Du wirst schon sehen!

Wo sind jetzt all diejenigen hin, die gesagt haben, man könne auf keinen Fall mit Putin sprechen? Aber es wird noch besser! Generalsekretär, nein nicht Honnecker von der SED, sondern Rutte von der Nato hält Gespräche über Gebietsabtretungen für unvermeidbar! Was hat der denn genommen? Ist der gar vom Russen bezahlt? An alle Faktenchecker: Bitte mal checken, den Typen! Der ist doch nicht sauber! Fällt mir gerade ein: In Bulgarien wird derjenige, der sich vom Russen hat kaufen lassen, Kopekin genannt. Die Kopeke ist der russische Pfennig bzw. Cent. Sind alle, die jetzt von ihrem Geschwafel von gestern nichts mehr wissen wollen, am Ende vielleicht Kopekins? Oder einfach nur Wendehälse? Apropos: Der Tag ist nah, an dem die Brandmauer fallen wird, so wie alle Mauern bisher gefallen sind, und wo sich die größten Wendehälse dann (aber auch erst dann!) hinstellen und sagen werden, dass sie es schon immer gewusst hätten und schon immer dafür gewesen wären (so wie der Nato-Generalsekretär Rutte jetzt). Du glaubst mir nicht? Dann lass dir vom Bulgaren sagen: Du wirst schon sehen!

Mitmachen

Auch ich möchte mitmachen, möchte zur Mehrheit gehören und ein Mehrheitsmensch sein, was gar nicht so einfach ist. Zum Beispiel in öffentlichen Toiletten. Gerade war ich in einer, und der Besuch hat mich verunsichert. Was mache ich mit diesen Dingern? Wo stecke ich sie mir hin? Vielleicht in den Allerwertesten? Für die Ohren sind sie zu groß – und auch für die Nase. Ich hab’s probiert. Apropos mitmachen. Demnächst können alle mitmachen, wenn „unsere Demokratie“ verteidigt wird, auch Frauen. Denn Frauen können als Mann behandelt und an die Front geschickt werden, wenn siebeneinhalb Wochen nach der Änderung ihres Geschlechtseintrags der Spannungs- oder Verteidigungsfall ausgerufen wird. Mit der dreimonatigen Anmeldefrist beim Standesamt müsste der Entschluss allerdings fünf Monate vorher „stehen“, um mitmachen zu dürfen. Männern müssen mitmachen. Oder gibt es Männer, die nicht dabei sein wollen, wenn „unsere Demokratie“ mal wieder gegen den russischen Untermenschen verteidigt wird? Sollte es wirklich solche unsolidarischen Spielverderber geben?

Wir Schlafwandler

Heute vor 64 Jahren wurde die Mauer gebaut. Der 13. August 1961 war ein Sonntag. Am Tag zuvor lagen viele – so wie heute – am See und ließen es sich gut gehen, schließlich war Sommer. Auch der Erste Weltkrieg begann im Sommer, und zwar am 28. Juli 1914 – einem Dienstag. Darüber, „Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“, hat der englische Historiker Christopher Clark obiges Buch mit dem Titel „Die Schlafwandler“ geschrieben, das auch von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben wird. Das Buch geht nach der Einleitung und dem Teil Eins „Wege nach Sarajewo“ in Teil Zwei „Ein geteilter Kontinent“ bis ins Jahr 1887 zurück. Genau heißt das dritte Kapitel „Die Polarisierung Europas 1887-1907“. 1887 sind es noch 27 Jahre bis zum Kriegsbeginn im Jahre 1914! Um den eigentlichen Auslöser des Krieges, den „Mord in Sarajewo“, geht es erst in Kapitel Sieben auf Seite 475. Das Buch selbst hat 700 Seiten, aber erst das letzte Drittel dreht sich um den eigentlichen Kriegsbeginn. Zwei Drittel des Buches beschäftigt sich nur mit der Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs. – Bei wem klingelt’s jetzt?

Hilf Deinem Geheimdienst, finde Terroristen!

Gesucht werden männliche, weibliche und diverse Terroristen. So könnte man meinen. Die Wahrheit ist wohl, dass der Geheimdienst männliche, weibliche und diverse Mitarbeiter sucht, um Terroristen zu finden. Ob die gesuchten Terroristen männlich, weiblich und divers sind, bleibt unklar, obwohl dies wichtig wäre zu wissen – zumindest für mich. Ich will ja nicht „die Katze im Sack“ suchen. Fest steht, es ist die erste derartige Anzeige des bundesdeutschen Geheimdienstes an einer Berliner Litfaßsäule, der ich begegne. Was kommt als nächstes? Vielleicht eine Anzeige der Bundeswehr, mit der diese Mitarbeiter für die Aktion „Jeder Schuss ein Russ!“ sucht?

Apropos Terroristen: Weißt Du, was der Unterschied zwischen Touristen und Terroristen ist? Genau: Touristen haben – im Gegensatz zu Terroristen – keine Sympathisanten. Egal übrigens ob männlich, weiblich oder divers.

Muttis FREIHEIT – Aus der Reihe „Bücher wie Blei“

Angela Merkels FREIHEIT geht es nicht anders wie unser aller Freiheit. Muttis Buch erschien Ende November letzten Jahres, jetzt haben wir Mitte August. Nach nicht einmal neun Monaten ist es nur noch die Hälfte plus einem Euro Wert. Gut, Wert ist es natürlich viel weniger. Vielleicht das Papier plus einem Euro. Und das ist schon hoch gegriffen. Wenn schon nicht am Inhalt, so hätte man zumindest am Titel etwas machen können. Wie wäre es mit ALTERNATIVLOS? Oder ZWEI PLUS ZWEI IST VIER? Laut Orwell ist Freiheit nämlich „die Freiheit zu sagen, dass zwei plus zwei vier ist.“ Apropos George Orwell: Hat der nicht auch gesagt, dass FREIHEIT SKLAVEREI sei?

Not avaible – Nicht verfügbar

In ihrem 2009 erschienenen und mit dem Leipziger Buchpreis ausgezeichneten Roman „Apostoloff“, einem Road Movie durch Bulgarien, der mit Unterwegs mit Rumen beginnt, beklagt sich die bulgarisch/schwäbische Autorin Sibylle Lewitscharoff darüber, dass sich viele Frauen in Bulgarien wie Nutten anziehen würden. Meine aktuelle Beobachtung ist, dass auch in diesem Punkt die Balkanisierung in Berlin vollständig abgeschlossen ist. Mit einem Unterschied: die wie Nutten gekleideten Frauen in der Bundeshauptstadt sind not avaible, also nicht verfügbar.