„Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen!“

Versuche mir gerade vorzustellen, wie Friedrich Merz die bekannten Worte des Führers ausspricht, mit denen damals der Zweite Weltkrieg begann. Irgendwie will es mir nicht so recht gelingen. Ich bin mir nicht sicher, ob das ein gutes oder eher ein schlechtes Zeichen ist. Den richtigen Termin, den 1. September, hat Friedrich Merz schonmal verpasst. Sollten wir wirklich noch ein Jahr in Frieden leben? Die Frage habe ich mir nicht ausgedacht. Ich bin gerade auf großer Rundreise in Ostdeutschland unterwegs, wo sich praktisch jeder, mit dem ich spreche, genau diese Frage stellt.

Gestern dekadent, heute degeneriert, morgen ?

Hier ein paar aktuelle Schlagzeilen den „Betrieb“ Deutschland betreffend: Deutschland schrumpft stärker als gedacht (taz), Deutsche Wirtschaft ohne Wachstum – Investitionskrise nimmt zu (Merkur), Deutsche Wirtschaft im Frühjahr stärker geschrumpft als erwartet (Handelsblatt). Das Schild, gesehen in Wilmersdorf, soll irgendwie witzig sein. Immer mehr Menschen bleibt aber das Lachen im Halse stecken. Die jetzt noch lachen, haben nicht einfach nur noch nicht bemerkt, dass die Spaßgesellschaft vorbei ist. Sie sind auch nicht einfach nur dekadent. Sie sind degeneriert.

Erwachsen werden

Eine interessante Aufforderung, die mir neulich in der Zentrale des deutschen Irrenhauses ins Auge fiel. Schon seit einiger Zeit habe ich in der Heimat das Gefühl, es mit Kindern zu tun zu haben, die nicht glauben wollen, dass Mutti und Vati es nicht immer gut mit ihnen meinen. Dementsprechend muss man mit ihnen reden, am Besten in einfachem Deutsch, aber vor allem sanft, so dass sie sich nicht aufregen. Die Wut und den Zorn, den sie in sich tragen, brauchen sie noch für die Front.

Menschenverachtung und Fake News Made in Germany

Bis zu dem Attentat auf ihn, hatte ich Charlie Kirk nur am Rande wahrgenommen. Jetzt habe ich mir einige Gespräche angeschaut, die er mit jungen Menschen an Universitäten in den USA geführt hat. Und ich muss sagen, dass es genau das ist, was ich in Deutschland so vermisse. Ein Austausch auf Augenhöhe, das Zulassen anderer Argumente, und nicht zuletzt das Ausreden lassen. Praktisch das, was ich bei mir im Taxi gelernt habe: Zuhören, ohne zu bewerten, zu beurteilen oder gar zu verurteilen. Hört sich einfach an, ist aber alles andere als einfach. Dementsprechend haben mich die geradezu hysterischen Reaktionen hierzulande nicht überrascht. Mein Fazit: Nicht Charlie Kirk ist bzw. war Menschenverachtend, sondern zahlreiche Zeitgenossen hierzulande. Immerhin, es gibt auch ein paar Ausnahmen, wie in obigem Video zu sehen, die dazu ihre Fake News aufdecken.

Ich bin Deutscher – Bitte ordnen Sie es für mich ein!

Die Deutschen scheinen mittlerweile so verblödet zu sein, dass für sie alles eingeordnet (oder besser vorgekaut?) werden muss. Aktuelles Beispiel: Die Ermordung von Charlie Kirk und die Einordnung durch Katrin Göring-Eckardt (KGE), die für die Grünen im Bundestag sitzt. Charlie Kirk wird von KGE als „extrem rechts“ eingeordnet. Nachdem die Berichterstattung über den Mord im ZDF mit Dunja Halayi und Elmar Theveßen sehr viel Kritik hervorgerufen hat, ordnet KGE ein (oder vielleicht besser an?), dass man in Deutschland selbstverständlich auch Journalistinnen und Journalisten kritisieren darf. Ich übersetze in einfaches Deutsch, damit es auch schlichte Gemüter verstehen: Man darf hierzulande auf die Eltern böse sein, selbst wenn sie dummes Zeug erzählen. Was aber nicht geht, so KGE weiter: „Dass die von ihnen [den Journalistinnen und Journalisten] vorgenommene Einordnung grundsätzlich infrage gestellt … wird.“ Auch hier wieder die Übersetzung in einfaches Deutsch für schlichte Gemüter: Die von Mutti und Vati vorgenommene Einordnung gilt immer. So die Einordnung (oder eher der Befehl?) von KGE, die mich an die Einordnung (oder besser Anweisung?) vom Tierarzt und früheren RKI-Präsidenten Lothar Wieler erinnert, dass die Corona-Maßnahmen nie hinterfragt werden dürfen. Übersetzt in einfaches Deutsch für schlichte Gemüter: Bitte, liebe Mutti und lieber Vati, befehlt, wir folgen euch!

Ich als Nazi

Da ich selbst schon einmal von selbsternannten Nazi-Jägern, einer trug sogar eine Bomber-Jacke mit der Aufschrift „Nazi Hunter“, als Nazi beschimpft wurde, kann ich in der Falafel Angelegenheit mitreden. Selbst als ein von „Wer Nazi ist, bestimmen wir“ Nazis zertifizierter Nazi esse ich meinen Falafel nicht heimlich. Neulich habe ich sogar einen großen Falafel Teller gegessen. Aber nicht nur das. Ich saß mit meinem Teller vor dem Imbiss und habe in aller Öffentlichkeit Falafel gegessen.

Richtig lesen

Immer mehr Menschen werden jetzt gelesen. Nicht nur von den immer zahlreicheren Kameras im öffentlichen Raum, sondern von anderen. Und als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, werden sie meist als etwas gelesen, was sie gar nicht sind. Mancher wird als gelbe Quietsche-Ente gelesen, andere wiederum als Rosa-Schweinchen mit Wimpern. Ich zum Beispiel werde oft als Esel gelesen, dabei bin ich doch ein Mensch, ganz genau ein Mann. Das hat mit dem zu tun, was man zwischen den Beinen hat. Beim richtigen Lesen kann das helfen, was man zwischen den Ohren hat und gesunder Menschenverstand. Ich bin sonst kein Fan vom Dekonstruktivismus, aber hier würde ich ihn empfehlen. Dekonstrukruiere alle Geschlechter, die Du gelernt hast, und Du wirst garantiert bei zwei Geschlechtern ankommen. Der Rest ist ausgedacht, konstruiert. Mein Tip: Anstatt andere oder Dich selbst als etwas zu lesen, das diese oder Du gar nicht bist, der zu werden, der Du bist.