Bericht aus einem aus der Zeit gefallenen Land (026)

Der Feuermelder vorm Schloss „Bellevue“, dem Sitz unseres Präsidenten, ist „Außer Betrieb“. Klar, zeitgemäßer wäre ein Wahnsinn- oder zumindest Irrsinn-Melder. Aber Feuermelder passt auch sehr schön, beispielsweise zum Titel dieser aktuellen Spiegel-Kolumne: „Die Welt brennt – und Deutschland mäht den Rasen“. Gerade höre ich im Radio, dass die Regierung es nicht schafft, nach der Klatsche aus Karlsruhe, das ist jetzt auch schon wieder drei Wochen her, noch in diesem Jahr den Haushalt fürs nächste zu verabschieden. Mit anderen: das Jahr beginnt – aber es gibt keinen Haushalt. Auf dem Feuermelder vorm Schloss „Bellevue“ steht, dass man bei Feuer die Scheibe einschlagen und warten soll, bis die Feuerwehr kommt. Nun ist der Feuermelder aber „Außer Betrieb“. Da die Feuermeldung sowohl durch den nächsten Feuermelder als auch Fernsprecher und sogar übers Internet zu keiner Reaktion führte, können wir nichts machen. Dieser Fall ist hierzulande nicht vorgesehen, und was nicht vorgesehen ist, da macht der Deutsche auch nichts, da wartet er lieber artig ab, was passiert. Wir können ja auch noch 2025 einen Haushalt 2024 verabschieden und einfach mal ’n Jahr fasten. Soll sehr gesund sein.

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Bericht aus einem aus der Zeit gefallenen Land (025)

Wer immer noch Lust hat, seine Freiheit in der Ukraine zu verteidigen, sollte sich beeilen, denn der Krieg dort könnte bald vorbei sein. Das sagt nicht nur Seymor Hersh, sondern nun auch „The Economist“. Obwohl ich mit Waffe gedient habe, auch wenn es nur der Grundwehrdienst war, zieht mich nichts an die Ostfront. Dass das so ist, liegt – so denke ich – vor allem daran, dass wir in den 18 Monaten immerhin dreimal mit einer Kalaschnikow geschossen haben. Es scheint mir, als gäbe es da eine Parallele zu meiner Ausbildung zum Krankenpfleger. Auch wenn ich da einige Spritzen sogar selbst verteilt habe, halte ich mich jetzt lieber fern von ihnen, zumindest wenn es sich dabei um eine so genannte Impfung handelt.
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Bericht aus einem aus der Zeit gefallenen Land (024)

Seit Tagen will der Schneemann, den meine Hausverwaltung auf den Esel bei mir vor der Eingangstür gesetzt hat, nicht weichen. Der Esel ist ein Geschenk von Fahrgästen aus Spandau bei mir im Taxi, aber das nur nebenbei. Da ich kaum noch die Wohnung verlasse, habe ich nichts davon. Immerhin, in der Wohnung herrschen mehr oder weniger ähnliche Temperaturen in jeden Raum. Ich persönlich bevorzuge die Ein-warmen-Raum Strategie der Bulgaren. Nach der Ein-warmen-Raum Strategie gibt es einen Raum, der so richtig warm ist, sagen wir 25 Grad. In Bulgarien kriege ich das Dank meines Holzofens der Marke PRITY, dem bulgarischen Mercedes in Sachen Holzöfen, hin. Nur, meinen PRITY konnte ich nicht mitbringen. Und wenn, hätte ich ihn hier nicht anschließen können. Aber das ist ein Luxusproblem und auch nur die Vorrede. Denn ich mache mir ernsthaft Sorgen, dass, nachdem der Hitzetod im Sommer ausgeblieben ist, nun wirklich Menschen sterben, und zwar Obdachlose den Kältetod. Dass es jetzt mehr Schnee geben soll, weil angeblich die Polkappen geschmolzen sind, leuchtet selbst mir ein. Wenn ich es richtig sehe, gibt es aber gar nicht mehr Schnee. Der ist immer noch der alte. Es wird bloß einfach nicht wieder warm oder zumindest etwas wärmer.
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Bericht aus einem aus der Zeit gefallenen Land (023)

Beim Anblick des Schildes, es hängt bei mir um die Ecke, musste ich sogleich an das neue Buch von Hans-Joachim Maaz denken. Es heißt „Friedensfähigkeit und Kriegslust“ und wird ebenfalls mit einen Orwell Zitat eingeleitet. Bereits in dem Interview „Es ist ein Kulturkampf“, das ich im Sommer mit Maaz gemacht habe, wird sein neues Buch erwähnt. Schon damals wollte ich nach Halle fahren, um ihn zu interviewen. Leider ist damals etwas dazwischen gekommen. Letzte Woche Montag war ich nun in Halle und habe meinen Besuch bei Maaz nachgeholt. Diesmal habe ich ihn zu seinem neuen Buch „Friedensfähigkeit und Kriegslust“ befragt. Hier kann man jetzt das Interview nachhören. Das Orwell zugeschrieben Zitat, welches das Buch einleitet, lautet: „Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“

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Bericht aus einem aus der Zeit gefallenen Land (022)

„Die Welt brennt – und Deutschland mäht den Rasen“ – dazu die Eilmeldung „Dax steigt auf Rekordhoch“. Zu letzterem fällt mir der Spruch von Rosa Luxemburg ein: „Die Dividenden steigen, und die Proletarier fallen.“ Zu ersterem muss ich an obiges Foto denken. Es ist eines der letzten, das ich in Bulgarien gemacht habe vor meiner Rückkehr nach Deutschland, genau nach Berlin, der Zentrale des deutschen Irrenhauses. Das Haus war neu, wurde allerdings nie bezogen, ist also unbezogen eingestürzt. Oft bin ich an ihm vorbeigefahren auf meinem Weg nach Sofia, und das viele Jahre lang. Der Baufehler machte sich im letzten Jahr bemerkbar. Vorher hätte man das Haus vielleicht noch retten können – danach nicht mehr. Ähnlich scheint es sich mit unserem Land zu verhalten. Anfangs suchte ich die Schuld für mein Fremdeln mit meiner alten Heimat Berlin bei mir. Jetzt wird mir klar, dass ich mich gar nicht so sehr verändert habe, sieht man von dem klareren Blick ab und dem Mut, Unbequemes auszusprechen, auch auf die Gefahr hin, als Rechtsextrem bezeichnet zu werden. In Wahrheit ist es umgedreht. Etwas, was ich in Bulgarien gelernt habe und was ich jeden empfehlen kann. Immer alles umzudenken: JA ist NEIN und NEIN ist JA. Nicht ich bin Rechtsextrem, sondern alle, die das Unheil nicht sehen wollen, was sich vor uns aufbaut und dem wir wohl nicht mehr aus dem Weg gehen können. Ihre Realitätsverweigerung und Nichtsehenwollen ist extrem.

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Bericht aus einem aus der Zeit gefallenen Land (021)

Kein Scheiß jetzt – das ist ein aktuelles Werbeplakat für den Fernsehsender Arte! Warum man so viel schauen soll, dass man nicht mehr weiß, was man gesehen hat, erschließt sich mir nicht. Ist es „nur“ Alzheimer oder schon Verblödung? Fest steht, dass die Ursache dafür Öffentlich/Rechtlich ist, denn Arte ist ein öffentlich-rechtlicher Rundfunkveranstalter mit Hauptsitz im französischen Straßburg.

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Bericht aus einem aus der Zeit gefallenen Land (020)

Ein Männer Mordaufruf bei mir um die Ecke. Ich bin nicht sicher, ob ich gemeint bin. Immerhin bin ich ein Mann. Zumindest da bin ich mir sicher. Unsicher bin ich mir, ob auch Gruppenvergewaltiger sich angesprochen fühlen sollen. Oder vielleicht gerade sie, weil sie in letzter Zeit eher milde Strafen bekamen. Das hängt mit den gruppendynamischen Prozessen zusammen. Immer wenn es die falschen Täter sind, wird die Psychologie herangezogen. Oder es sind Einzelfälle. Bei einer Gruppenvergewaltigung von Einzelfall zu sprechen, stelle ich mir allerdings schwierig vor. Das Opfer, eine junge Frau, kann nach der Gruppenvergewaltigung auf jeden Fall weiterleben. Es sei zwar ein anderes Leben, aber doch Leben, so ein Psychologe. Mein Problem ist, dass ich nicht auf Gruppenvergewaltigung stehe. Mein Fehler, ich weiß. Dafür kann ich sagen, dass zwar auch ich ein Vergewaltiger bin, also ein potenzieller, aber eher ein gemäßigter. Und genau darauf kommt es an. Wenn man gemäßigt ist, kann man auch Rebell oder ganz und gar Islamist sein. Dann geht das in Ordnung beim akademischen Mob. Ich hoffe, dass ich da als gemäßigter Vergewaltiger durchkomme. Ansonsten muss ich aufpassen, wenn ich das Haus verlasse, ob jemand von der „Dead Men Can’t Rape“ Gang unterwegs ist. Der Männer Mordaufruf ist aktuell und wie gesagt auch gleich bei mir um die Ecke.
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