Bericht aus Berlin (40) – „Die Angst-Gesellschaft“

 

Im zweiten Teil seines Vortrags über die Angstfalle, in der wir uns nun schon seit über zwei Jahren befinden, insbesondere die unter uns, die nur Öffentlich/Rechtlich konsumieren, gibt Hans-Joachim Maaz aus Halle an der Saale aktuelle Beispiele aus seiner therapeutischen Tätigkeit. Also wie er geholfen hat, dass Menschen wieder miteinander sprechen, die dies zuvor wegen Corona aufgegeben hatten – leider keine Einzelfälle, wie ich erfahren musste, zumindest in Deutschland. In Bulgarien ist dieses Phänomen bisher wenig bzw. kaum bekannt, mir persönlich ist keiner einziger solcher Fall zu Ohren gekommen. Ich selbst halte es auch in Sachen Corona, genauso wie ich es in in meinem Taxi gehandhabt habe, wo man zwar nicht telefonieren, dafür aber alles sagen durfte – sogar die Wahrheit.

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Bericht aus Berlin (39) – „Die Angstfalle“

 

Hans-Joachim Maaz, der mir in Berlin auch schon mal im Taxi saß, hat ein neues Buch geschrieben. Es heißt „Angstgesellschaft“ und wird gerade von meinem Freund und Übersetzer Martin ins Bulgarische übertragen und soll demnächst beim in Sofia ansässigen Ost-West Verlag auf Bulgarisch erscheinen. Auf Deutsch ist es bereits im Mai bei Franke & Timme erschienen und in obigem Video stellt der Therapeut meines Vertrauens es mit folgenden einleitenden Worten vor: „Wer sich nur Öffentlich/Rechtlich informiert, ist praktisch ein einer Angstfalle gefangen.“ – Wie diese aussehen kann, habe ich in „Wiedersehen in Deutschland“ beschrieben.

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Bericht aus Bulgarien (173) – „Tanz auf dem Vulkan“

Demonstration am 11. Mai vor dem Parlament in Sofia

Noch bin ich in Berlin, meiner Stadt, auf deren Straßen und Plätzen ich einst mit meinem Taxi zu hause war, und mit der ich fertig habe. Noch nie war mir das klarer als jetzt. Wozu ein wenig Abstand alles gut sein kann. Dass ich mit Berlin fertig habe, liegt vor allem daran, dass ich lange nicht so viele merkwürdige Menschen auf einen Haufen gesehen habe, um mich vorsichtig auszudrücken. Menschen, die auf einem Vulkan tanzen. Auf den ersten Blick erinnert es an Alexis Sorbas, einen meiner Helden, der am Ende des Romans von Nikos Kazantzakis tanzt, nachdem alles zusammengebrochen ist. Der Unterschied scheint mir der zu sein, dass all die merkwürdigen Menschen, die heute hier noch auf dem Vulkan tanzen, morgen schon, wenn bei ihnen alles zusammengebrochen sein wird, böse werden. Das ist, so denke ich, leider alternativlos. Und weil ich da nicht unter die Räder geraten möchte, bringe ich mich vorher in den Schluchten des Balkans in Sicherheit, wo die Menschen, die heute noch friedlich demonstrieren, morgen aber nicht böse sondern tanzen werden. Da bin ich mir sicher, und da möchte ich dabei sein.

PS: Oben links rast ein Zug von Covid über Krieg in der Ukraine auf die Krise zu, die wir jetzt haben. Darunter Klaus Schwab mit einem Null Euro Schein und seinem Motto: „Dir wird nichts gehören und du wirst glücklich sein“. Rechts davon die NATO als Abkürzung für „Nationale Amerikanische Terroristische Vereinigung“, darüber „Stoppt den Terror der Weltgesundheitsorganisation (WHO)“.

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Bericht aus Berlin (38) – „Sie haben kein Recht hier zu sein!“

 
Karl Lauterbach – ein Nazi?

Nun wurde mir das Recht, hier zu sein, auch ganz offiziell von Karl Lauterbach abgesprochen. Bisher kannte ich so etwas nur von Nazis. Ist unser Gesundheitsminister vielleicht einer? Jedenfalls wird er, wenn er so weiter macht, nicht mehr lange Minister sein. Überhaupt gehe ich davon aus, dass die derzeitige Regierungsdarsteller keine volle Amtszeit spielen. Wahrscheinlich werden sie noch dieses Jahr abdanken, spätestens nächstes. Ich schaue mir das Schauspiel lieber aus der Ferne an, und zwar in den Schluchten des Balkans bei einer Tasse Kräutertee.
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Bericht aus Berlin (37) – „Alter weißer Mann“

Ich nicht
Ein Kollege hat mich neulich darauf hingewiesen, dass man es als alter weißer Mann alles andere als leicht hat, mit dem Schreiben sein Geld zu verdienen. Diesen Punkt hatte ich bisher noch nicht auf meiner Rechnung. Und dabei habe ich dem Amt gesagt, dass meine Firma „Desillusionist“ heißen würde. Manchmal brauchen Desillusionisten auch Desillusionisten. Kurz habe ich überlegt, ob ich mich umoperieren lassen sollte. Dann würde es auch wieder mit dem Klopapier von obiger Werbung klappen, die einen gerade an allen Ecken der Stadt anschreit. Ich mag es aber prinzipiell nicht, wenn andere von „wir“, in dem obigen Fall von „ihr“, sprechen, oder wenn Leute sagen, dass „man“ irgendetwas eben so mache. Ich persönlich mag es von hinten nicht, von hintenherum oder hinterm Rücken schon gar nicht. Ich mag’s nur von vorne – direkt und geradezu. „Sanft“ oder „ultrasoft“ mag ich’s auch nicht. In Bulgarien habe ich meinen Allerwertesten immer mit hartem, völlig saugunfähigem Zeitungspapier abgewischt. Das macht man so in den Schluchten des Balkans. Das mit dem Umoperieren werde ich jetzt doch besser sein lassen. Mich umpoperieren zu lassen kann ich mir nicht leisten. Ich werde also auch weiterhin als alter weißer Mann schreiben, schreiben müssen. Österreichs alter weißer Mann Thomas Bernhard hätte vermutlich „naturgemäß“ dazu gesagt.

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Bericht aus Berlin (36) – „Bundesregierung der Rezession nicht gewachsen“

Never: Mehr Glücksgefühle
Oberbaumstraße, früher Kreuzberg, heute Friedrichshain-Kreuzberg

Auch beim ehemaligen Nachrichtenmagazin verlassen die ersten Ratten das sinkende Schiff. In der aktuellen Kolumne von Thomas Fricke liest sich das so: „… in Deutschland nehmen die Anzeichen für eine Rezession zu – und auch dafür, dass die Bundesregierung dem nicht gewachsen ist.“ – OK, das ist nur eine Meinung. Aber ist heute nicht alles Meinung? Oder sollte ich besser Glauben sagen? Selbst „Die Manager sind pessimistisch geworden“ – dann muss es ernst sein. Und weiter: „Die Corona-Rezession war vergleichsweise leicht!“ – und da ging es schon um Leben und Tod! Komischerweise gilt hier aber: „Wie stark die nun drohende Rezession am Ende wird, lässt sich umso schwieriger vorhersagen.“ Das ist nicht nur neu, sondern auch merkwürdig, denn auch die Wirtschaft ist eine Wissenschaft, um genau zu sein zwei: die Betriebs- und die Volkswirtschaftslehre. Da könnte eine Kapazität wie Drosten den Verlauf der Rezession nicht im Krankenhaus, sondern am Computer simulieren, genauso wie die Plandemie bis heute praktisch Tag für Tag aufs Neue geplant simuliert wird. Schade, dass dies nicht geschieht. Gerne hätte ich auch hier DER Wissenschaft vertraut. Oder gilt plötzlich wieder Rede und Gegenrede? Immerhin, man darf hier (noch) eine eigene Meinung haben. Und da gehe ich davon aus, dass es bei der Rezession genau umgedreht ist wie mit der Plandemie, durch die wir angeblich „taumeln“, was immer das heißen mag – also ich bin schon lange nicht mehr „getaumelt“. Vielleicht sollte der Autor von „Die Lage am Abend“, Wolfgang Höbel, einfach mit dem Alkohol aufhören. Es ist das, was mir einfällt, wenn ich „Deutschland taumelt durch den Corona-Sommer in den Corona-Herbst“ lese. Zurück zum „umgedreht“, das ich nicht meine, weil in Bulgarien, wo ich das letzte Jahr verbracht habe und wo ich bald wieder sein werde, immer alles umgedreht ist. Das hat damit nichts zu tun. Ich vertraue meiner Lebenserfahrung und meinem Instinkt. Die Rezession wird, im Gegensatz zur Plandemie, richtig schlimm werden. Jeder ist gut beraten, sich schon mal warm anziehen und einen sicheren Ort zu suchen, wo er abtauchen kann. Ich empfehle die Schluchten des Balkans, damit die Rezession nicht bald das schafft, was Corona nicht geschafft hat, und zwar dich platt zu machen. Denn, so Thomas Fricke in seiner Kolumne „Der Wirtschaft droht der Absturz – was jetzt noch helfen kann“ im ehemaligen Nachrichtenmagazin weiter: „Einigermaßen sicher ist nur, dass es fatal wäre, noch lange auf Belege zu warten. Wenn die Spirale sich einmal dreht, ist sie umso schwerer zu stoppen – und ist es zu spät, um Schlimmeres noch zu verhindern.“

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