Notruf aus Westdeutschland

Gerade erreicht mich ein dringender Notruf aus Westdeutschland, wo eine Leserin meines Blogs die Weihnachtstage mit Böhmerman-Fans verbracht hat, was ihr nicht bekommen ist. Zumindest stellt sie fest, dass jetzt wirklich die Zeit für einen neuen Lebensabschnitt gekommen ist. Die Frage ist, ob mit anderen Menschen oder besser gleich mit Eseln? – Meine Antwort dürfte klar sein.

Verschwörung beim MDR

Beim MDR ist man gerade einer Verschwörung auf der Spur. Genau ist es Egon Olsen von der gleichnamigen Olsenbande. Diese hat von einer ungeheuren Verschwörung Wind bekommen. Danach haben EG-Bürokraten einen Plan ausgeheckt, ganz Dänemark in eine Ferienkolonie umzuwandeln. Ein korrupter Beamter beauftragt Egon, den so genannten Arealsplan aus dem Kopenhagener Rathaus zu stehlen. Ausländische Grundstücksspekulanten bekunden nämlich großes Interesse an dem lukrativen Vorhaben. Wie immer, läuft auch diesmal alles schief bei der Olsenbande. Egon will die korrupten Beamten aufs Kreuz legen und den Plan selbst zu Geld machen. Doch Yvonne hat Bedenken – ausgerechnet Yvonne! – „Darf ein treuer dänischer Staatsbürger sein Vaterland an ausländische Spekulanten verhökern?“ Ist nicht meine Frage, sondern die vom MDR! Immerhin ist es eine echte Verschwörung, und keine bloße Theorie.

Frohe

Nicht alle sind verrückt in der Zentrale des deutschen Irrenhauses – es gibt auch noch ein paar Normale. Es ist allerdings so, dass diese von der Mehrheit der Verrückten für verrückt gehalten werden. Es ist nicht so einfach, die wirklich Verrückten und die Normalen auseinanderzuhalten. Dabei hat mir Bulgarien geholfen. Auch mein Besuch neulich bei den Aluhüten hier in Berlin war hilfreich. Er ist in obigem Film festgehalten. Samt Vergleich zu 2020. Danke Berlin & Bulgarien!

Taxidiot

Ein Taxidiot ist kein Taxifahrer-Idiot und auch kein idiotischer Taxifahrer, auch wenn es durchaus solche Taxifahrer gibt. Ich weiß das, weil ich selbst viele Jahre Taxifahrer war. Ein Taxidiot ist ein Wandermönch. Païssi von Hilandar war ein solcher Wandermönch. Schon einige Zeit hatte ich nach seinem Buch (Foto oben) gesucht gehabt. Gestern wurde ich fündig. Ich habe das Buch – so ist es nicht, allerdings in Bulgarien. Ich wollte es aber auch in der Zentrale des deutschen Irrenhauses haben, denn der Gedanke ist mir gekommen, dass es hier wichtiger sein könnte als in Bulgarien. Dieser Gedanke kam mir wiederum durch ein anderes Buch, und zwar durch Sebastian Haffners „Anmerkungen zu Hitler“. Haffners Buch endet mit dem Hinweis darauf, dass die deutsche Geschichte nicht mit Hitler zu Ende ist, und dass derjenige, der das Gegenteil glaubt und sich auch noch darüber freut, nicht wissen würde, wie sehr er damit Hitlers letzten Willen erfüllt. Ich will jetzt nicht Hitlers letzten Willen erklären. Wer ihn nicht kennt, kann ihn einfach herausfinden, indem er Haffners Buch liest. Man findet es etwas einfacher als das von Païssi von Hilandar, wobei auch dies wie gesagt auffindbar ist. Beide Bücher sollten in keiner geordneten Bibliothek fehlen, damit man an Tagen wie denen, die uns gerade bevorstehen, genug guten Lesestoff hat. Denn es gibt eine Verbindung zwischen beiden Büchern. Ich fange damit an, dass ich mir erlaube, Sebastian Haffner dahingehend zu ergänzen, dass die deutsche Geschichte nicht nur nicht mit Hitler endet, sondern dass sie vor allem nicht mit Hitler beginnt. Genau das haben viele Landsleute aber vergessen. Also dass es da noch Luther, Goethe, Schiller, Schopenhauer, Nietzsche und viele andere gab. Genauso ging es den Bulgaren vor vielen Jahren. Sie hatten ihre eigene Geschichte vergessen. Auch weil sie von einer fremden Macht besetzt waren, so viel möchte ich verraten. Jedenfalls hat das den Païssi gestört. Und irgendwann hat er sich auf den Weg gemacht. Kreuz und quer durch sein Vaterland. Um seinen Landsleuten ihre eigene Geschichte zu erzählen, die sie vergessen hatten. Am Ende ist er auf seiner Wanderschaft verstorben – der Taxidiot Païssi von Hilandar. Wer könnte der Taxidiot sein, der durch unser Land zieht, um unseren Landsleuten ihre Geschichte zu erzählen? Das ist die Frage, die ich mir stelle. Und, ob ich als nur halber Deutscher in Frage komme? Und dann noch, ob ich vielleicht gerade deswegen in Frage komme? Was denkst Du? Und überhaupt: Was ist mit Dir?

Mein

Sklave/Diener respektive Sklavin/Dienerin (Bitte keine Diversen – Danke!)

Neulich habe ich mir noch einmal „Herrliche Zeiten“ von Oskar Roehler angesehen, auch weil in dem Film eine Gruppe bulgarischer Schwarzarbeiter eine Rolle spielt, die einem reichen Paar im Grunewald für lau einen Pool baut. Die Schwarzarbeiter sind nicht die einzige Bulgarien-Connection. Der bulgarisch-deutsche Schauspieler Samuel Finzi (kyrillisch Самуел Финци), geboren am 20. Januar 1966 in Plowdiw, spielt eine Hauptrolle, und zwar die des Dieners oder vielleicht besser Sklavens – das eigentliche Highlight des Streifens. Das reiche Paar hat nicht nur Schwarzarbeiter für ihren Pool, sondern auch einen persönlichen Sklaven für sich und ihre Villa. Die Geschichte geht mir bis heute nicht nur nicht aus dem Kopf, sondern hat mich nun inspiriert, mir selbst auch einen Sklaven zu suchen. Es kann auch gerne eine Sklavin sein. Ich habe nichts gegen Frauen – ganz im Gegenteil! Wegen mir darf sich der Sklave auch Diener nennen. Aber eigentlich suche ich einen Eckermann. Die Vorrede mit der Sklavin beziehungsweise Dienerin habe ich geschrieben, um den Leser respektive die Leserin bei der Stange zu halten. Und auch weil viele der Name Eckermann nichts (mehr) sagt. Johann Peter Eckermann war der Privatsekretär von Goethe, also dem Johann Wolfgang. Das Internet nennt ihn „deutscher Dichter und enger Vertrauter Goethes“. Wolf Biermann hat ihn in einem Lied mit „die Stasi war mein Eckermann“ verewigt. Doch zurück zum Film und der Frage, warum ich einen Eckermann suche. Zuerst einmal, weil mir ständig kluge Sache durch den Kopf gehen, die der Menschheit verloren gehen, weil niemand da ist, der sie aufschreibt, und ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben habe, dass es noch Menschen gibt, die des Schreibens (und natürlich auch des Lesens) mächtig sind. Ich schreibe dies durchaus mit gemischten Gefühlen, denn ich bin mir nicht sicher, ob es überhaupt eine so gute Idee ist, dass jedermann lesen lernen darf. Das meinte schon Nietzsche. Dass heute immer mehr Analphabeten die Schule verlassen, beruhigt mich nicht wirklich. Nietzsche hatte keine hohe Meinung über die, die noch lesen können, wenn er sagte: „Wer den Leser kennt, der tut nichts mehr für den Leser. Noch ein Jahrhundert Leser – und der Geist selber wird stinken“. Das Jahrhundert ist vorbei, und der Geist stinkt wirklich. Einen Lichtblick gibt es laut Nietzsche, und dass bis heute: „Wer in Blut und Sprüchen schreibt, der will nicht gelesen, sondern auswendig gelernt werden.“ Und Du kannst nicht nur dabei, sondern mittendrin sein, indem Du dich jetzt um die Stelle als Eckermann/Sklave/Diener respektive Eckerfrau/Sklavin/Dienerin (Bitte keine Diversen!) bewirbst. Das mag sich komisch anhören angesichts des heutigen Gleichheitswahns, dabei ist es das gar nicht. Der bulgarisch-deutsche Schauspieler Samuel Finzi bringt es in „Herrliche Zeiten“ von Oskar Roehler so auf den Punkt: „Die Menschen heutzutage können weder dienen noch befehlen. Für’s Gehorchen sind sie zu groß, für’s Dienen zu klein.“ – Lass uns der Menschheit das Gegenteil beweisen! Das Beste und vielleicht Entscheidende hätte ich fast vergessen: In meiner Berliner Bohemen Bude ist gerade ein Zimmer frei. Vielleicht steht das ja auf Deinem Wunschzettel.