Bericht aus Brandenburg (001) – „Neue Modelle braucht das Land“

„Neue Modelle braucht das Land“, so hieße mein gerade erschienener Beitrag, ginge es nach mir. Da viele das Lied „Neue Männer braucht das Land“ der Ina-Deter-Band aus den Achtzigern, auf das sich mein Titel bezieht, nicht mehr kennen, wurde daraus nichts, was aber nicht weiter schlimm ist. Schließlich geht es um Inhalte und nicht um Etiketten. Der Inhalt hat es auf jeden Fall in sich. Es geht um eine neue Partei, die keine Partei sein möchte, dafür mit einem neuen Gesellschaftsmodell aufwartet – deswegen „Neue Modelle braucht das Land“, und bei der darüber hinaus jeder mitmachen kann. Ganz genau geht es darum, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und Verantwortung zu übernehmen. Ein wenig wie „Chance 2000 – wähle Dich selbst“ von Christoph Schlingensief, den vermutlich auch niemand mehr kennt. Wenn man selbst ins Handeln käme, bräuchte es auch beigefügter aktueller Graffitis nicht mehr, die es so nur in Berlin und nicht im Brandenburgischen gibt, wo die neue Partei gegründet wurde. Menschen in der Hauptstadt brauchen die Inspiration aus der Provinz. Nicht umsonst kommen die allermeisten, die es in Berlin zu etwas gebracht haben, gar nicht aus Berlin. Beispielsweise auch Christoph Schlingensief. Der kam aus Oberhausen.

 

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Bericht aus Bulgarien (036) – „Gratismut“

Aktuelles Plakat in Berlin

„Gratismut“ ist ein neues Wort in unserer Sprache, ein zusammengesetztes Substantiv um genau zu sein. Im Unterschied zur Gendersprache ist „Gratismut“ DAS Wort zur Zeit. Berlins neuer Regierender Bürgermeister Wegner (CDU) hat gerade angekündigt, dass es in seiner Verwaltung keine Gendersprache geben wird, wozu eine Portion echten Mutes gehört. „Gratismut“ ist dagegen das, was früher die Hunde waren und bis heute sind, die bellen aber nicht beißen. In Deutschland, das von der Türkei mehr als 2.000 Kilometer entfernt ist, gegen Erdogan zu sein, dazu bedarf es keines Mutes. Obwohl, vielleicht doch, und zwar wenn man mit den türkischen Nachbarn ins Gespräch kommt, die möglicherweise Erdogan wählen.

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Bericht aus Berlin (035) – „Geschäfte mit dem Tod“

Aktuelle Angebote* und Todesanzeige (obere Reihe)

Kürzlich ist Sibylle Lewitscharoff verstorben. Mein Freund aus Bremen hat mich darauf hingewiesen. Jetzt werde ich auch im politisch korrekten Antiquariat/Café, dem Tatort meiner Büchersucht, auf den Tod der deutsch/bulgarischen Autorin aufmerksam gemacht. Ich soll ihre Bücher kaufen, von denen mich aber nur eins interessiert. Es ist „Apostoloff“, das ich schon mehrfach gelesen habe. Dass ich das Roadmovie durch Bulgarien schon mehrfach gelesen habe, liegt daran, dass Sibylle Lewitscharoff dort behauptete, ich wäre mit ihr durch Bulgarien gefahren. Ihr Buch beginnt ganz und gar mit dem Kapitel „Unterwegs mit Rumen“. Schon lange wollte ich eine Gegendarstellung schreiben. Jetzt, wo Sibylle Lewitscharoff tot ist, ist es dafür wohl zu spät. – Möge deine unruhige Seele Ruhe finden, Sibylle Lewitscharoff.

„Der Untertan“ von Heinrich Mann in der unteren Reihe ist Pflichtlektüre!!!

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Bericht aus Berlin (034) – „Ratschläge sind Schläge“

Irgendwo in Ostdeutschland

Seit ich zurück bin in Berlin, das sind jetzt auch schon wieder fast zwei Monate, höre ich von Menschen, dass man dies und jenes nicht sagen oder schreiben darf. Etwas, was ich aus Bulgarien, wo ich die letzten beiden Jahre verbracht habe, nicht kenne. Auch in der DDR gab es so etwas in der Form nicht. Möglicherweise liegt es daran, dass man damals in der DDR und auch heute in Bulgarien gleicher ist, und dass man vor allem nicht so viel zu verlieren hatte. Praktisch nur seine Ketten, wie es die Klassiker nannten. Die Menschen in Deutschland heute haben immer noch etwas zu verlieren. So denken sie zumindest. Viele leben auch einfach immer noch in ihrer kleinen heilen Welt. Das war auch bis zum Ende in der DDR so. Angesichts dessen verstehe ich ihre Zurückhaltung. Also rein menschlich, und auch nur bis zu einem gewissen Punkt. Dieser wird regelmäßig überschritten, wenn dieselben Menschen denken anderen Menschen Ratschläge erteilen zu müssen. Ratschläge können auch Schläge sein. Dass immer mehr Menschen meinen Schläge in Form von Ratschlägen erteilen zu müssen, erkläre ich mir so, dass auch bei ihnen ein Umdenken eingesetzt hat. Das finde ich gut. Wie wär’s, wenn sie zur Abwechslung einfach über ihre Zweifel sprechen würden, anstatt anderen Ratschläge zu erteilen?

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Bericht aus Brüssel (001) – „Uschis Pony verstorben“

Dass Uschis Pony gestorben ist, ist irgendwie an mir vorbei gegangen, obwohl es in jedem Käseblatt gestanden haben soll, wie ich gerade aus Brüssel erfahre. Möglicherweise lag es daran, dass es ein Pony und kein Esel war. – Was nun die Uschi angeht, da hat das Fraktionslose Mitglied des Europäischen Parlaments Martin Sonneborn noch einmal nachgelegt, auch wieder aus Brüssel, und zwar hier.
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Bericht aus Berlin (033) – „Elternteil-1-Tag“

Komme gerade von draussen rein. Obiges Stillleben beschreibt die Stimmung in der deutschen Hauptstadt zum „Elternteil-1-Tag“ ziemlich gut. Es gibt jede Menge Lokalitäten, die gar nicht erst geöffnet haben. Vermutlich weil es sich nicht rechnet. Dort ist Mann am heutigen „Elternteil-1-Tag“ mit Ordnung machen beschäftigt:

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Bericht aus Berlin (032) – „Das macht mir Sorgen“

 
„Das macht mir große Sorgen.“, so unser Wirtschaftsminister in obiger Ansprache. Auch ich mache mir Sorgen. Aber nicht wegen den von Habeck erwähnten „mitunter rechtsextremen Accounts“, auch nicht wegen „prorussischen Accounts“. Wegen ihnen mache ich mir keine Sorgen. Für mich sind solche Geschichten nur die Menthol-Zigaretten-Story in neuem Gewand. Wer die Menthol-Zigaretten-Story nicht kennt, kann sie hier nachlesen. Die Menthol-Zigaretten-Story war der Sargnagel der DDR. Aussagen wie die von Robert Habeck sind der Sargnagel der BRD. Und das macht mir große Sorgen. – Obwohl, wenn ich’s mir recht überlege, so groß sind meine Sorgen nun auch wieder nicht. Größer sind meine körperlichen Schmerzen, die mir Menthol-Zigaretten-Stories gestern wie heute bereiten.
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