Erfahre gerade aus dem ehemaligen Nachrichtenmagazin aus Hamburg folgendes: „Chinas Ballons sind offenbar Teil eines weltweiten Überwachungsprogramms“ – Meine Reaktion darauf: Nein! – Die Reaktion des Spiegels: Doch! Allerdings nur „mutmaßlich“, denn im Untertitel heißt es: „Ein mutmaßlicher Spionageballon über den USA wurde abgeschossen …“ – Vorerst also alles nur heiße Ballonluft, beziehungsweise Behauptungen, die stimmen mögen, man aber beweisen müsste. Beweise, wie der US-amerikanische Nachrichtendienst NSA uns alle überwacht, hat Edward Snowden erbracht. Seither lebt er im russischen Exil. Mit Sicherheit ist er dort besser aufgehoben als im englischen Knast, in dem Julian Assange einsitzt.
Gerade erreicht mich die e-mail eines Freundes und Lesers meines Blogs und Unterstützers meiner Arbeit in der Heimat. Er findet, dass meine gestrige Banitsa sehr lecker aussieht, was mich freut, denn sie schmeckt auch sehr lecker. Dann möchte er wissen, warum ich Natron verwende, was ich ihm gar nicht genau sagen kann. Ich glaube mich zu erinnern, dass man das in Bulgarien so macht. Dass beispielsweise meine bulgarische Cousine, die eine sehr gute Köchin ist, auch etwas Natron nimmt, wenn sie Banitsa macht. Was ich in meiner Reha „Sucht“ in Berlin gelernt habe, wo wir auch gekocht haben, ist, dass man beim Backen sich streng an das Rezept halten und keine Experimente machen soll. Im Gegensatz zum Kochen, wo man etwas experimentieren kann. Doch zurück zu meinem Leser, Unterstützer und Freund in der Heimat, der mich noch fragte, ob es sich um Yufka-Teig handelt. Genau, es ist Yufka-Teig, den man auch in Deutschland im Kühlregal findet. Auf der Seite KochDichTürkisch werden die Unterschiede zwischen den einzelnen Teigarten gut erklärt. Die bulgarische Küche ist stark türkisch beeinflusst, was keine Überraschung ist, denn Bulgarien war 500 Jahre Teil des Osmanischen Reiches. Nun noch etwas zu obiger Banitsa. Genau genommen sind es zwei, links eine Kürbis-Banitsa und rechts eine Apfel-Banitsa oder auch Apfel-Strudel, die ich bereits am Sonntag gemacht habe. Dazu habe ich ein Stück Kürbis und drei Äpfel aus dem Garten grob gerieben und das Geriebene dann mit Olivenöl, Zucker und Honig verfeinert. Den Äpfeln habe ich noch etwas Zimt und klein gehackte Wallnüsse von meinem Wallnussbaum hinzugegeben. Ich habe keinen zusätzlichen „Sud“ wie bei der Lauch-Schafkäse-Banitsa gestern gemacht und auch kein Natron verwendet. Was ich aber gemacht habe, ist, den Teig mit Olivenöl einzufetten, damit er nicht trocken wird, und zwar mit einem Backpinsel. Mit dem habe ich am Ende auch ein Eigelb auf der Oberfläche vom Teig verrieben, damit die Banitsa goldgelb wird. Ich arbeite sehr gerne mit dem Backpinsel. Man kommt sich dann mehr wie ein Künstler vor, auch wenn es am Ende „nur“ Backen nach Zahlen ist.
Foto&Text TaxiBerlin
Eine Banitsa zu machen, ist gar nicht schwer. Man bekommt den Blätterteig fertig, auch in Deutschland. Hier in Bulgarien kostet er 1,50 Euro. Lauch, genauer Porree, habe ich auf dem Markt gekauft – Kostenpunkt 50 Cent die große Stange. Diesmal habe ich richtigen Schafkäse verwendet, sogar Bio. Ich habe aber nicht das ganze Stück genommen (400 Gramm haben 5 Euro gekostet!), sondern nur ein Drittel davon. Dann habe ich immer zwei Lagen von dem hauchdünnen Teig genommen, eine ist zu „delikat“, und mit einem „Sud“ aus Ei, Joghurt, Olivenöl, Backsoda und Pfeffer & Salz bestrichen. Diesmal habe ich weniger „Sud“ gemacht, als im Rezept steht, und zwar nur ein Ei, drei Esslöffel Joghurt und einen Esslöffel Olivenöl. Üblich ist in Bulgarien Sonnenblumenöl, aber das ist nicht gesund. Nachdem der Teig mit dem „Sud“ bestrichen war, habe ich den klein gemachten Schafkäse und den leicht angebratenen Lauch sparsam auf ihm verteilt. Dann muss man ihn nur noch zusammenrollen, die Enden am Besten mit einrollen, damit nichts ausläuft, und aufs vorgeölte Blech legen. Das volle Blech kommt dann für 30 Minuten in den mit 180 Grad vorgeheizten Ofen und fertig ist die Banitsa. Dazu gibt es einen Ayran, auch selbstgemacht, einfach Joghurt mit Wasser verdünnen und Salz dazu geben. Nichts geht über eine frische selbstgemachte Lauch-Schafkäse-Banitsa mit Ayran.
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