In der Bibliothek mit Nietzsche und Horkheimer

Sitze gerade in der Stadtbibliothek, wo ich auf obiges Buch gestoßen bin. Es heißt „Traditionelle und kritische Theorie“ und enthält fünf Aufsätze von Max Horkheimer. Erschienen ist das Buch bei Fischer in der Rubrik Wissenschaft. Keine Ahnung, ob das, was Horkheimer unter Wissenschaft verstand, noch mit dem, was heute darunter verstanden wird – Stichwort: DIE Wissenschaft – kompatibel ist. Was man sagen kann, ist, dass sich Horkheimers Wissenschaft in einem Satz zusammenfassen lässt, und zwar den auf der Rückseite des Buches (Foto). Interessant die Frage, ob Horkheimer Nietzsches Worte über den Fortschritt kannte: Der „Fortschritt“ ist bloß eine moderne Idee, das heißt eine falsche Idee. Der Europäer von heute bleibt in seinem Werte tief unter dem Europäer der Renaissance; Fortentwicklung ist schlechterdings nicht mit irgendwelcher Notwendigkeit Erhöhung, Steigerung, Verstärkung.

„Jemand ein bisschen Hilfe. Ich habe Hunger!“

Gute Nacht Berlin

„Jemand ein bisschen Hilfe. Ich habe Hunger!“ schreiend rennt ein Mann gestern Abend zwischen Möckernbrücke und Südstern durch die U-Bahn. Mit Schreien kommt man beim Deutschen nicht weit, oder vielleicht sollte ich sagen: noch nicht. In Bulgarien wird praktisch nur geschrien, da gibt es das Wort sagen gar nicht. Man ruft oder man schreit. Der Mann im U-Bahnhof Amrumer Straße (Foto oben) fährt eine andere Strategie. Er schreit nicht, er schläft. Das Resultat ist allerdings das selbe: Null. Niemand gibt etwas. Was kommt als nächstes? Geht man dem anderen an die Gurgel?

Heute wieder Flohmarkt

Heute ist Sonntag und damit wieder Flohmarkt. Im Gegensatz zu Bulgarien, wo immer montags Flohmarkt ist. Hierzulande ist man gut beraten, seinen Stand an einem Geldautomaten zu positionieren. Deswegen habe ich meinen Stand schon gestern aufgebaut. Denn auch auf den hiesigen Flohmärkten wird immer öfter bargeldlos bezahlt. Auch das ist in Bulgarien anders.

Unter der Brücke

Unter der Brücke, Red Hot Chili Peppers hat einen ganzen Song darüber gemacht, lebt es sich ganz angenehm. Man hat ein Dach über dem Kopf, vielleicht das wichtigste. Man hat die Öffentlichen vor der Tür und die Öffentlichkeit im Wohnzimmer. Also Menschen, die an einem vorbei flanieren. Manch eine rennt auch wie obige Joggerin im grünen Kostüm und mit Kopfhörern auf dem Kopf.

Endlich normale Leute!

Smartphone Zombies

Sagte ich früher immer „Endlich normale Leute!“, wenn ich aus den USA zurück kam, wo man im öffentlichen Raum keinen Alkohol trinken darf, angesichts der zahlreichen Biertrinkenden Menschen in der Berliner Ring-Bahn (die Smartphonesucht gab es damals zwar schon, war aber weit weniger ausgeprägt), sage ich es heute nur noch, wenn ich die Meetings der Anonymen Alkoholiker besuche. Denn nichtstoffliche Drogen, zu denen Internet und Smartphone gehören, sind weit schwerer zu entziehen als stoffliche Drogen wie Alkohol, Marihuana und Heroin.