Leben in Zeiten von Corona – Heute: “Wir brauchen neue Verschwörungstheorien!”

 

Fehrbelliner Platz
früher Wilmersdorf / heute Charlottenburg-Wilmersdorf
Neulich beim Treffen der Trockenen Taxifahrer, zu denen ich regelmäßig dreimal die Woche gehe, meinte ein Kollege, also ein gewesener, so wie ich auf dem Trockenen sitzender Taxifahrer, dass wir neue Verschwörungstheorien brauchen würden, weil die alten alle wahr geworden wären. Keine Ahnung, ob das jetzt stimmt, ob wirklich alle Verschwörungstheorien sich als Wahrheit herausgestellt haben. Dafür gibt es einfach zu viele Verschwörungstheorien und so genannte Verschwörungstheorien, und offiziell werden ja auch immer mehr Theorien verbreitet, die angeblich wahr sind, sich aber im Nachhinein als Verschwörungstheorien herausstellen, beispielsweise die Aussage, dass es keine Impfpflicht geben werde. Was auf jeden Fall stimmt, ist, dass gewisse Aufkleber unleserlich gemacht werden, praktisch bevor sie aufgeklebt werden. Dieses Phänomen gibt es sowohl in Charlottenburg-Wilmersdorf, als auch in Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg. Das ist also keine Verschwörungstheorie, wenn dann eher eine Verschwörungspraxis beziehungsweise Antiverschwörungspraxis, je nach Sichtweise. Und das erinnert mich daran, dass es das schon vor nunmehr 35 Jahren gab. Damals hatte jemand “Freiheit für Vera!” an eine Hauswand gesprüht. Daraufhin musste die Staatsmacht noch selbst aktiv werden, genau war es die Stasi. Heute, wo es zum Glück keine Stasi mehr gibt, erledigen das Mitläufer, also praktisch inoffizielle Mitarbeiter. Für wen genau sie arbeiten, das wissen sie meist selbst nicht. Wer es weiß, soll sich bitte melden. Bis dahin bleibt es dabei, dass es Mitläufer, aber auch nützliche Idioten des Neoliberalismus sind. Obwohl, etwas genauer kann man da glaube ich schon werden. Das meinte auch der Kollege beim Treffen der Trockenen Taxifahrer. Da es sich in der Regel um Jünger des Dekonstruktivismus handelt, die alles von einander zu trennen versuchen, um damit jeglichen Zusammenhang zu leugnen, kann man sie auch als Zusammenhangsleugner bezeichnen. Vermutlich ist das auch wieder nur eine Verschwörungstheorie, die sich aber möglicherweise später als wahr herausstellt. Den Slogan “Freiheit für Vera!” gab es damals wie gesagt wirklich. Die Stasi hat den, der ihn an die Hauswand geschrieben hatte, auch dank ihrer Mitläufer, Verzeihung inoffiziellen Mitarbeiter ausfindig gemacht und aus dem Land gekickt. Das geht heute “Dank” Corona nicht mehr. Auch da soll es aber schon Ausnahmen geben. Schwindelexperten (das sind die, die sich mit dem Schwindeln, also mit dem Lügen auskennen), die hierzulande mit dem Tod bedroht werden, sollen sich schon nach Afrika abgesetzt haben. Auch das vermutlich nur eine Verschwörungstheorie, die allerdings schon wahr geworden ist, glaubt man dem ebenfalls auf dem Trockenen sitzenden Kollegen beim Treffen der Trockenen Taxifahrer. Was auf jeden Fall wahr ist, ist, dass mit “Freiheit für Vera!” Vera Wollenberger gemeint war, die damals nicht in Afrika sondern im Volkseigenen Knast saß, und die heute Vera Lengsfeld heißt. Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.

Weserstraße
früher Neukölln / heute Neukölln 

Reichenberger Straße
früher Kreuzberg / heute Friedrichshain-Kreuzberg
Fotos&Text TaxiBerlin

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