stürzte Baba Bore los, um mir drei Tüten aus ihrem Garten, ihrem Gemischtwarenladen, und ihrem Keller, ihrem Kaufland, zu füllen. 

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