Die Züge sind voll, die Informationstafeln leer und die Bahnhöfe eine einzige Baustelle. Dass deswegen meine Regionalbahn nicht ab Ostkreuz sondern ab Ostbahnhof fährt, wie es im Internet steht, hätte ich wissen müssen, so die Frau am Informationsschalter. Und sie hat recht: bestimmte Dinge muss man einfach wissen. Beispielsweise was „steril“ bedeutet. Im Zug sagte eine Frau, die, wie ich erfahren musste, in einem Labor arbeitet, in dem Impfstoffe hergestellt werden, dass sie „steril“ sei, weil das Labor steril ist. Ob das Labor wirklich steril ist, das weiß ich nicht. Was ich weiß, ist, dass wenn eine Person „steril“ ist, sie entweder „nur“ nicht zeugungsfähig ist, oder bereits tot. Das scheint mir festzustehen. Bei der Frau ging es um die Frage, ob sie im Zug eine Maske tragen soll oder nicht. Am Ende war sie die einzige, die eine Maske trug. Ein Schaffner, der das kontrolliert hätte, kam nicht vorbei. Alleine deswegen kann ich das Zugfahren sehr empfehlen, aber auch, weil man viel lernt im Zug, praktisch wie im Taxi, nur noch gewaltiger.
PS: Die Idee der Frau war, dass alle anderen eine Maske tragen, nur sie nicht, weil sie „steril“ ist. Aus der Idee konnte aber, auch mangels Kontrollen, nichts werden.
Das interessante in Berlin sind gerade die Graffitis. Sie drücken das unausgesprochene aus. Das, was die Menschen zwar denken, aber nicht sagen. Obiges Graffito weist auf die illegale Bebauung des ehemaligen Todesstreifen an der East-Side bei mir im Friedrichshain hin. Illegal deswegen weil, die East-Side, das längste erhaltene Stück Mauer, unter Denkmalschutz steht und damit nicht verändert und schon gar nicht bebaut werden darf. Außerdem muss in Berlin überall der Zugang zum Wasser, in dem Fall die Spree, für jeden zugänglich sein. Kapital schafft aber nicht nur mit unerlaubten Hausbauten Fakten. Kapital schafft auch in Sachen Impfung und Impfstoff Fakten schaffen. Mann muss den Menschen nur ausreichend Angst machen, damit sie sich impfen lassen. Angst als Herrschaftsinstrument ist ein alter Hut. So viel Angst, wie seit zwei Jahren tagtäglich verbreitet wird, so viel Angst gab es nicht einmal in der DDR. Aber nicht nicht nur das. Die DDR hätte gar nicht das Geld gehabt, so viel Impfstoff zu kaufen, der jetzt weg muss, weil man ihn sonst wegschmeißen muss. Man bewahrt den bereits bezahlten alten Impfstoff aber nicht nur vorm Wegschmeißen, sondern schafft gleichzeitig Platz für neuen. Das Spiel beginnt gerade von Neuem. Es geht jetzt aber schon lange genug (und eigentlich müsste auch ich schon tot sein, was ich aber nicht bin – im Gegenteil), dass nun auch der letzte mitbekommen haben müsste, dass es in Sachen Impfung nicht um Gesundheit geht, sondern ums Geschäft. (Typen wie Lauterbach sind früher, als die Politik noch nicht von ihnen „penetriert“ war, von Tür zu Tür gezogen, um ihren Scheiß zu verkaufen.) Auch hier schafft Kapital Fakten, und dass schon seit mehr als zwei Jahren mittels permanenter Angst- und Panikmache und neuerdings auch mit Kriegsangst. Auch bei der scheint es mir vor allem ums Geschäft zu gehen. Denn mit einem kurzen Krieg kann man sich dumm verdienen, mit einem langen aber dumm und dämlich.
Seit Tagen fahre ich durch die Stadt und das interessanteste an ihr scheinen mir die Graffitis zu sein, wie beispielsweise dieses hier an einem Altkleider-Container in der Kurfürstenstraße im Stadtbezirk Tiergarten, jetzt Neue Mitte. Zum Gefängnis fiel mir sogleich ein, was eine junge Frau mir auf einem Protest in der bulgarischen Hauptstadt Sofia gesagt hat. Sie sprach neben bulgarisch auch englisch und deutsch und hatte viele Jahre in Deutschland und auch in Irland gelebt, bevor sie letztes Jahr nach Bulgarien zurückgekehrt ist. Der Grund war das „Corona Gefängnis“, wie sie es nannte, in das sich sowohl Deutschland als auch Irland verwandelt hat. Gerade scheinen die Insassen Ausgang zu haben. Manche überlegen aber bereits, wohin sie sich im Herbst absetzen können, wenn es dann wieder mit Corona losgehen wird. Immer mehr lassen sich bei mir beraten, auch hier in Berlin. Das letzte Beratungsgespräch habe ich gestern geführt. Noch während des Gespräches habe ich meinen Bürgermeister in Bulgarien angerufen, da er am besten weiß, welche Immobilien zum Verkauf stehen. Dazu muss man wissen, dass man in den Schluchten des Balkans nicht zur Miete sondern in Eigentum wohnt. Mein Bürgermeister hat einmal mehr das bestätigt, worüber ich auch schon mehrfach geschrieben hatten, und zwar dass viele leer stehende Häuser nicht verkauft werden können, weil die Papiere nicht in Ordnung sind, in der Regel weil sich die Erben nicht einig darüber sind, was damit geschehen soll. Natürlich kann man auch über eine Agentur kaufen, dann dürften die Papiere in Ordnung sein, aber man bezahlt dann auch um einiges mehr. Ich empfehle jedem, der aus seinem „Kopf Gefängnis“ ausbrechen will, das in Bulgarien etwas direkter „Corona Gefängnis“ genannt wird, lieber Zeit mitzubringen und sich selbst umzuschauen. Das ist mit Sicherheit auch besser, als in irgendeinem Berliner Café abzuhängen, als gäbe es keinen Virus und keinen Krieg, oder auch „nur“ Graffitis auf Altkleider-Container zu sprayen. Auch wenn es nicht leicht ist, etwas in Bulgarien zu finden, so ist es nicht unmöglich. Ich bin bald wieder zurück und werde Beratungsgespräche dann auch vor Ort anbieten.
Ich bin in den letzten Tagen viel mit dem Fahrrad durch die Stadt gefahren und musste feststellen, dass das Leben auch in der deutschen Hauptstadt weitergegangen ist. Auf den ersten Blick sieht alles so wie immer aus, beim genaueren Hinsehen ist aber nicht zu übersehen, dass die Verblödung in Berlin weiter zügig vorangeschritten ist. Eine Verblödung, die ganz aktuell mittels Plakaten nach „mehr Sex“ verlangt. Früher sagten wir dazu „dumm fickt gut“, aber da hatten die Menschen immerhin noch Sex gehabt. Der ist „arm aber sexy“ schon vor Jahren abhanden gekommen, was bedeutet, das ist die einzig gute Nachricht, dass alles was größer ist als Null, bereits „mehr“ ist. Darüber hinaus soll dieses „mehr“ an Sex durch das bedingungslose Grundeinkommen erzielt werden. Offensichtlich hat man in der deutschen Hauptstadt noch nicht begriffen, dass ein Grundeinkommen nie bedingungslos sein wird. Es wird an Bedingungen geknüpft sein und nur gegen Wohlverhalten geben. Ein bedingungsloses Grundeinkommen wird es genauso wenig geben wie bedingungslosen Sex. Aber gut, wer sonst kein Probleme hat, der probiert es halt mal aus. Ihm sei gesagt, dass der Sex zu den Dingen im Leben gehört, die es üblicherweise umsonst gibt. Wenn man allerdings der Meinung ist, man müsse sich von seinen Mitmenschen fern halten, und dies scheint mir das eigentliche Problem zu sein, dann sieht es schlecht aus mit dem Sex. Sex ohne Körperkontakt ist schlechterdings nicht möglich. Wer weiterhin denkt ausprobieren zu müssen, mittels Grundeinkommen an Sex heranzukommen, dies aus diesem Grund einfordert, dem ist aus meiner Sicht nicht mehr zu helfen.
Auch damit weniger Menschen draußen im Café und mir damit im Weg sitzen, aber nicht nur, sondern vor allem auf ausdrücklichen Wunsch meines Freundes, des Regisseurs Andreas Wilcke, möchte ich auf folgende zwei Filmvorführungen am heutigen Donnerstag aufmerksam machen: „Sie nannten ihn Spartakus“ heute um 18 Uhr im Kino Babylon und „Volksvertreter“ etwas später um 21:45 Uhr im Freiluftkino Kreuzberg im Innenhof des Bethaniens, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin. Zu einem der beiden Filme werde auch ich gehen. Zu welchem genau, überlege ich noch. Vermutlich zum ersten, weil ich seit Bulgarien früh ins Bett gehe.
Obiger Song „Ein Ferrari in der Farbe rot“ von Slavi Trifonov und seiner Ku-Ku Band war ein großer Hit Ende der Neunziger in Bulgarien, aber nicht nur das. Auch ich mochte diesen Turbo-Folk-Song sehr und hörte ihn auch gerne bei mir in meinem Berliner Taxi, was immer extrem gut ankam. Die Menschen mochten die Idee, dass alles, was sie brauchen würden, ein roter Ferrari sei. Auf jeden Fall ist ein roter Ferrari viel mehr sexy als Energie zu sparen oder kalt zu duschen. Ich sage das auch als jemand, der zwar nie einen roten Ferrari besaß, obwohl Slavi deswegen sogar bei Gott anruft, damit beginnt der Song, dafür aber schon mal einen Esel hatte. Slavi Trifonov ist gerade mal wieder im Scheinwerferlicht, weil er seine Partei „Es gibt dieses Volk“ aus der aktuellen bulgarischen Regierung abgezogen hat und es nächste Woche ein Misstrauensvotum und danach vermutlich Neuwahlen geben wird. Offiziell soll Slavi damit Bulgarien „ins Chaos stürzen“, aber offiziell bin ich auch schon tot – also was soll’s. Dass Slavi seine Mannen aus der Regierung abzieht, liegt an der Mazedonien-Frage. Zur Mazedonien-Frage kann ich nur sagen, dass mazedonisch keine eigene Sprache ist, sondern ein bulgarischer Dialekt. Das habe ich an einer hiesigen Universität gelernt, und es wurde mir immer wieder von unterschiedlichsten Seiten bestätigt. Ob die Mazedonier sich deswegen als Bulgaren fühlen, das können nur sie selber wissen. Um es herauszufinden, könnte eine Befragung stattfinden. Es ist ein bisschen wie die Frage, ob sich die deutsch sprechende Schweizer, würde man die Schweiz auflösen wie man Jugoslawien aufgelöst hat, als Deutsche fühlen. Wie die Sache ausgehen würde, weiß auch ich nicht, aber eine interessante Fragestellung ist es auf jeden Fall. Doch zurück zum politischen Chaos, in das Slavi, der Mann mit der Knarre und dem Esel, Bulgarien gestürzt haben soll, weswegen er auch ein böser Populist ist, was er aber vorher schon war. Hier stellt sich die Frage, ob die bulgarische Regierung nicht zuvor schon das Land ins Chaos gestürzt hatte, indem sie z.B. „militärtechnische Hilfe“ beschlossen hat, von der keiner wusste, was das genau sein soll, und die laut Umfragen 80 Prozent der bulgarischen Bevölkerung ablehnen. Überhaupt stellt sich die Frage nach der Legitimität dieser Regierung, wenn die Wahlbeteiligung bei gerade mal 40 Prozent liegt, was bedeutet, dass das Land von Menschen regiert wird, die kaum mehr als 20 Prozent der Bevölkerung hinter sich haben, was ich als „politisches Chaos“ bezeichnen würde. Denn die größte Partei in Bulgarien ist die der Nichtwähler mit 60 Prozent. Zum Vergleich: in Frankreich sind es knapp 50 Prozent. In Bulgarien sind dies meist Menschen ohne Ferrari und auch ohne Dienstwagen, die jetzt schon ihre Strom-Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Energie zu sparen, wie der deutsche Wirtschaftsminister es aktuell seinen deutschen Landsleuten empfiehlt, dürfte in ihren Ohren wie blanker Hohn klingen. Wenn man sie bei der nächsten Wahl zum Wählen gehen bewegen könnte, dann wäre dies kein „ins Chaos stürzen“, sondern im Gegenteil gelebte Demokratie. Dazu müsste es aber erst einmal entsprechende Wahlalternativen geben, die diesen Namen verdienen, und die gibt es weder in Bulgarien noch in Deutschland. Dass es sie nicht gibt, dürfte der wahre Grund fürs angebliche „ins Chaos stürzen“ sein.
Richtig muss es heißen: „Dieser Markt ist Scheiße“
Über zwei Jahre hat es gebraucht, bis das Bundesverfassung zu dem Urteil kam, dass Angela Merkel gegen das Neutralitätsgebot verstoßen hat. Oder mit anderen Worten: Das Bundesverfassungsgericht gibt der AfD recht, dass Merkel die Rechte der AfD verletzt hat. Um es auf den Punkt zu bringen: Angela Merkel – eine Anti-Demokratin. – Immerhin bei der Beurteilung von Supermärkten geht es schneller (siehe Foto). Und das ist auch wichtiger, denn wir leben in einer „Marktkonformen“ Demokratie (O-Ton Angela Merkel). Berücksichtigt man, dass es mit dem Demokratieverständnis nicht nur bei Angela Merkel, sondern auch bei den uns aktuell Regierenden nicht weit her ist, bleibt uns nur noch eines übrig: der Markt.