Zu Besuch bei Toten auf Urlaub

Gut eine Woche bin ich nun in Berlin. Die Stadt ist voll. Die Cafés sind voll. Die Restaurants sind voll. Ich habe keine Ahnung, was sie alle wieder hier suchen. Was ich weiß, ist: Am Ende findet man immer nur sich selbst. Was sie in die große Stadt treibt, ist, so denke ich, dass die Menschen unbewusst wissen, dass es der letzte unbeschwerte Sommer sein wird. Davon bin ich zutiefst überzeugt. Ganz im Sinne von Tucholsky, der meinte, dass das Volk zwar das meiste falsch versteht, aber das meiste richtig fühlt. Auch ich weiß nicht, was genau kommt. Der große Krieg hat ja bereits begonnen. Und die nächste Pandemie ist auch schon in der Pipeline. Mein Eindruck, den ich nach vielen Monaten in Bulgarien in Berlin habe, ist, dass viele hier bereits tot sind. Tote auf Urlaub, die keiner mehr töten bräuchte. Weder ein Krieg, noch eine Pandemie ist dafür nötig.

Ein Land im Dauertiefschlaf

Im Vergleich zu Bulgarien befindet sich Deutschland im Dauertiefschlaf. Dauertiefschlaf deswegen, weil dieser Tiefschlaf schon über vier Jahre anhält. Dies wurde nun auch von der Werbung erkannt. Ob dieser Dauertiefschlaf wirklich zum Wachsein führt? Ich habe da meine Zweifel, auch trotz neuem niedrigen Preis. Oder wie die Werbung IKEA sagt: „Ein Bett für jedes Budget.“ – Bulgarien ist zwar ein verschlafenes Land. Die Bulgaren selbst sind aber aufgewacht. Ich weiß, das hört sich wie ein Widerspruch an. In einem Land, wo Ja Nein und Nein Ja bedeutet, ist aber auch dies möglich.

Nach Dekadenz kommt Degeneration

Lange habe ich mich gefragt, was die Steigerung von Dekadenz sein könnte. Damit meine ich nicht die bekannte altrömische Dekadenz, sondern die unserer Tage. Dass man sich auf die Geschichte bezieht, ist von der Sache her richtig. Problematisch wird es, wenn so getan wird, als gäbe es heute keine Geschichte mehr. Als wäre sie abgeschlossen, und wir sozusagen die Krönung der Geschichte. Das sind wir nicht. Und wenn wir einmal die Krönung der Schöpfung waren, so ist auch diese Zeit Geschichte. Denn die Steigerung von Dekadenz ist, so denke ich, Degeneration.

Das Märchen von der „Pandemie der Ungeimpften“

Das Märchen von der „Pandemie der Ungeimpften“, so der Titel eines Artikels in der Schwäbischen Zeitung, einer unabhängige Tageszeitung für christliche Kultur und Politik, über die Corona-Zeit. Manchmal haben es die Schwaben echt drauf, zumindest die im Ländle. Ich hatte es bereits auf der gestrigen Pressekonferenz in Mitte gehört: Jens Spahn sprach immer wieder von der „Pandemie der Ungeimpften“ und berief sich dabei auf das RKI. Die geleakten Protokolle beweisen: Das RKI bewertete die Aussage als „nicht korrekt“. Oder mit anderen Worten: Der Gesundheitsminister sah Sachen, die nicht da waren. Demzufolge gibt es auch Nichts, was Ungeimpften, die unter den Halluzinationen des Gesundheitsministers zu leiden hatten, verziehen werden müsste, auch wenn dieser behauptete: „Wir werden einander viel verzeihen müssen.“ – Nein, Herr Spahn und auch Frau Merkel, es sind ausschließlich sie, die die Ungeimpften um Verzeihung bitten müssen. Dies beweisen die geleakten RKI-Rrotokolle. Ob diese ihnen verzeihen, liegt nicht in ihrer Hand. Am Ende können sie sich sowieso nur selbst das verzeihen, was sie Ungeimpften angetan haben.

„Follow The Sun“ statt „Follow The Science“

„Pandemie der Ungeimpften aus fachlicher Sicht nicht korrekt“ – so steht es nicht nur in der Zeitung, sondern auch in den Protokollen des Robert Koch Instituts. Aber es wird noch besser! Christian Drosten hat eine eigene wissenschaftliche Arbeit zurück gezogen. Grund: Im Text hatte Drosten ungezielte Testungen als nicht sinnvoll betrachtet. Dies widersprach allerdings dem Regierungshandeln. Vermutlich hält nicht nur die Journalistin Aya Velazquez das für „Wissenschaftsbetrug“. Vielleicht versteht man jetzt besser, dass man in Bulgarien lieber der Sonne als der Wissenschaft folgt. Natürlich nur die, die es noch können. Denn bei einer offiziellen Impfquote von gerade einmal 30 Prozent müssten ja eigentlich alle tot sein, oder?