Der Esel vor meiner Tür – Ein Geschenk von Esel-verrückten Fahrgästen in meinem Taxi
Gerade habe ich den Esel vor meiner Tür neu bepflanzt, diesmal mit Lavendel – davor war es Heidekraut. Anlass ist das heutige erscheinen meiner „Bulgarien-Kolumne“ mit dem Titel „Esel-Exodus & Esel-Rallye“ auf der Seite der „Freien Akademie für Medien & Journalismus“ von Michael Meyen. In meinem Text geht es um den Exodus der Bulgaren und ihrer Esel, weshalb sowohl die Menschen als auch die Esel nach Bulgarien zurückkehren und warum auch Du nach Bulgarien gehen solltest. Vorausgesetzt Du bist ein Esel-Verrückter, von denen es immer mehr gibt. Und wenn Du noch nicht zu ihnen gehören solltest, hast Du jetzt die Möglichkeit einer zu werden.
Neulich wies mich ein Freund darauf hin, dass wir (genau die EU) mal wieder ein neues Sanktionspaket gegen Russland geschnürt haben, was ich spontan mit „Uns geht’s noch zu gut!“ kommentierte, denn offensichtlich schaden die Sanktionen uns mehr als Russland. Bei der Frage, wie viele Landsleute das genauso sehen, waren wir uns uneinig. Unbewusst vielleicht schon so einige – aber bewusst? Jedenfalls geht der Patient Deutschland nicht auf die Straße, obwohl er es längst sollte. Vermutlich muss das Land erst vollends zum Museum werden.
Irgendwo hatte ich gelesen, dass es der letzte Sommer im Frieden wäre. Vermutlich eine Verschwörungstheorie. Bei dem Sommer! Dann habe ich gehört, dass Rumänien sich als erstes Land den israelischen Iron Dome sichert. Gleichzeitig wird in Rumänien die größte Nato-Base gebaut. Manche Rumänen befürchten, dass der nächste große Krieg von ihrem Land ausgeht, ich hatte hier darüber geschrieben. Auch das eine Verschwörungstheorie. Dass es später immer schon alle gewusst haben oder gar dagegen waren, allen voran die, die jetzt schweigen oder noch das Gegenteil erzählen, das ist keine Verschwörungstheorie. Das gab es schonmal. Ist noch gar nicht so lange her. Man nannte diese Menschen Wendehals. Der Wendehals ist eigentlich ein Vogel, bei dem der Name Programm ist. Denn der Wendehals ist in der Lage, seinen Kopf schlangenartig in viele Richtungen zu drehen.
Aus aktuellem Anlass etwas zum Thema Sex: Immer weniger haben noch welchen. Und wenn, dann wie oben beschrieben: „Schnell und kontaktlos!“. Denn immer mehr sind asexuell, und das aus verschiedenen Gründen, die ich nicht alle aufzählen kann. Ich will einen nennen, der den Wahnsinn, der dahinter steckt, erahnen lässt: Kinder sind schlecht fürs Klima. Im selben Moment beklagt man sich über den demographischen Wandel. Das Eine hat mit dem Anderen natürlich rein gar nichts zu tun. Also dass, nachdem man die Produktion bereits vor Jahren ins Ausland verlagert hat, dieses nun auch die Reproduktion übernehmen soll. Man selbst hat nicht nur keine Lust mehr auf Sex, sondern vor allem keine Zeit. Schließlich müssen sie, wenn sie nicht gerade unter der Regenbogen-Fahne tanzen, den „Zwei Minuten Hass“ mit Sinn-Sprüchen wie: „Wir hassen den Hass!“ pflegen.
Neulich forderte ein US-Amerikaner, der kein Deutsch spricht, unser Land auf: „Bitte, Deutschland, begeh keinen Selbstmord!“. Man kann das Interview hier kommentiert von einem Deutschen nachhören. Die entsprechende Stelle befindet sich bei 17:20. Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber mein Eindruck ist, dass man diese simple Forderung als Deutscher besser nicht stellt. Und stellt man sie doch, ist man ein Nazi. Als halber Deutscher habe ich den Vorteil, bestimmte Dinge, die eine Deutscher besser nicht sagt, noch sagen zu dürfen, mit der Betonung auf noch. Und so frage ich mich, warum Deutschland mal wieder so scharf darauf ist, Selbstmord zu begehen. Mal wieder deswegen, weil der deutsche Todeswunsch nicht neu ist. Einer, der Deutschland am Ende seines Lebens den Tod wünschte, war übrigens der Nazi Adolf Hitler. Das schreibt zumindest Sebastian Haffer in seinen „Anmerkungen zu Hitler“. Am Ende seines Bestsellers richtet sich Haffner an alle, die sich über den Niedergang Deutschlands freuen, und davon gibt es so einige. Haffner, ein Berliner und darüber hinaus ein Deutscher, ruft diesen vielen zu, dass sie offensichtlich nicht wissen, wie sehr sie damit des Nazi Hitlers letzten Willen erfüllen.
Das ist mein bulgarischer Lebenslügendetektor. Wie gesagt, ich brauche ihn nicht mehr wirklich, weswegen ich ihn abgeben möchte. Wer Interesse hat an einem bulgarischen Lebenslügendetektor, kann sich gerne bei mir melden. Er funktioniert absolut tadellos, was vor allem an seinem Alter liegt, und gerne weise ich dich ein.
Die Zeiten, wo alles „spannend“ war, sind zum Glück vorbei. Wobei, wir leben gerade in einer sehr spannend Zeit, wie ich finde. Die allermeisten können sie nur nicht genießen, weil sie seit vielen Jahren müde, runtergezogen, ausgelaugt, regelrecht ausgebrannt sind. Zumindest ich kenne nur noch solche Zeitgenossen. Zum Glück habe ich Bulgarien, um meine Batterien aufzuladen. Wenn ich Bulgarien nicht hätte, wäre ich vermutlich genauso runtergezogen wie alle anderen, und hin und wieder bin ich es auch. Depressionen sind ja auch irgendwie ansteckend. Dann sage ich mir immer, dass die Zeit, in der wir leben, doch sehr spannend ist, und das hilft mir. Früher, als die Zeiten langweilig und dröge waren, fanden viele sie „spannend“. Vermutlich sagen dieselben heute permanent „Genau!“. – Seit einiger Zeit frage ich mich nun, was es mit diesem „Genau!“ auf sich hat. Ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass es ein Zeichen starker, um nicht zu sagen sehr starker Verunsicherung ist. Die Menschen sagen heute so oft „Genau!“, weil sie sich dessen, was sie von sich geben, nicht mehr sicher sind. Die allermeisten glauben selbst nicht mehr, was sie sagen, und die ersten sollen bereits ihren eigenen Lebenslügen nicht mehr glauben. In dem Zusammenhang fällt mir jetzt gerade ein, dass ich einen bulgarischen „Lebenslügendetektor“ mein Eigen nenne. Nachdem ich viele Jahre in meinem Taxi meinen „Bullshit Detektor“ getestet habe (ein Fahrgast nannte mich deswegen liebevoll „Desillusionist“), habe ich mir irgendwann den bulgarischen „Lebenslügendetektor“ zugelegt. Aber eigentlich brauche ich ihn nicht mehr. Man muss den Menschen nur aufmerksam zuhören. Wenn Sätze mit „Ja – Nee“ beginnen, im Text irgendwo „Keine Ahnung“ auftaucht oder er mit „Genau!“ endet, kannst Du sicher sein, dass es Bullshit ist – oder gar eine Lebenslüge.