„Where peace is not welcome at all“

„Where peace is not welcome at all“ ist eine Zeile aus „Political World“ von Bob Dylan, an die ich denken musste, als ich neulich obiges Buch auf dem Ramschtisch eines „Modernen Antiquariats“ sah. Das Buch ist 2023 erschienen, also nach Beginn des Ukraine-Krieges. Das Thema sollte jetzt nach den völkerrechtswiedrigen Angriffen der USA und Israels auf den Iran eigentlich wieder ganz aktuell sein. Im Verkauf von „Über Kriege und wie man sie beendet – Zehn Thesen“ von Jörn Leonhard erschienen bei C.H.Beck spiegelt sich das allerdings nicht wieder. Obwohl der Preis von einst 18€ auf 4,99€ reduziert ist, liegen die zehn Exemplare wie Blei [sic!] auf dem Ramschtisch.

Ein bisschen Krieg

Während Sonderermittlerin Margaretha Sudhof sich immer noch mit dem Vorwurf zu teurer Maskenkäufe in der Anfangszeit der Corona-Pandemie befasst – der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn soll während der Pandemie eigenmächtig und ohne Ausschreibung ein CDU-nahes Unternehmen aus seiner Heimatregion mit der Logistik der Maskenbeschaffung betraut haben – blicke ich nach vorn. Die Maske der Zukunft ist nicht weiß (und auch nicht schwarz), sondern Camouflage. Camouflage kommt aus dem französischen und heißt „Verschleierung“ oder auch „Schminke, in der Sozialpsychologie ist es eine Technik der „Abwehr“ und beim Militär steht es für „Tarnkleidung“ und „Tarnanstriche“. Obige Tarnmaske ist von der Firma „My Color, My Style“ – auf Deutsch: „Meine Farbe, Mein Stil“. Die Tarnmaske ist, davon bin ich zutiefst überzeugt, die Maske der Zukunft, auch um endlich von diesem ewigen schwarz/weiß-Denken wegzukommen. Denn das Leben ist bunt, und „Ein bisschen Frieden“ schließt immer auch „Ein bisschen Krieg“ mit ein.

Totalausfall

Was früher „Frühling, Sommer, Herbst und Winter“ waren – die vier Hauptfeinde des Sozialismus -, sind heute „Witterungsbedingte Beeinträchtigungen“. Das Ergebnis ist dasselbe: Der Totalausfall.

Nicht meine Drecksarbeit

Ich bin mir gerade nicht sicher, was ich nun schon wieder denken soll. Sind die USA unter Trump jetzt die Guten, weil sie die Drecksarbeit für uns machen? Klar scheint mir zu sein, dass Biden, Harris und auch Clinton es genauso gemacht hätten. Dieses Gefasel von „unser“ Joe und „unser“ Biden habe ich ehrlich gesagt nie verstanden. Mir scheint bei diesem falschen „unser“ der Hase im Pfeffer zu liegen. Angefangen von „unserer“ Demokratie, bis eben hin zur Drecksarbeit für „uns“. Der Moment ist gekommen, wo jeder für sich entscheiden muss, ob er Drecksarbeit machen will oder nicht. Ich für meinen Teil bin beim Aufräumen danach dabei. Was ich mit Sicherheit nicht machen werde, ist, zu sagen, dass es sich zuvor um „unsere“ Drecksarbeit gehandelt hat.

Danke, lieber Alfred Brendel!

„In’s Konzert geh ich nur noch zu Elvis!“, hat irgendwann mal einer meiner Fahrgäste gesagt. Da hatte ich gerade angefangen, nur noch klassische Musik in meinem Taxi zu hören, was immer sehr gut ankam, aber das nur nebenbei. Bis heute höre ich nur Klassik, kein Rock, kein Pop und vor allem keine Nachrichten. Gut, manchmal noch den ein oder Song von Bob Dylan. In die Klassik habe ich mich ganz alleine hineingehört, wozu ich im Taxi immer mehr Zeit hatte. Zu meinen Helden der Klassik gehört Alfred Brendel. Vielleicht ist er sogar mein größter Held, wer weiß. Leider ist er vor einigen Tagen verstorben, deswegen dieser Beitrag. – Danke, lieber Alfred Brendel, für ihre tollen Interpretationen von Mozart, Beethoven und – last but not least – Schubert (oben).

Das Geschenk bin ich

Nachdem meine Betreuerin mit mir mehrere Male um einen Berliner See spazieren gegangen war, ging es in die Zentrale, und da als erstes zu obigem Gaffito im Wedding, das man längst übersprüht hätte, wenn man es nicht zu Schulungszwecken bräuchte. Weiter erfuhr ich aus dem einstündigen Vortrag meiner Betreuerin, wie gut Deutschland Dank Impfung durch die Pandemie gekommen sei. Dabei musste ich an Bulgarien denken, und warum dort überhaupt noch Menschen leben, wenn sich kaum jemand hat impfen lassen? Auch Nietzsches Zarathustra kam mir in den Sinn. Dieser war von seinem Berg gestiegen, um den Menschen ein Geschenk zu machen, und zwar sich selbst. Als erstes traf er auf einen alten Heiligen, so hießen damals die Betreuer. Bei seinem Anblick fragte er sich, ob dieser denn noch nicht gehört habe, dass Gott – heute die Pandemie-Erzählung – tot ist?