Dass ich kein Taxi mehr fahre, heißt nicht, dass ich weg bin von der Straße. So ist es nicht. Ganz im Gegenteil, ich treibe mich jetzt noch mehr auf der Straße herum als zuvor, als ich noch kein Trockener Taxifahrer war. Das liegt daran, dass auch ich von irgendetwas leben muss. Ich habe versucht, von der Liebe, der Sonne und der Lust zu leben, aber das reicht mir nicht. Deswegen schaue ich weiterhin da vorbei, wo ich mich auskenne. Das ist bei mir die Straße, wo bekanntlich das Geld liegt. Früher habe ich mit meinem Taxi leere Flaschen auf zwei Beinen eingesammelt, seit einem Jahr vorzugsweise Bücher, die ich in meinem Bauchladen, den ich gerade geschlossen habe, verkaufe. Ich habe auch schon eine nagelneue Kaffeemaschine, zwei Objektive und eine alte Sofort-Bild-Kamera auf der Straße gefunden, die ich im Internet verkauft habe. Das meiste Zeugs von der Straße bin ich aber gar nicht losgeworden, so dass es sich bei mir stapelte und ich kaum noch treten konnte in meiner Bude. Zum Glück gibt es bei mir nebenan einen Verschenkladen, wo ich die Sachen hinbringen kann. Dort finde ich auch manchmal Sachen zum Weiterverkaufen, es ist also ein Geben und ein Nehmen. Mit den Dingen, die man auf der Straße findet, ist es nun so, dass sie seit einiger Zeit weniger werden. Der Straßen-Sammler ist ja auch kein Systemrelevanter Beruf. Ein Achtungszeichen war für mich obiger Karton, den ich erreichte, als er schon leer war. Dass jemand darum bittet, seinen Karton stehen zu lassen, sah ich zum ersten Mal. Offensichtlich geht es den Gebenden auch langsam an den Kragen. Als ich nun gestern den Karton unten mit der Aufschrift „Free Shit“ sah, da war mir klar, wohin die Reise geht. Gefühlt wußte ich das natürlich schon vorher. Aber es ist immer sehr hilfreich für mich, wenn es auch mal jemand formuliert. Höchste Zeit meine Zelte im Sodom und Gomorra Berlin abzubrechen. Deswegen habe ich auch meinen Bauchladen dicht gemacht. Das Arbeitsamt findet meine Arbeitssuche auf dem Balkan nicht nur super, sondern unterstützt sie auch aktiv. Ein Idiot Kunde weniger. Dass es auf dem Balkan noch weniger Arbeit gibt als hier in Berlin, das weiß man auf dem Amt natürlich nicht. Das wäre auch zu viel verlangt. Ich persönlich wäre schon froh, wenn man mir sagen könnte, wo genau ich mich auf dem Balkan melden soll, damit weiter Kohle auf’s Konto kommt. Von irgendwas muss ich schließlich meine Miete bezahlen, nachdem das Geld nicht mehr auf der Straße liegt. Ansonsten wird dort bald mein „Holy Shit“ für dich stehen. Den Karton dann bitte auch stehen lassen – Danke! Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.
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Das „Wir impfen euch alle“ der so genannten Antifa ist dabei Realität zu werden. Wahrscheinlich werden wir sehr bald Hetzjagden auf Ungeimpfte erleben, wie es sie bereits auf Maskenbefreite gibt. Jedenfalls sollen jetzt auch Kinder geimpft werden, sonst dürfen sie nicht mehr zur Schule gehen. Recht auf Bildung? War gestern! Mich würde interessieren: Wie ist jetzt deine Haltung dazu? Gehörst nicht auch du zu denjenigen, die immer Haltung eingefordert haben? Oder verleugnest du dich bereits selbst? Du würdest nicht der erste sein, der sich selbst verleugnet. (Denn ganz viele lassen sich nur aus Opportunismus impfen und nicht, weil sie an die Impfung glauben würden, auch wenn sie dies nicht öffentlich zugeben.) Was soll mit denjenigen passieren, die sich nicht impfen lassen wollen. Die also nur das in Anspruch nehmen möchten, was man ihnen versprochen hat, und zwar dass es keine Impfpflicht geben wird. Du schützt dich, indem du dich impfen lässt. So weit, „so gut“. Aber die Impfung schützt dich nicht zu hundert Prozent. Das weißt du. Die Ungeimften könnten also eine Bedrohung für dich darstellen. (Es könnte aber auch umgekehrt sein.) Wie gehst du mit dieser gefühlten Bedrohung um. Verreist du erstmal und sagst: Ist mir egal, Hauptsache ich bin save. Oder sitzt du am Stammtisch in deiner Lieblingskneipe, um dort deiner Alkohol- und Nikotinabhängigkeit nachzugehen, die dich dazu gebracht haben, dass du dich impfen lässt. Und lästerst du dort nur über Ungeimpfte ab, oder macht ihr bereits Pläne, wie ihr sie euch vom Leib halten könnt, vielleicht mittels Internierungslager oder der Psychiatrie. Natürlich nur zum Schutz der Ungeimpften vor sich selbst und vor dem „gesunden Volkszorn“, das ist klar. Deine alte Frage von früher ist, so denke ich, aktueller denn je: Wie ist deine Haltung dazu? Ist das Zwangsimpfen OK für dich? Ich meine, ist ja nur eine Körperverletzung und ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit – also nichts wichtiges. Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.
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Wie ich bereits schrieb, hat es mich gestern am regnerischen Herrentag per Pedes raus zur ehemaligen Stasi-Zentrale bei mir um die Ecke verschlagen. Auf dem dortigen Hof befindet sich eine absolut sehenswerte Open Air Ausstellung, in deren Rahmen sich K.-H. Weigel mit seinem Statement: „Meine Leidenschaft für die Freiheit ist stärker als jede Autorität. Diese Leidenschaft hat mir 50 Monate Zuchthaus eingebracht.“ verewigt hat. Gut, bei mir waren es nur fünf Tage Bulgarenknast, dafür drei verschiedene, das allerdings aus eigener Dummheit, aber immerhin. Es soll auch gar nicht um irgendwelche Knast- oder gar Zuchthauserfahrungen gehen, sondern um Kreise, die sich bei mir schließen, auch weil ich denke, dass jetzt die Zeit dafür ist, vielleicht auch bei dir. Ein ganz wichtiger Kreis, um nicht zu sagen der wichtigste, der sich bei mir geschlossen hat, ist der zu meiner ersten großen Liebe. Es war auf der Silvesterfeier im so genannten Russenclub in unserem Heimatort. Der „Russenclub“ hieß eigentlich „Club des soundsovielten Parteitags“, aber da er sich gleich neben der großen Kaserne der Roten Armee und in einem Wohngebiet befand, in dem auch einige russische Offiziere wohnten, war er allgemein als „Russenclub“ bekannt. Dort lernten wir uns also kennen und lieben, wobei lieben vielleicht etwas übertrieben ist. Jedenfalls gab es etwas zwischen uns, von dem Hermann Hesse gesagt hat, dass ihm ein Zauber inne wohnt. Dieser Zauber währte zwei Monate, vielleicht auch drei, bis ihr Vater, ein hohes Tier der Stasi bei uns im Heimatort, deren Hauptquartier gleich um die Ecke vom besagten „Russenclub“ war, ihn beendete. Warum, weshalb, wieso soll an dieser Stelle nicht weiter interessieren. Viele Jahre hatten wir uns daraufhin aus den Augen verloren, meine erste große Liebe und ich. Noch vor Corona haben wir uns wieder gefunden, und aus der ersten großen Liebe ist eine wunderbare Freundschaft mit einem tiefen Verständnis füreinander geworden. Seither habe ich eine Schwester, die ich zuvor nicht hatte. Zugegeben, offene Kreise schließen sich nicht immer auf so wundervolle Art und Weise. Ein Versuch ist es aber auf jeden Fall wert. Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.
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Auch gestern am regnerischen Herrentag war ich draußen. Ich bin zwar nun schon über ein Jahr ein Trockener Taxifahrer, der auf dem Trockenen sitzt, aber von der Straße bin ich deswegen noch lange nicht weg. Obwohl auch ich seit Corona mehr wohne, zieht es mich immer noch praktisch täglich raus zu meinen früheren Tatorten. Gestern nun landete ich zufällig an der alten Stasi-Zentrale. Gut, so überraschend ist das nicht, denn sie befindet sich gleich bei mir um die Ecke. Wenn die frühere Zentrale vom Genossen Mielke nicht in Lichtenberg wäre, würde ich fast sagen, sie wäre in meinem Kiez. Fällt mir gerade ein, dass von Erich Mielke der Ausspruch „Ich liebe doch alle Menschen“ stammt, der heute etwas in Vergessenheit geraten ist. Fast möchte ich fragen, ob der gute alte Erich vielleicht auch schon Philanthrop war, aber ich komme vom Thema ab. Als ich gestern nun auf dem riesigen Hof der gewesenen Stasi-Zentrale war, wo sich unter freiem Himmel eine sehenswerte Ausstellung befindet, die eigentliche Ausstellung „Feind ist, wer anders denkt“ ist Coronabedingt geschlossen, da fiel mir ein, dass mich meine letzte Taxifahrt vor mehr als einem Jahr genau hierher führte. Meine allerletzten Fahrgäste waren zwei Männer aus dem Vereinigten Königreich, die sich die nun geschlossene Ausstellung angesehen haben. Daran musste ich denken, und dass das vielleicht etwas zu bedeuten hat. Ich meine, nichts geschieht wirklich zufällig im Leben. Alles will einem etwas sagen, nur allzuoft bemerkt man das nicht in dem Moment, sondern erst später. Ich komme darauf, weil sich für mich gerade viele Kreise schließen. Beispielsweise warum ich früher etwas mit Tieren gemacht habe und sogar fast ein halber Tierarzt geworden wäre, wie der Herr Wieler vom Robert-Koch-Institut einer ist. Ich kann das absolut bestätigen, was die Schauspielerin Nora Tschirner, die mir auch schon mal im Taxi saß, in dem hier erwähnten Interview gesagt hat, und zwar dass sie sich immer mit Tieren am wohlsten gefühlt hat. Aber auch der Umstand, dass es mich mit jedem Tag immer mehr raus in die Natur zieht, obwohl unsere Zukunft angeblich in der Stadt liegen soll, wo demnächst sogar unser Obst und Gemüse angebaut werden wird. Wer schon mal Obst und Gemüse in der Stadt angebaut hat, der weiß, was das für den Geschmack bedeutet. Dass das meiste angebotene Obst und Gemüse bereits heute ohne Geschmack ist, erklärt möglicherweise, warum wir immer mehr Geschmacklosigkeiten einfach so hinnehmen. Was die Natur angeht, habe ich aktuell etwas beim Kollege Nietzsche gefunden. Ja, man kann wirklich immer noch etwas Neues nicht nur bei Schauspielern lernen. Freund Nietzsche jedenfalls meinte, dass wir so gerne in der Natur seien, weil diese keine Meinung über uns hat. Und so denke auch ich. Also sprach TaxiBerlin, kannste glauben.
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