Bericht aus Bulgarien (440) – „Gar nicht witzig“

Was vom Krieg bleibt
Den Spiegel, das von Bill Gates gekaufte ehemalige Nachrichtenmagazin aus Hamburg, lese ich nur noch, damit ich weiß, was ich heute wieder denken soll. Beispielsweise, dass das mit dem Leopard für den Ukrainer länger dauert, weil der Deutsche an jeder Ampel hält. Das ganze unter der Rubrik „Cartoon des Tages“. In Hamburg hat man Humor. Das Dumme ist: Ich kann gar nicht lachen. Zumindest weiß ich aber jetzt, worüber die Landsleute in der Heimat lachen oder lachen sollen. Der Witz, an dem sich der Cartoonist offensichtlich bedient hat, spielt auf dem Bahnhof, ist kein Witz sondern wie der Krieg bitterer Ernst und geht so: „Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas, wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte!“ – Ist von wem? Genau, von dem Russen Wladimir Iljitsch Uljanow, besser bekannt als Lenin.
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Bericht aus Bulgarien (439) – „Das Eselfest“

Verpackter Penis am Mittag

Seit dem 27., meiner Glückszahl, gehöre auch ich zu dem erlauchten Personenkreis, der sich Künstler und Publizisten nennen darf. Und das habe ich sogar schriftlich, so wie in Deutschland immer alles schriftlich ist. Da ich nun in Bulgarien bin, das für seine Verpackungskünstler bekannt ist, habe ich mich und meine Kunst kurzfristig aufs Verpacken verlegt. So kam es, dass ich neulich zusammen mit meinem Bürgermeister obigen Penis verpackt habe, was bei den wenigen im Dorf verbliebenen Alten sehr gut ankam. Am Abend, obige Aufnahme entstand am Mittag, tanzten bereits alte Männer und Frauen den bulgarische Pravo Horo, also den traditionellen Ringelpietz mit Anfassen, um den von uns verpackten Penis. Das ganze auf dem zentralen Dorfplatz, also Downtown, wo im Herbst auch das durch Nietzsche bekannte ursprünglich bulgarische Eselfest begangen wird, auf dem die Fruchtbarkeit des Esels zelebriert wird – eine Art balkanisches Erntedank-Fest.

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Bericht aus Bulgarien (438) – „Bis zum letzten Ukrainer“

„Macht Liebe und keinen Krieg!!! Ohne das sind wir wenige!“
Auf einer Antikriegsdemo in Sofia am 11. Mai 2022

Neulich habe ich in einem Live-Stream gehört, dass die Vereinigten Staaten in der Ukraine bis zum letzten Ukrainer kämpfen würden. Heute erfahre ich aus dem Radio, das der bulgarische Präsident Rumen Radew gerade bei seiner Amtskollegin in Budapest weilt. Der Präsident Ungarns heißt nicht Victor Orbán. Der Präsident Ungarns ist eine Präsidentin und heißt Katalin Novak. Katalin Novak und Rumen Radew teilen die gleiche Überzeugung zum Ukraine-Krieg. So berichtet es das staatliche bulgarische Radio, das weiterhin zu berichten weiß, dass diese gleiche Überzeugung zum Ukraine-Krieg die ist, dass die Lösung des Konflikts in der Ukraine nicht durch mehr Waffen, sondern durch mehr Dialog und diplomatische Bemühungen zur Beendigung der Kampfhandlungen erfolgen wird. Katalin Novak und Rumen Radew erörterten in Budapest die Folgen des Krieges in der Ukraine und die Fortsetzung des Konflikts und forderten einen dauerhaften Frieden. Beide Länder beobachten die Invasion mit Sorge, auch bezüglich der Sicherheit und den Rechten der bulgarischen und ungarischen Gemeinschaften auf ukrainischem Territorium. Es leben bis zu einer halben Million ethnischer Bulgaren in der Ukraine. Radew fügte wörtlich hinzu: „Die Eskalation des Konflikts bedroht die Sicherheit ganz Europas und entwickelt sich zu einem Zermürbungskrieg nicht nur für die Krieg führenden Länder, sondern auch für die europäischen Wirtschafts- und Sozialsysteme.“ – Da ich schon lange hier bin, bin ich mir nicht mehr sicher, ob es solche Stimmen der Vernunft auch unter führenden Politikern in Deutschland gibt, und ob sie auch bei Öffentlich/Rechtlich vorkommen. Ehrlich gesagt kann ich es mir nicht mehr vorstellen bei all dem Wahnsinn, der täglich an mein Ohr dringt.

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Bericht aus Bulgarien (437) – „Voodoo-Zauberin wird neue ukrainische Botschafterin in Bulgarien“

Exklusiv: Das Schuhwerk der ukrainischen Voodoo-Zauberin

Fast wäre es an mir vorbeigegangen. Zum Glück hat mich ein Leser meines Blogs und Unterstützer meiner Arbeit darauf hingewiesen. Seit Ende Dezember hat die Ukraine eine neue Botschafterin in Bulgarien. Olesya Ilashchuk war zuvor Sexualberaterin, Hypnotiseurin und Schmuckverkäuferin. Aber es wird noch besser. Sie soll Wladimir Putin auch mit Voodoo-Zauber bekämpfen. Am Dienstag soll sie mitgeteilt haben, sie habe in der Nacht zuvor eine entsprechende Voodoo-Puppe hergestellt. Auf Telegram hatte sie dies geschrieben: „Jetzt komme ich zu der Puppe und stecke eine Nadel hinein … Und ich fühle mich besser, wenn ich weitermache und meine Arbeit so effizient wie möglich erledige!“ – Also ich finde das prima, vor allem weil es ein Beweis dafür ist, dass in Bulgarien wirklich jeder willkommen ist. Die Gastfreundschaft der Bulgaren ist bis heute echt und sprichwörtlich. Lieber ein bisschen Voodoo als die ewigen Hetztiraden von diesem Melnyk, der neulich noch Botschafter in Berlin war, nun aber leider nach oben gefallen und Vize-Außenminister der Ukraine ist. Andererseits wäre es vielleicht besser gewesen, die US-Marionette Selenskyj hätte Melnyk nach Sofia geschickt. Hier hätte er weiter seine Hasspredigten halten können. Niemand hätte sich für sie interessiert. Irgendwann hätte man Melnyk mit Sicherheit liebevoll bei der Hand genommen und zu einem Gläschen Selbstgebrannten „Rakija“ eingeladen, damit er sich beruhigt und endlich runter kommt von seinem krankhaften Hass&Hetze-Trip.

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Bericht aus Bulgarien (436) – „Wollt ihr nochmal Maskenpflicht?“

Heute fällt in Deutschland die Maskenpflicht. In Bulgarien sieht man seit Monaten kaum noch Menschen mit Maske. Sowohl auf dem Land, als auch in der Hauptstadt. Die wenigen, die sie noch tragen, kann man an einer Hand abzählen. Immer wieder bin ich auf’s Neue überrascht, wie sehr die Menschen in der Heimat dem ganzen Zauber ihrer Regierung bis heute glauben. Und ich frage mich, wo er nur geblieben sein mag, ihr kritischer Geist. Haben denn nicht die allermeisten studiert in der Bundesrepublik Deutschland? Oder haben sie an den Universitäten nur gelernt, sämtlichen Anweisungen vermeintlicher Autoritäten blind zu folgen? In Bulgarien, wo sowieso nur alte Menschen leben, denn die jungen, studierten sind im Ausland, sind die meisten Menschen eher einfach, aber nicht dumm. Nur 30 Prozent von ihnen haben sich gegen Corona impfen lassen. Eine Impfung, die diesen Namen nicht verdient, manch einer nennt sie sogar „Mengele-Experiment“. Zieht man von diesen 30 Prozent die ab, die sich die Impfung gekauft haben, manchmal hat sogar der Arbeitgeber dafür bezahlt, damit er weiterhin Arbeiter hat, die für ihn arbeiten, sind es am Ende nur 20 Prozent. Die, die sich impfen lassen haben oder mussten, damit sie ihrerseits weiterhin ihre Familie ernähren können, werden von der übergroßen Mehrheit voller Mitleid die Gestochenen genannt. Reden und Szenen wie in obigem Video sind in Bulgarien undenkbar. Dementsprechend muss heute auch kaum einer Erinnerungslücken haben hier.
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Bericht aus Bulgarien (435) – „Der Untergang“

Beim Untergang in der ersten Reihe sitzen

Auch ein Untergang hat seine Reize. In der Heimat ist Der Untergang immer negativ konnotiert. Zum Glück gehen heute immer nur die anderen unter. Zumindest glaubt man dies in Deutschland, das vielleicht auch bald ins Metaverse umziehen muss und nur noch digital existiert. Aber das ist nicht schlimm. Volk ohne Raum war eh immer nur eine rechte Parole. Vor allem hat aber so ein Untergang auch seine Reize. Allen voran der Schatten, den die untergehende Sonne wirft. Anfangs dachte ich, meine Kamera spinnt. Aber der Schatten links im Bild ist echt. Auch der beleuchtete Bergrücken ganz links. Übers Gebirge fliegt in der Mitte ein Flugzeug. Wer es sich leisten kann, verlässt das sinkende Schiff. Am Ende muss nur noch einer das Licht ausmachen. Im Normalfall macht das die Sonne selbst.

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Bericht aus Bulgarien (434) – „Donkey – connecting people“

Kunst aus Kalifornien in den Schluchten des Balkans

Auch in U S and A bin ich als Eselnarr bekannt, als „crazy about donkeys“. Von dort erreicht mich gerade dieses famose Kunstwerk. Nur zehn Tage war der Esel aus dem fernen Kalifornien in die Schluchten des Balkans unterwegs. Der Onkel und die Tante aus Amerika haben keine Mittel gescheut, meine Eselsammlung um dieses wertvolle Exemplar zu bereichern. Dabei geht es an erster Stelle um den Esel, und um Leute, die Esel mögen. Eselleute sind immer gute Leute. Esel verbinden.

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