Leaving Berlin (025)

Baba Wangas Haus vorne rechts, im Hintergrund die zukünftige Touristenhölle

Viel gäbe es zu sagen über die 1996 verstorbene bulgarische Seherin Baba Wanga, die im Südosten des Landes zu hause war. Beispielsweise dass an dem Ort, den sie sich – blind wie sie war – für ihre Arbeit aussuchte, der einzige Vulkan in Bulgarien war, an dem es darüber hinaus heiße Quellen gibt. Ob diese der Grund sind, dass direkt hinter dem ehemaligen Wirkungsort von Baba Wanga eine Hotelanlage gebaut wird, daran darf gezweifelt werden. Eher soll wohl ein Baba-Wange-Feeling verkauft werden. Dieses Feeling ist aber gone, so wie Baba Wanga gone ist. Hier ein paar Aussagen von ihr, die an ihrem früheren Wirkungsort nachzulesen sind:

Bemerkenswert die Aussage von Baba Wanga, dass der, der das sieht, was sie gesehen hat, nicht wünschen würde, auch nur eine Stunde zu leben.

Interessant auch diese Aussage über den Wohlstand, der, geht es nach Baba Wanga, nicht nur nicht glücklich macht, sondern Nichts ist.

Geht es nach Baba Wanga, werden nicht wir Russland ruinieren, sondern unsere Gier die Welt.
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Für einen Westbeauftragten – Ein Plädoyer

Verlassener Informations-Kiosk

Es gibt keinen Mangel an Informationen. Es gibt eher zu viele Informationen. Damit sind nicht Desinformationen gemeint. Die gibt es auch. An erster Stelle gibt es aber Nicht-Informationen, das bekannte „nothing about nothing“, das vor allem der Ablenkung dient. Mindestens genauso wichtig wie Informationen, wenn nicht gar wichtiger, sind Erfahrungen, also Lebenserfahrungen. Die Ostdeutschen verfügen nicht nur über „besondere Erfahrungen“, sondern über einen „Erfahrungsschatz“. Das sagt sogar der Ostbeauftragte der Bundesregierung. Dass dieser Schatz selbst 35 Jahre nach der Wende noch nicht gehoben wurde, liegt daran, dass man am verkehrten Ort nach ihm gesucht habe. Das sage ich. Warum ich dieser Meinung bin und darüber hinaus für einen West- anstelle eines Ostbeauftragten plädiere, kann man aktuell hier in der Berliner Zeitung nachlesen.

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Leaving Berlin (024)

Grab in Griechenland

Nicht alle Gräber in Griechenland sehen aus wie obiges. Das ein oder andere aber schon. Es ist das Grab von Nikolaos Stakos in Agia Paraskevi. Gelebt hat Nikolaos Stakos von 1855 bis 1927. Wie es zu dem Grabmahl kam, konnte ich in der Eile nicht herausfinden. Was man sieht, ist die Büste von Nikolaos Stakos über einem weiblichen Engel. Dieser scheint nackt zu sein, oben herum ist er es auf jeden Fall. Unten könnte die Frau auch Leggins tragen, zumindest würde sie es wohl heute tun.

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Leaving Berlin (023)

Casablanca in Griechenland. Im Hintergrund der Berg Athos. Besser: Der heilige Berg Athos. Frauen dürfen dort nicht hin. Das Gebiet ist abgesperrt. Es gibt sogar einen Checkpoint. Auch als Mann kann man nicht einfach rein. Man muss sich vorher anmelden. Es gibt auch Esel auf dem Athos. Die würden mich interessieren.

Neulich las ich, dass Menschen ohne Gott verrückt werden. Genau das scheint gerade zu passieren. Man kann auch mit Gott verrückt werden. Ohne Gott ist es wahrscheinlicher. Glauben tut jeder. Die Moralisten von heute sind in Wahrheit Materialisten, die ihren Glauben an Geld nur wissenschaftlich verbrämen müssen.

Es wird der Tag kommen, da wird man in Bankentürme reingehen wie heute in Kirchen und Kathedralen. Mit einem Unterschied. Man wird den Tanz der heutigen Menschen ums Goldene Kalb, ihren Glauben an so etwas wie Geld, nicht verstehen.

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Leaving Berlin (022)

Von denen wenige Touristen, die es schon in Griechenland gibt, sind die meisten Deutsche. Traditionell bevorzugen die Landsleute die Vor- und Nachsaison. Seit einiger Zeit sind viele von ihnen besonders erschöpft, um nicht zu sagen ausgebrannt. Regeln geben dem Alltag dieser armen Menschen Struktur. Auch ich liebe Regeln und neuerdings auch Ordnung. Da weiß man, was man hat und vor allem, woran man sich zu halten hat. Das Baden im Pool ist in dieser Anlage, besser Anstalt, nur von 9:00 bis 14:00 und dann wieder von 17:00 bis 21:30 erlaubt. Das sind sie Benutzungszeiten. Danach, davor und auch dazwischen ist das Baden im Pool verboten. Alles, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist dem Deutschen verboten. Beim Bulgaren ist es umgedreht. Alles, was nicht ausdrücklich verboten ist, ist erlaubt – also praktisch alles. Das Beste an dieser Anlage, besser Anstalt, sind aber ohne Frage nicht die Benutzungszeiten des Pools, sondern der Rettungsring. Der muss sein. Schließlich sind die Landsleute, ich erwähnte das bereits, extremst erschöpft und ausgebrannt. Da kann es schon mal passieren, dass man in einem drei mal drei Meter und 130 cm tiefen Pool in Seenot gerät. Und da geht der Grieche lieber auf Nummer sicher. Nicht, dass es später heißt, dass Deutsche bei ihm zu Schaden gekommen seien. Den Schaden hatten sie schließlich schon vorher.
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Meanwhile in Germany (011)

U-Bahnhof Mehringdamm / Berlin-Kreuzberg

Was muss ich gerade wieder im von Bill Gates gesponserten ehemaligen Nachrichtenmagazin aus Hamburg lesen: „… hat einen Ruf als Hochburg für Kriminalität, Krawall und Judenhass.“ Der nächste Satz lautet: „Viele, die hier leben, haben palästinensische oder arabische Wurzeln, mehr als die Hälfte hat eine Migrationsgeschichte. Probleme wurden lange ignoriert, …“ – Um welche Stadt könnte es sich handeln? Genau, es kann nur das schwedische Malmö sein.

PS: Anderes Thema, andere Zeitung, diesmal aber über Deutschland.

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Leaving Berlin (021)

Ein beliebtes Mitbringsel aus Griechenland sind diese Penis-Flaschenöffner, von denen es verschiedene Ausführungen gibt. Manche Eichel hat ein Ornament wie der Penis in der Mitte. Auf dem Penis rechts davon ist ein Esel und der Böse Blick, das so genannte Evil Eye, zu sehen. Davon wiederum rechts auf dem Penis ist ein Lippenabdruck auf der Eichel. Der weinrote Penis links im Bild hat eine Furche zwischen den beiden Hoden, die sich mir nicht gleich erschlossen hat. Ich musste zuerst an das denken, was sich bei immer mehr Frauen unter ihrer Leggins im Schrittbereich abzeichnet. Wie heißt das gleich noch mal? Richtig, die Vulva, also die gesamten äußerlich sichtbaren weiblichen Genitalen. Es gibt da die äußeren und inneren, aber zurück zu den Penis-Flaschenöffnern. Selbst als ich noch getrunken habe, brauchte ich keinen Flaschenöffner. Da habe ich die eine Bierflasche immer mit der anderen Bierflasche aufgemacht. Ich werde mir also keinen Penis-Flaschenöffner für 5,50 Euro aus Griechenland mitbringen. Dafür Spielkarten mit erotischen Darstellungen, genauer Griechische Liebhaber Spielkarten. Die kosten im Internet jetzt schon 22 Euro und hier beim Griechen nur zwei – der Wahnsinn!

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