Bericht aus Bulgarien (555) – „Safe und Sicher“

Erneut für ein stabiles Bulgarien (GERB-SDS)
Schützen wir den bulgarischen Lew (Wiedergeburt)

In Bulgarien wird am Sonntag erneut gewählt. Es sind die fünften Wahlen in nur zwei Jahren. Bei der letzten Wahl im Oktober lag die Wahlbeteiligung unter 40 Prozent. Diesmal soll es nicht nur Wahlautomaten geben, sondern auch Videoüberwachung. Aktuell sind Bombendrohungen gegen Schulen per e-mail eingegangen. Im Moment gäbe es aber weder für das Bildungssystem noch für die Wahlen eine wirkliche Bedrohung, so Präsident Radew. Vor jedem Wahllokal, das sich in einer Schule befindet, werden für die Parlamentswahl am Sonntag trotzdem Polizisten stehen. Das kündigte der Vorsitzende der Sektionswahlkommission-Sofia Simeon Zwetkow an. Wer sicher sein und darüber hinaus nicht gefilmt werden möchte, bleibt lieber zu hause. Alles, was man im Deutschland über die Wahlen in Bulgarien wissen muss, habe ich hier zusammengefasst. Vor vielen Jahren hat bereits Aleko Konstantinow seine ganz persönlichen Erfahrungen mit Wahlen in dem Kapitel „Bai Ganju macht Wahlen“ in dem von mir herausgegebenen Klassiker „Bai Ganju, der Rosenölhändler“ zusammengefasst. – Für alle, die Bulgarien und Rumänien auseinanderhalten können oder dies in Zukunft beabsichtigen, ein muss!

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Bericht aus Bulgarien (554) – „Nicht aus Rumänien!“

Gerade ist mein Interview bei den „Wendepunkten“ auf RadioMünchen erschienen. Dazu muss ich nichts weiter sagen, weil ich alles, was ich zu sagen hatte, im Interview gesagt habe. Dafür habe ich eine Frage, und zwar folgende: Wieso verwechseln die Leute immer und überall Bulgarien mit Rumänien? Was ist der Grund dafür? Ist es etwa mein Vorname, der wie Rumänien klingt? Oder was ist es? Ich verstehe es einfach nicht  –  oder wie der Amerikaner in mir sagt: I don’t get it!
Podcast RadioMünchen
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Bericht aus Bulgarien (553) – „Das Storchenparadies“

Sie sind zurück

Wie vieles andere auch, so ist im Westen weitgehend unbekannt, dass Bulgarien ein Paradies für Störche ist. Pünktlich zum Frühlingsanfang kehren sie aus dem Süden zurück nach Bulgarien, wo sie ihre alten Nester nur etwas ausbessern müssen, um ihre Nachkommen dort auszubrüten. Bulgaren bringen ihren Nachwuchs seit vielen Jahren vorzugsweise im Ausland zur Welt. Jeder zweite der zwischen 20- und 45-jährigen hat seine Heimat verlassen. So gleicht sich’s wieder aus, könnte man meinen. Aber so sieht es eben auch aus in Bulgarien, wie es aussieht, an vielen Orten wie nach einem verlorenen Krieg. Nicht jeder Krieg wird mit Waffen ausgetragen. Oder wie Brecht es formulierte: „Der reißende Strom wird gewalttätig genannt. Aber das Flussbett, das ihn einengt, nennt keiner gewalttätig.“ Fest steht jedenfalls: Kinder bringt der Storch keine mehr, zumindest nicht nach Bulgarien.

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Bericht aus Bulgarien (552) – „Was tun, wenn die Muse eine Pause macht“

In Sofia / Bulgarien

Gleich neben dem Antiquariat „Ortograph“ von Konstantin, in dem Che Guevara neben Stalin im Schaufenster steht, befindet sich obiges Geschäft, in dem Musen angeboten werden. Denselben Quatsch, den man bisher im Prenzlauer Berg antraf, gibt es jetzt also auch auf dem Balkan. Auch in meinem Rubikon-Interview mit dem Titel „Der Eselflüsterer“ kommt die Muse vor. Ich stelle in dem Interview mein Projekt eines „Donkey Sanctuary & Writers Retreat“ vor, dem ersten Rückzugsort für Schreibende, an dem es auch Esel gibt. Mit anderen Worten: Schreiben in den Schluchten des Balkans, und wenn die Muse einmal eine Pause macht, sind da immer noch die Esel, die zum Wandern einladen. Ich sage aber nicht: Fahre nach Sofia oder geh‘ nach Berlin in den Prenzlauer Berg und kaufe dir dort eine Muse.

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Bericht aus Bulgarien (551) – „Triage in den Schluchten des Balkans“

Allgegenwärtiger Verfall

Im Nordwesten, der ärmsten Region Bulgariens und der EU, ist der Verfall omnipräsent und ein ständiger Begleiter. Jedes zweite Haus verfällt oder ist schon in sich zusammengefallen. Das Haus mir gegenüber (Foto), das demnächst in sich zusammenfallen wird, ist nur ein Beispiel von vielen. Der allgegenwärtige Verfall macht etwas mit den Menschen, die von ihm umgeben sind. Davon bin ich überzeugt. Ich zum Beispiel schwanke permanent zwischen Heruntergezogensein und Neuanfang – gerade jetzt im Frühling. Am Anfang wollte ich noch jedes Haus retten. Oft habe ich mit meinem Bürgermeister darüber gesprochen. Ja, das sei eine gute Idee, und er würde gerne mithelfen. Aber auch er, der äußerst aktiv ist und gerne hilft, kann sich nicht um alles kümmern. Dass das Dorf Strom und Wasser hat und die ärmsten unter den vielen Alten im Dorf nicht verhungern, das sind seine Prioritäten und seine Triage, mit der er täglich aufs Neue konfrontiert ist. Und irgendwann will auch er einfach mal „nur“ Leben, nicht immer nur Überleben.

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Bericht aus Bulgarien (550) – „Die Hasspredigerin“

Wie ich bereits schrieb, bereite ich gerade meine Rückkehr in die Heimat vor, wobei Rückkehr das verkehrte Wort ist, denn ich beabsichtige nicht zurückzukehren, weder nach Berlin, noch nach Deutschland. Es ist eher eine Verabschiedung von dieser irre gewordenen Stadt, die einst auch meine war, und einem wahnsinnig gewordenen Land. Diese traurige Entwicklung hat auch mit dem Aufstieg von Hasspredigern wie Sarah Bosetti zu tun. In Bulgarien, wo nur jeder vierte sich hat impfen lassen – wenn überhaupt, undenkbar! Mit Menschen wie Sarah Bosetti, gäbe es sie in Bulgarien, hätte man vor allem eines: Mitleid. Man würde sich fragen, was auch ich mich frage: Was ist bloß schief gelaufen bei ihr? Was hat man ihr angetan, das sie bis heute anderen antun muss  –  am Ende aber wieder nur sich selber antut.
Video WohlstandsNeurotiker
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Bericht aus Bulgarien (549) – „Graffito in Sofia“

Der einzige Impfstoff

Wenn ich in Sofia bin, laufe ich immer durch die Straßen der bulgarischen Hauptstadt. Das ist meine Routine seit vielen Jahren. Es gibt einige Orte, mit denen ich Erinnerungen vor allem aus der Kindheit (aber nicht nur) verbinde, die aufgesucht werden wollen. Dabei sehe ich immer auch Neues, wie zum Beispiel dieses Graffito (Einzahl von Graffiti) an der Grundschule 120 Georgi S. Rakowski.

 

Der einzige Impfstoff, der Humanität bewahren kann
Auch wenn das Graffito nicht direkt auf meinem Routine-Rundgang durch die bulgarische Hauptstadt liegt, habe ich es schon mehrfach gesehen, allerdings vom Bus aus. Neulich habe ich mir die Mühe gemacht, vorbeizulaufen und es zu fotografieren. Da es sehr lang ist, musste ich mehrere Aufnahmen machen.

ist der gegen Gier und Ignoranz …

Das Graffito ist wie gesagt an einer Schule, an der man noch etwas lernen kann. Gelegen ist sie am Boulevard Evgeni & Christo Georgiev, und zwar zwischen dem Nationalen Kulturpalast (NDK) und dem Stadion Wassil Lewski. Da der Boulevard eine Einbahnstraße ist, deren Fahrbahnen durch das Flüsschen Perlowska räumlich voneinander getrennt sind, noch der Hinweis, dass es Fahrtrichtung Stadion ist. 
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