Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr

Auch ein Pulitzer-Preisträger und investigativer Journalist, der als einziger, indem er den Watergate-Skandal aufdeckte, schon einmal einen US-Präsidenten zum Rücktritt zwang, und zwar Richard Nixon, kann sich irren. Er könnte mit seiner aktuellen Recherche, dass die USA hinter der Sprengung der Ostsee-Pipelines stecken, aber auch richtig liegen. Sein Name ist Seymour Hersh.
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Bericht aus Bulgarien (455) – „Wir brauchen mehr Verschwörungstheorien“

Behelfsbrücke vor alter Brücke

Wir brauchen mehr Verschwörungstheorien, denn alle bisherigen sind wahr geworden. Allen voran die, dass es bei der Coronapanikdämie niemals um Gesundheit ging. Auch, dass in der Ukraine unsere Freiheit verteidigt werden würde. Meine neueste Lieblingsverschwörungstheorie ist die, dass die Amerikaner die Ostsee-Pipelines gesprengt haben. Dabei ist diese auch schon wieder veraltet. Ich meine, sie hatten es ja vorher angekündigt. Es war sozusagen eine Sprengung mit Ansage. Praktisch wie das Hochhaus in New York. Da wurde der Einsturz von einer Journalistin der BBC auch vorhergesagt, da stand das Gebäude noch. – Keine Verschwörungstheorie ist, dass man militärische Behelfsbrücken auch ohne Krieg haben kann. Einfach weil Menschen und Mittel fehlen, die alte zu reparieren. Bulgarien macht es mal wieder vor. Demnächst auch in Deutschland. Garantiert!

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Bericht aus Bulgarien (454) – „Lang lebe Lula!“

Präsident Lula: „Brazil will not help arm Ukraine“
(„Brasilien wird nicht helfen, die Ukraine zu bewaffnen“)
Als der Präsident in Brasilien noch Bolsonaro hieß, war dies in Deutschland ein Daueraufreger. Seit der Präsident Lula heißt, ist Brasilien vergessen. Schade eigentlich, denn der neue Präsident des südamerikanischen Landes denkt genauso, wie die meisten Bulgaren denken: Waffen in die Ukraine? Ausgeschlossen! No Way! Keine Beteiligung am Krieg! Null! Zero! Sondern den Krieg beenden, denn dieser ist vor allem im Interesse der USA. Endlich an den Verhandlungstisch und nicht auf Waffenwerbetour quer durch Europa wie Selenskyj es tut. Würde der ukrainische Präsident wirklich Politik für seine Landsleute machen, würde er nicht den letzten Ukrainer opfern, sondern Friedensverhandlungen beginnen, so wie es die Präsidenten Brasiliens und Bulgariens fordern. Jeder, der Selenskyj weiter Waffen liefert oder dies auch nur gutheißt, verlängert den Krieg und damit das Sterben.
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Bericht aus Bulgarien (453) – „High Noon Heute“

Downtown

Über eine Woche habe ich meinen Iglu nicht verlassen, was auch an den drei Bestien meiner Nachbarn liegt. Meine Nachbarn haben ihren Iglu bereits vor Tagen verlassen und sind seither nicht zurück gekehrt. Ihre drei Tölen haben sie aber hier gelassen. Auch in Bulgarien ist jeder sich selbst der Nächste. Seither schleichen die drei zähnefletschend um meine Hütte. Genau ist es Sohn und Tochter samt Mutter. Oder muss ich schon Elternteil zwei sagen? Egal, heute high noon muss ich raus. Um 12 Uhr bin ich mit meinem englischen Freund Jerry, der am liebsten Deutscher wäre, am Brunnen verabredet. Der ist auf dem zentralen Dorfplatz, weswegen ich Downtown sage. Oben ist das gleichnamige Hotel nicht in unserem Dorf, sondern in Sofia auf dem Boulevard Wassil Lewski 27A zu sehen, und zwar auf Kyrillisch: Даунтаун. Ich habe auch schon meine Machete rausgelegt. Jetzt nicht, weil ich ins Zentrum gehe. Mein Dorf ist nicht Klein Chicago. Und auch nicht wegen Jerry, obwohl er als alter englischer Landser weiß, wie man mit einer Machete umgeht. Bisher hat sich Jerry, der selbst eine Cat-Person ist, über meine Beschwerden wegen der drei Bestien meiner Nachbarn lustig gemacht. Nach meinem gestrigen Notruf rät er mir nun zu einer klaren Ansage an meine Nachbarn. Ungefähr so: „Eure drei Tölen beißen nur einmal zu – es wird das erste und letzte Mal sein!“

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Stellvertreter- oder direkter – was ist der bessere?

Kampfflugzeug sowjetischer Bauart friedlich auf Spielplatz – noch

Das Handelsblatt behauptet gerade, Außenministerin Baerbock hätte den Ukrainekrieg als Stellvertreterkrieg erkannt. Ich glaube das nicht. Aber nicht, weil die Information vom Iwan, also von den Russen stammt. Nein, deswegen nicht. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Frau so viel Grips hat. Kommt sie nicht vom Völkerball, Verzeihung Völkerrecht her? – Passend zum Thema: Präsidenten-Darsteller Selenskyj auf Europatour für mehr Waffen. Diesmal will er „Flügel“, also Flugzeuge, damit Amerika in seinem Land bis zum letzten Ukrainer kämpfen kann. – Ach nee, geht ja gar nicht. Ist ja gar kein Stellvertreterkrieg. – „Wir kämpfen einen Krieg gegen Russland!“ So hat es Außenministerin Baerbock gesagt. – Ich bin verwirrt und unsicher, was jetzt besser ist: Ein Stellvertreterkrieg oder der direkte?

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Bericht aus Bulgarien (452) – „Bauernfrühstück“

Vegetarisch

Zwei Kartoffeln, zwei Eier, eine Zwiebel, etwas Petersilie und Olivenöl – fertig ist das Bauernfrühstück. Kostenpunkt einen ganzen Euro. Vegetarisch – nicht, weil ich Vegetarier wäre. Das nicht. Aber seit ich gehört habe, dass man Schweinehälften aus Deutschland nach Bulgarien rankarrt, habe ich mir gesagt: Jetzt ist Schluss mit lustig. Auch wegen dem Klima. Aber vor allem wegen dem Krieg. Keinen Cent der deutschen Kriegswirtschaft. Das Bauernfrühstück reicht übrigens für zwei Personen. Dazu gibt es sauer eingelegtes Gemüse. Diesmal nicht selbst eingelegt, sondern gekauft, weil ich letzten Herbst in Griechenland war. Zu dem Euro fürs Bauernfrühstück kommen also noch ein paar Cent für das eingelegte Gemüse dazu.

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Titel: „Putin hatte offenbar aktive Rolle bei Abschuss von Flug MH17“ – Untertitel: „Kremlchef offenbar persönlich in einige Vorgänge involviert“

Offenbar nicht das Ziel der Berichterstattung

O-Ton der Ermittler: „Obwohl viele neue Informationen über die verschiedenen involvierten Personen aufgetaucht sind, gibt es zum aktuellen Zeitpunkt keine ausreichend konkreten Beweise für neue Anklagen.“ Weiter im Text: „Auch gegen andere Verdächtige reichten die Beweise nicht aus, so die Ermittler. Deshalb würden die Ermittlungen vorläufig eingestellt.“ – Ein Nachrichtenmagazin zum Davonlaufen. Wer es bis heute nicht getan hat, der kann einem nur noch leid tun.

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