Das Geheimnis des Sauerteigbrotes

Viele Videos habe ich gesehen und Bücher gelesen, die sich mit dem Sauerteig und insbesondere mit der Herstellung des so genannten Anstellguts, vielleicht besser Starter, beschäftigen. Es ist keine Übertreibung, in diesem Zusammenhang von einem Studium zu sprechen. Obiges Sauerteigbrot ist das siebente, das ich gemacht habe. Es ist das beste, das ich bisher hier in den Schluchten des Balkans in meinem alten Ofen aus der Türkenzeit gebacken habe. Dass es mein bestes geworden ist, liegt meiner bescheidenen Meinung nach daran, dass ich etwas Joghurt an den Teig gemacht habe. Ein Geheimnis eines gelungenen Sauerteigbrotes, das ich gerne verraten möchte. Wichtig dabei ist, dass es bulgarischer Joghurt mit dem Lactobacillus Bulgaricus ist, so denke ich. Man muss aber auch warnen vor dem Lactobacillus Bulgaricus. Einmal mit ihm infiziert, kommt man nur sehr schwer wieder von ihm los. Ich sage das auch aus eigener Erfahrung.

PS: Es sollte meiner Meinung nach unbedingt der Lactobacillus Bulgaricus sein, weil dieser den Joghurt (auf bulgarisch „Saure Milch“) sauer macht. Nicht umsonst heißt es Sauerteigbrot.

Erfahre mehr über die RKI-Protokolle

Alles, was so genannte Querdenker in Sachen Pandemie gedacht und gesagt haben und was sogleich als Verschwörungstheorie abgetan wurde, wurde genauso im Krisenstab des Robert-Koch-Instituts gedacht und auch gesagt. Das ergeben die RKI-Protokolle, die jetzt in Berlin verhandelt werden. Genau war es das Online-Magazin Multipolar, das auf die Freigabe der Sitzungsprotokolle geklagt hat. Namentlich Paul Schreyer, einer der Herausgeber des Magazins. Der Prozess läuft deswegen ganz offiziell unter dem Titel „Paul Schreyer gegen die Bundesrepublik Deutschland“. Ein Titel, den man sich merken sollte, denn eines Tages werden Bücher, Filme, Hörspiele und wissenschaftliche Arbeiten so heißen. Auch Beiträge von mir sind auf Multipolar erschienen, und zwar „Bulgarien – die große Freiheit“, „Rote Linie in Sofia“, „Wir haben den Leuten eine Lüge verkauft“, „Das Suchtsystem“ und „Es ist ein Kulturkampf“, ein Interview mit Hans-Joachim Maaz. Von Anfang an hat es mich mit Freude und Stolz erfüllt, für Multipolar schreiben zu dürfen. Das erfolgreiche Freiklagen der RKI-Sitzungsprotokolle hat mich darin noch einmal bestärkt. Paul Schreyer und Stefan Korinth, die beiden Herausgeber von Multipolar, leisten hervorragende Arbeit und auch Aufklärung. Ich kann jedem, der auch nur einen Euro übrig hat, nur wärmstes empfehlen, diesen für das Magazin zu spenden. Ich sage das nicht ganz uneigennützig, denn ich schreibe immer noch für Multipolar. Die zuletzt auf Multipolar erschienene Rezension „Die Angst vor dem Neuen“ von dem US-amerikanischen Autor und Autodidakten Carl Hoffer ist von mir. Das obige T-Shirt gehört mir nicht, sondern ist ein Fundstück. Gefunden in einem bulgarischen Second Hand Geschäft, wo es ein Ladenhüter ist. Auch ohne RKI-Files weiß man in Bulgarien, wo die offizielle Corona-Impfquote bei gerade einmal 30 Prozent liegt (die wahre Impfquote dürfte irgendwo zwischen 20 und 25 Prozent liegen), dass die „Corona-Krise“ ein Fehlalarm war, bei der es vor allem um Desinformation der Bevölkerung ging. Ganz genauso wie es Stephan Kohn, Referent in der Abteilung Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz des Bundesinnenministeriums, bereits am 8. Mai 2020 gesagt hat. Nachzulesen in den von Multipolar freigeklagten RKI-Protokollen.

Desinteresse an Deutschland

Als das Spiel Frankreich gegen Spanien um Neun Uhr bulgarischer Zeit begann, war das „Barchen“ schon geschlossen. Auch im Außenbereich saß niemand mehr. Lediglich am Kriegerdenkmal spielten wie gewohnt Kinder und Teenager. Es ist also keine Übertreibung, wenn ich sage, dass das Interesse an der Europameisterschaft in Deutschland „below zero“ ist. Genauso wie das Interesse an der Heimat im Allgemeinen gegen Null geht. Das war früher anders. Da wurden einem die Mädels reihenweise angeboten beziehungsweise boten sich selber an. Sowohl für ein kurzes Vergnügen, als auch zum Heiraten. Das Interesse an Deutschland war groß und echt. Man war im wörtlichen Sinne hungrig, mehr über dieses tolle Land zu erfahren, wo die Dinge funktionieren und das Leben optimal ist. Das Interesse hielt lange an, sehr lange sogar. Selbst als Deutschlands Zenit schon lange überschritten war, schaute man in Bulgarien ehrfürchtig, wenn es um Deutschland ging. Von Angela Merkel beispielsweise sprach man lange mit großen Augen und offenem Mund. Das Bild von Deutschland hing der realen Situation um 15 bis 20 Jahren hinterher, was normal ist. Überraschend ist dagegen, wie schnell sich die öffentliche Meinung über Deutschland in Bulgarien geändert hat. Es begann vor jetzt neun Jahren mit der so genannten Flüchtlingskrise, die man auch als Teil einer globalen Kriegsführung der Amerikaner sehen kann, um andere Länder und Kontinente zu destabilisieren. Da wurde aus der Bewunderung für die Kanzlerin rasch Unverständnis. Aus diesem Unverständnis ist heute Mitleid geworden. Ob die Kinder und Teenager, die gestern Abend bis tief in die Nacht am Kriegerdenkmal spielten, noch nach Deutschland gehen, um dort ihr Glück zu suchen, daran darf gezweifelt werden. Dass sich außer mir, der sich aus Fussball eigentlich nichts macht, niemand für die Fussball-Europameisterschaft in Deutschland interessiert, einfach nur als Desinteresse am Fussball zu interpretieren, greift zu kurz. Es ist, so denke ich, auch ein Desinteresse am Westen im Allgemeinen und an Deutschland im Besonderen.

Schwert statt Messer

Es ist jetzt einige Zeit her, dass mir ein Freund in der Heimat obiges Messer zukommen ließ. Kurz nachdem er es mir nach Bulgarien geschickt hatte, fragte er sich, ob es nicht ein schlechtes Omen sei, jemandem ein Messer zu schenken. Und das, obwohl der Grund für das Geschenk ganz einfach war. Mein Freund hatte sich irgendwann einmal zwei von den Messern gekauft. Es war wohl eine von diesen „Kaufe eins, nimm zwei“ Aktionen, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Hier in Bulgarien lag das Messer meines Freundes auf meinem Nachttisch. Warum genau, kann ich gar nicht sagen. Ich habe es jedenfalls nicht gebraucht hier. Da ich nun plane, demnächst die alte Heimat zu besuchen, kam es mir in den Sinn. Also die Frage, ob ich es nach Deutschland mitnehmen soll oder nicht. Messer haben in der Heimat an Bedeutung gewonnen, um es mal so zu formulieren. Meine Frage hat sich ergeben, weil ich nicht nur mit Handgepäck reisen werde, sondern einen Koffer mitnehmen darf. Wenn man früh genug bucht, ist auch das für jemandem mit eher schmalem Budget erschwinglich. Hätte ich nur Handgepäck, würde ich nicht darüber nachdenken müssen, denn im Handgepäck sind Messer bekanntlich verboten. Gestern las ich nun „Jesus in schlechter Gesellschaft“ von Adolf Holl aus dem Jahr 1998, das ich letztens für einen Lewa (50 Cent) am letzten Buchstand in Sofia gekauft habe. Das Buch hat eine persönliche Widmung des Autors an eine Frau in der bulgarischen Hauptstadt vom März 2004, aber das nur nebenbei. Folgende Informationen finden sich auf der Rückseite des Buches: „Zweckdienliche Angaben werden erbeten zwecks Festnahme des Jesus Christus, angeklagt wegen Verführung, anarchistischer Tendenzen, Verschwörung gegen die Staatsgewalt. … Ohne festen Wohnsitz. … Der Gesuchte predigt Gleichheit und Freiheit aller Menschen, vertritt utopische Ideen und muss als gefährlicher Aufrührer bezeichnet werden. Hinweise an jede Polizeistation.“ Über den Autor erfährt man, dass ihm nach seinem Buch die kirchliche Lehrbefugnis entzogen worden war und ihm darüber hinaus verboten wurde, priesterliche Funktionen auszuüben. Doch zurück zur Messer-Frage. Im Kapitel „Der Mann des Streites“ erfährt man, dass auch Jesus eine Waffe trug. Es war allerdings kein Messer, sondern ein Schwert: „Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern ein Schwert!“ – Ohne zu weit vorgreifen zu wollen, frage ich mich nun doch, ob die ganzen Messer-Geschichten nicht eigentlich jetzt schon Schnee von gestern sind. Ich möchte keine Unruhe verbreiten, aber ich bin der festen Überzeugung, dass das Schwert das Kommende ist.

Auferstanden aus Ruinen

Vor kurzem kam eine Anfrage aus der Heimat nach einem Haus in Bulgarien rein. Es ist nicht die erste Anfrage dieser Art, aber die erste ernst zu nehmende. Das ist zumindest mein Eindruck. Zu der Anfrage passt, dass mein Nachbar neues Holz für sich hat kommen lassen, obwohl das alte noch fast vollständig vorhanden ist. Auch er bereitet sich auf den schlimmsten Fall vor, wie er mir auf Nachfrage bestätigte. Aber bleiben wir bei der Nachfrage aus der Heimat nach einer Immobilie in Bulgarien. Es gibt sie – keine Frage. Viele sehen allerdings so aus wie obige, die durchaus Potenzial hat. Der Interessent aus der Heimat hat sie sich auch schon angesehen. Natürlich ist sie nicht das, was ihm vorschwebt – das ist klar. Andererseits sind völlig intakte Häuser nur schwer zu finden in Bulgarien. Aber das ist in Deutschland mittlerweile kaum anders. Dafür gibt es viel Grün auf obigem Grundstück und auch direkt auf der Immobilie. Die Menschen in der Heimat sind immer höchst verwundert, dass hier immer alles so schön Grün ist. Dazu kann ich sagen, dass die Fotos in keiner Weise bearbeitet sind. Bulgarien ist ein grünes Land, und Grün ist bekanntlich die Farbe der Hoffnung. Hoffnung, die man beispielsweise hatte, als die Grünen sich gegründet und irgendwann ins Parlament eingezogen sind. Als sie dann das erste Mal an die Macht kamen Ende des letzten Jahrhunderts, verflogen diese Hoffnungen sehr bald. Die Grünen von heute sind gerade dabei, Europa in die Steinzeit zurück bomben zu lassen. Falls danach noch einer am Leben sein sollte, für den gilt dann das, womit die Hymne der DDR begann: „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt.“

Vom Kampf Mann gegen Maus

Alle reden vom Krieg, aber keiner vom Kampf Mann gegen Mann. Auch ich habe keine Erfahrung mit ihm. Immerhin, ich kann vom Kampf Mann gegen Maus berichten, wobei mir die Rolle der Supermacht zukam. So würde ich es zumindest beschreiben. Und wie für eine Supermacht üblich, so habe auch ich meine vitalen Interessen, und zwar nach Ruhe und Ordnung. Diese wurden von obigem Schurken ohne Staat gestört, indem er permanent Unruhe und Unordnung in mein Leben brachte, woraufhin er von mir als Supermacht mehrfach verwarnt wurde. Da der Schurke die Warnungen in den Wind schlug, kam es, wie es kommen musste, und zwar zum Kampf zwischen Ordnung und Unordnung, zwischen Ruhe und Unruhe, sprich zwischen Gut und Böse. Dabei kamen weder Atomraketen zum Einsatz, noch Uran-Munition und auch keine Drohnen. Es war ein Kampf Mann gegen Maus, den der Stärkere gewann. Was sich einfach anhört, war alles andere als das. Denn zuerst muss man des Schurken habhaft werden. Erst dann kann man ihn würgen und den Hals umdrehen. Danach muss man das Ganze noch verarbeiten. Vielleicht das wichtigste, um keine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) mit sich herumzutragen. Mit der PTBS, eine Beeinträchtigung, die nach einem traumatischen Ereignis auftritt, ist nicht zu spaßen. Kennzeichen einer PTBS sind aufdringliche Gedanken, Alpträume, Flashbacks und die Vermeidung von Erinnerungen an das Trauma. Ich meine, der Maus kann’s egal sein, die ist tot. Aber meine Psyche und mein Körper, die den Kampf nicht einfach nur überlebt haben, sondern von ihm traumatisiert sind, befinden sich seither in ständiger Alarmbereitschaft. Unruhe, Nervosität, Schreckhaftigkeit, aber auch Reizbarkeit und plötzliche Aggressionen sind typische Symptome, ebenso nächtliches Grübeln und mehrmaliges aufwachen. Konnte ich früher nicht schlafen, weil der Schurke, der am Ende ganz OK und auch nett anzusehen war, Krach machte, kann ich heute nicht schlafen, nachdem ich ihn um die Ecke gebracht habe. Bleibt die Frage, ob es anders wäre, hätte ich Drohnen, Uran-Munition oder gar Atombomben zum Einsatz gebracht. Vielleicht ginge es mir dann besser heute. Ausschließen möchte ich es nicht, aber auch nicht drauf ankommen lassen.

PS: Bei dem Schurken handelt es sich um keine Maus. Das mit der Maus habe ich nur wegen der Alliteration geschrieben. Wer weiß, wie der Schurke heißt, dem verrate ich meine Tricks beim Kampf Mann gegen Maus.

Gestern im „Barchen“

Um wenigstens das letzte Spiel unserer Mannschaft zu sehen, bin ich runter in die Dorfkneipe von meinem Bürgermeister, die alle nur das „Barchen“ nennen. Wie es sich für einen Deutschen gehört, war ich eine viertel Stunde vor Anpfiff da. Zu diesem Zeitpunkt waren noch sieben Leute im „Barchen“, von denen die meisten draußen saßen, wo es keinen Fernseher gibt. Pünktlich zu Spielbeginn hatten alle den Außenbereich des „Barchens“ verlassen. Vermutlich um zuhause zu Abend zu essen. Dass sie dabei das Spiel der Deutschen verfolgten, würde ich ausschließen. Mein Nachbar meinte, selbst wenn sie bei ihm auf dem Rasen spielen würden, würde er sich nicht dafür interessieren. Es ist davon auszugehen, dass die beiden Frauen (Foto) im „Barchen“ neben mir die einzigen in unserem Dorf waren, die sich das Spiel angesehen haben. Die eine Frau war für Spanien, die andere für Deutschland. Ich selbst war als unabhängiger Journalist vor Ort. Mein Bürgermeister half einem Bewohner unseres Dorfes, der eigentlich in New York lebt, etwas in seiner Hütte um die Ecke von Downtown zu reparieren. Die Tochter des New Yorkers, sie studiert in den Niederlanden, machte den Tresen im „Barchen“. Ich fand das Spiel nicht besonders aufregend, um es mal so zu formulieren. Meist fand ich es sogar ziemlich langweilig, wenn nicht gar nervig. Für meinen Geschmack wurde zu wenig Fussball gespielt. Dafür wurde viel geschauspielert, und das auch noch ganz schlecht. Ständig lag irgendjemand auf dem Rasen. Toni Kroos konnte froh sein, dass er bis zum Schluss auf ihm war. Am Ende der zweiten Halbzeit der Verlängerung kamen mein Bürgermeister und der New Yorker ins „Barchen“, um ihr Feierabend-Bier zu trinken. Für sie gibt es morgen eine Verlängerung ihrer Arbeiten. Für unsere Mannschaft war diese gestern Abend schon vorbei. Obwohl ich von Fussball keine Ahnung habe, scheint mir zumindest dies sicher zu sein. Wo ich mir nicht sicher bin, ist die Frage, wie die deutsche Nationalmannschaft diesmal offiziell hieß, was aber jetzt auch schon wieder egal ist.

PS: Lese gerade noch im ehemaligen Nachrichtenmagazin, dass man die Deutschen nun auch ganz offiziell bemitleidet.